Kandidaten der IBA Heidelberg

Autor:
Simone Kraft
Veröffentlicht am
Apr. 23, 2014

Impressionen von der Präsentation der IBA-Kandidaten in Heidelberg 
Impressionen von der Präsentation der IBA-Kandidaten in Heidelberg 
Impressionen von der Präsentation der IBA-Kandidaten in Heidelberg 
Impressionen von der Präsentation der IBA-Kandidaten in Heidelberg 
Impressionen von der Präsentation der IBA-Kandidaten in Heidelberg 
Impressionen von der Präsentation der IBA-Kandidaten in Heidelberg 
2.v.l.: Undine Giseke, Vorsitzende des interdisziplinär besetzten IBA-Kuratoriums 
Am 8. April haben sich in Heidelberg die ersten 23 Kandidaten der IBA Heidelberg der Öffentlichkeit präsentiert. Sie sind aus mehr als 50 Einreichungen auf den ersten «IBA Call» ausgewählt worden und haben nun Chancen, offiziell Teil der Internationalen Bauausstellung Heidelberg zu werden. Seit 2012 ist Heidelberg IBA-Stadt und ist damit nach Städten wie Berlin oder Hamburg die erste mittelgroße Stadt, die eine Internationale Bauausstellung ausrichtet. Für zehn Jahre will man in Heidelberg unter Leitung von Michael Braum ein Labor für Stadtent­wicklung errichten – mit einem besonderen Blick auf die urbane Wissensgesellschaft. Es gilt, sich mit der Bedeutung von Wissen und Bildung für die Entwicklung von Urbanität auseinanderzusetzen: Welche Rolle spielt Stadt in der Wissensgesellschaft der Zukunft? Wie kann umgekehrt Stadtentwicklung Einfluss nehmen auf das Vermitteln und Bewahren von Wissen, Wissenschaft, Bildung – denn gilt nicht zuletzt auch: «Wer baut, bildet»?

In diesem Sinne organisiert das IBA-Büro unter dem Leitthema «Wissen | schafft | Stadt» unterschiedliche Projekte und Veranstaltungen und initiiert Kooperationen. Gesucht wurden beim ersten «IBA Call» innovative Projekte, die als «Prototypen einen besonderen Qualitätsanspruch» verfolgen, so die offizielle Ausschreibung, sowie zukunftsweisende Impulse für die Stadtentwicklung zu entfalten versprechen. Nicht jedes Projekt musste dabei baulicher Natur sein, wichtig für eine erfolgreiche Bewerbung war der experimentelle Charakter der eingereichten Projekte.

Ganz dem Leitthema von der Wissenschaftsstadt entsprechend sind denn auch der Großteil der Kandidaten den Themen Jugend und (interkultureller) Bildung verpflichtet. Der Großteil der eingereichten Projekte hat dabei einen städtischen, zumindest aber einen institutionellen Träger. Nur wenige Beiträge wurden von Einzelpersonen oder nichtöffentlichen Teams konzeptioniert. Neben Kinder-, Jugend- und Studentenprojekten und interkulturellen, auch religiösen Vorhaben sind es vor allem kulturell ausgerichtete Vorhaben, die innovative Ansätze versprechen.

So arbeitet die Sammlung Prinzhorn gemeinsam mit der Universität Heidelberg und dem Förderverein Freunde der Sammlung Prinzhorn e.V. an einer Erweiterung des Museums zu einem Zentrum für «Outsider Art». Die Sammlung Prinzhorn ist eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Kunst, die weltweit Beachtung findet. Sie basiert auf rund 5000 Werken von Patienten psychiatrischer Anstalten aus ganz Europa, die Kunsthistoriker und Mediziner Hans Prinzhorn in den 1920er Jahren in Heidelberg zusammengetragen hat.
 Der Heidelberger Zoo plant gemeinsam mit der Stadt Heidelberg ein Zentrum für Biodiversität, das die Verwobenheit von Mensch und Natur thematisieren möchte: «Das Bio». Eines der wenigen nicht-institutionellen Vorhaben ist das Projekt «Urbanes Labor» von Wulf Kramer | Yalla Yalla! – studio for change aus Mannheim, das einen Ort in Heidelberg etablieren möchte, an dem unterschiedliche Akteure einen inhaltlichen, strukturellen und räumlichen Austausch über Stadt, Gesellschaft sowie stadtformende und gesellschaftsrelevante Themen führen können.

In den kommenden Monaten gilt es nun, diese Konzepte gemeinsam mit dem IBA-Büro inhaltlich weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Nicht zuletzt sind weitergehende Finanzierungsquellen zur Qualitätssicherung zu akquirieren. Gelingt dies, haben die Projekte die Chance, ein IBA-Label zu erhalten und Bestandteil der für 2022 geplanten Abschlussausstellung der IBA zu werden. Im Spätjahr 2014 steht die nächste Qualifizierungsrunde an.

Die 23 Kandidaten der IBA Heidelberg:

1. International Welcome Center – Willkommenskultur für Heidelberg, Stadt Heidelberg
2. Teilseiend: Islamisches Gemeindezentrum für Heidelberg, Initiative Heidelberger Muslime
3. Haus der Stille und des Gebets, Interreligiöse Gesprächsgruppe «Räume» Heidelberg
4. Erweiterung des Museums Sammlung Prinzhorn, Sammlung Prinzhorn, Universität Heidelberg + Freunde der Sammlung Prinzhorn e.V.
5. young peoples’ art center, Dr. Annely Putz + Bernd Nowoczyn
6. Weiterentwicklung des ExploHeidelberg, Stadt Heidelberg + Stiftung Jugend und Wissenschaft gGmbH
7. exPRO 3 – Bildung, Lernen und Arbeiten in Zwischenräumen (Stufe 1), DIE WERKSTATT – Projektbetriebswerk Heidelberg e.V.
8. Kindergarten Emmertsgrund, Evangelische Kirche in Heidelberg
9. B3 Gadamerplatz – Bildung, Betreuung, Begegnung, Stadt Heidelberg + Bau- und Servicegesellschaft mbH Heidelberg
10. Learning Village Bergheim, Dr. Thorsten Erl
11. Lernzentrum, vhs Heidelberg e.V. + Kooperation: Stadtbücherei Heidelberg
12. Haus der Jugend 60.1, Stadt Heidelberg
13. Zentrum für Design und Architektur im ehemaligen Hotel Metropol, formAD e.V.
14. DAI-Forum, Deutsch Amerikanisches Institut Heidelberg
15. Kompetenzverbund Heidelberg, Lernkonzept e.V. + ResPublica e.V.
16. Urbanes Labor, Wulf Kramer
17. Wissensorte in der Stadt – Erleben in Raum und Zeit, Geographisches Institut, Universität Heidelberg
18. Geschichten eines Hauses ... Geschichte einer Stadt, Verein zur Förderung von Bürgerwissenschaft e.V.
19. Selbstverwaltetes Studierendenwohnheim für Heidelberg, Collegium Academicum e.V.
20. Colearning Spaces – Vernetzung von Wissen und Orten, SRH Hochschule
21. Zukunfts- und Wissensspeicher Energie und Technik (Oil Peak