Baltique Deli

Frankfurt am Main
Foto © Eibe Sönnecken
 
 
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Foto © Eibe Sönnecken
 
 
Foto © Eibe Sönnecken
 
 
Architekten
Just/Burgeff Architekten
Adresse
Frankfurt am Main
Jahr
2015

Die Idee für das „Baltique Deli“, ein Pankúka-Restaurant mit französischer Raffinesse, enstand auf Reisen nach Frankreich und ins Baltikum. Räume, in denen die Einzigartigkeit der Küche erfahrbar wird, fanden sich in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus der Gründerzeit, mitten in Frankfurt. Die vorgefundenden Elemente und Oberflächen wurden aufgearbeitet und ergänzt; mit ihrer ganz eigenen Geschichte bereichern sie die Atmosphäre – ebenso wie das Konzept des Frontcookings, das sich im bestehenden Grundriss mit wenigen Eingriffen umsetzen ließ. Zwei Zugänge ermöglichten, im vorderen Bereich den Verkauf der Delikatessen zu organisieren. Die Speisekarte – wie das gesamte Brand Concept eigens mitentwickelt – ist dabei in die Bildercollage an der Wand integriert. Der große Tresen ist dem Nebenraum zur Teig- und Speisenzubereitung vorgelagert. Parallel zum Schaufenster und in den Gastraum hineinragend, kann hier die Zubereitung der Pankúkas inszeniert werden. Das monolithische Möbel in Betonoptik mit Linoleumoberfläche setzt bewusst einen Kontrast zu den beiden freigelegten gusseisernen Säulen. Der Tresen harmoniert zugleich mit dem Estrichboden, der bereits seine eigene Patina besitzt. Die darüber installierten Pendelleuchten greifen in ihrer feinen Faltung das filigrane Relief der Stuckdecke auf, als spielerisches Ensemble lenken sie zugleich die Blicke von Außen in das Restaurantinnere. Das Rot der Kabel findet sich im Rot der Barhocker wieder, auf denen die Gäste mit Blick auf die Straßenszenerie ihre Pankuka verzehren können. Inspiriert von dem vorhandenen Holzparkett sind die Stühle und Tische im Gastraum, der sich seitlich anschließt, auch in Eiche gewählt. Um auch hier die besondere Beziehung zum Gast zu halten, entwickelt sich aus dem Wandregal ein Rahmen für das Fenster, das Einblicke in die Küche freigibt. Das Blau der Polster der Sitzbank erinnert an die Ostsee und akzentuiert das gebrochene Weiß und helle Grau der Wände. In dem kleinen, hinteren Raum kehrt sich das Verhältnis um, das Blau wird zur vorherrschenden Wandfarbe. Benannt nach den französischstämmigen Ahnen des Hauseigentümers, entsteht im Salon de Neufville eine sehr familiäre Atmosphäre – und doch lässt sich spätestens dort in die Ferne schweifen.