Vorplatz
Foto © Lukas Roth
Vorplatz
Foto © Lukas Roth
Vorplatz
Foto © Lukas Roth
Vorplatz - Blick zum Domplatz
Foto © Lukas Roth
Fassade
Foto © Lukas Roth
Foyer
Foto © Lukas Roth
Foyer
Foto © Lukas Roth
Attrium mit Himmelsleiter
Foto © Lukas Roth
Bibliothek
Foto © Lukas Roth
Attrium mit Himmelsleiter
Foto © Lukas Roth
Bibliothek
Foto © Lukas Roth
Attrium und Himmelsleiter
Foto © Lukas Roth
Bibliothek
Foto © Lukas Roth
Fassade am Abend
Foto © Lukas Roth
Vorplatz am Abend
Foto © Lukas Roth
Längsschnitt Attrium
Zeichnung © Peter Böhm Architekten
Erdgeschoss
Zeichnung © Peter Böhm Architekten
2. Obergeschoss
Zeichnung © Peter Böhm Architekten
Bibliothek - Tuschezeichnung - Prof. Peter Böhm (Wettbewerb)
Zeichnung © Peter Böhm Architekten

Philosophisches Seminar am Domplatz, Münster

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  • Universitäten
Adresse
Am Domplatz 23, 48143 Münster
Jahr
2017
Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Münster
Team
Dipl.-Ing. Wolf-Rüdiger Becken (Projektleiter), Dipl.-Ing. Andrea Wenning, Dipl.-Ing. Hüseyin Eryigit, Prof. Dip.-Ing. Peter Böhm, M.Sc. Philippe Martens, M.Sc. Radu-Mihai Varga
Bauleitung
Schilling Architekten, Köln und 1zu1 Architekten, Münster

Städtebau – Die schöne Lage des Planungsgebietes zwischen dem Domplatz und dem Grün an der Aa veranlasste uns, den Hof als kleinen markanten und ruhigen Stadtplatz auszubilden, mit dem Eingang zum neuen Philosophikum. Seine neue bauliche Fassung im Norden und die rundum gleiche Traufhöhe tragen dazu bei, dass ein sehr ruhiger und gleichmäßiger Platzraum entsteht, dessen als flache Stufenrampe modellierter Bodenbelag zu den Eingängen hinunterführt. Oben erreicht man den Platz durch eine schmale Gasse, unten mündet er in einen dreieckigen Querplatz als Vorbereich vor dem theologischen Institute. Sein Fluchtpunkt an der Bischofsgartenmauer könnte mit einer Skulptur geziert werden. So entsteht für die Eingänge der beiden Institute und der Studiobühne eine schöne Vorplatzsituation. Der alte Zugang, am Domplatz soll jedoch als weiterer Zugang reaktiviert werden.

Gebäude – Der Neubau des Philosophikums bildet mit dem Altbau eine Einheit, verbunden durch eine Glashalle als Fuge. Dieser einheitliche Charakter wird auch gestärkt durch die Materialität der Fassaden aus Ziegelmauerwerk, das mit einem hellen sandfarbenen Kalk-Zement-Mörtel geschlämmt wird. Der rötliche Ziegel wird dann nur ganz wenig durch diese Oberflächen hindurch schimmern. Entsprechend sollen auch die Wände der innen liegenden Flure und der Bibliothekshalle behandelt werden. So wird auch hier eine helle freundliche Atmosphäre entstehen. Zum Platz hin zeigt sich das Gebäude mit seiner Bibliothek, die als Riegel die Platzkante bildet und die in Ihrer Fassade als hohe Regalwand erscheint. Hallenseitig werden die Brüstungen als Lesepulte ausgebildet, die als Arbeitsplätze mit Blick in die Halle genutzt werden können. Dieser Riegel ist jedoch so dimensioniert, dass auch Büros untergebracht werden können. Im Altbau sind in den unteren Geschossen die Seminarräume untergebracht, darüber die Büros. Die klare und übersichtliche Erschließungsstruktur mit den beiden dezentral angeordneten Treppenhäusern trägt zur sehr offenen Atmosphäre des Hauses bei.

Konzept Neu- und Umbau – Als größere Umbaumaßnahmen sind vor allem der Abriss der südlichen Mittelrisalites und die Einführung der Treppe und des Aufzuges im Westen zu erwähnen sowie der Umbau der Turmtreppe. Ein neuer Technikkeller ist unter dem Neubau vorgesehen. Hier liegen auch die großen Toilettenanlagen, auch erreichbar für die Benutzer der Studiobühne, wenn der übrige Bereich des Philosophikums geschlossen ist. Der alte denkmalgeschützte Teil des Altbaus muss mit einer Innendämmung versehen werden. Dies haben wir auch für den übrigen Teil des Altbaus vorgesehen um eine Einheit in der Fassade mit dem Neubau zu erreichen. Ob dies auch für die Nordfassade sinnvoll ist muss eine spätere Prüfung ergeben.

Energetische Rahmenbedingungen – Erklärtes Ziel im Bauvorhaben ist die Einhaltung der Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare Energien Wärme Gesetzes (EEWärmeG), das seit dem 01.01.2009 die Verpflichtung zum Einsatz erneuerbarer Energien regelt. Bei der Nutzung von Geothermie für den Wärmebedarf ist hiernach ein Mindestanteil von 50 % erneuerbarer Energien vorgesehen. Ferner ist es Ziel, die Anforderungen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) einzuhalten.

Nachhaltigkeit – Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt des Klima- und Energiekonzeptes und wird im Rahmen der integralen Planung durch die Beteiligten in hohem Maße durch ein intelligentes und zukunftsorientiertes Konzept umgesetzt.

Energie- und Lebenszykluskonzept – Das Klima- und Energiekonzeptes mit zukunftsweisenden Lösungen bildet ein wesentliches Fundament für ein nachhaltiges Gebäude. Eine energetisch hocheffiziente Gebäudehülle dient dem sommerlichen Wärmeschutz sowie der Minimierung von Wärmeverlusten im Winter. Bodennahe Fenster und Sonnenschutz mit aktiv regelbarer Tageslichtlenkung sorgen für eine optimale Tageslichtnutzung. Darüber hinaus notwendig werdender Kunstlichteinsatz wird tageslicht- und präsenzabhängig geregelt.

Das Energie-Verbund-System setzt sich aus der Nutzung von Geothermie in Form eines Erdsondenfeldes und einer Wärmepumpe zur Abdeckung der Heizgrundlast sowie der Versorgung der Betonkernaktivierung (BKT) zusammen. Ein positiver Zusatzeffekt ist die Möglichkeit der Naturalkühlung (Nutzung der niedrigen Erdreichtemperatur) über die BKT ohne Einsatz der Wärmepumpe (Kompressorbetrieb). Aufgrund des hohen Anteils an erneuerbaren Energien zur Deckung des Wärmebedarfs, wird lediglich zur Deckung der Spitzenlast Fernwärme verwendet. Optional ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach zur Versorgung der Beleuchtung, der Haustechnik und nutzungsspezifischer Verbraucher möglich.

Für den Neubau ist eine natürliche Lüftung durch gezielt öffenbare Fassadenelemente an der West-Ost-Achse des Gebäudes vorgesehen. Durch Überströmöffnungen gelangt die Luft in das Atrium. Eine geregelte Abströmung erfolgt über entsprechende Öffnungen in der Dachfläche des Atriums. Natürliche Auftriebskräfte bilden den Antrieb für den wirksamen Luftaustausch. Das Atrium wirkt als thermische Pufferzone. Zur Aufrechterhaltung der hygienischen und thermischen Behaglichkeit sind in Teilen des Altbaus Lufttechnische Anlagen vorgesehen. Mittels Erdkollektoren wird die Luft vorgekühlt bzw. vorerwärmt. Auf der Abluftseite erfolgt eine adiabate Kühlung.

Aus dem Energiekonzept resultiert ein Anteil erneuerbarer Energie zum Heizen von rund 85 % und zum Kühlen von rund 95 %. Für das Gebäude ist außerdem der Einsatz einer Regenwassernutzungsanlage vorgesehen. Das Regenwasser von den Dachflächen wird verwendet für den „Permanent-Verbraucher" Toilettenspülung und die Bewässerung der Grünflächen in dem Atrium. Der, durch Einsatz der Regenwassernutzung minimierte, Trinkwasserbedarf wird über verbrauchsoptimierte Sanitärobjekte und Armaturen nochmals deutlich reduziert.

1.Preis Wettbewerb
Auszeichnung Guter Bauten 2017 des BDA Münster-Münsterland

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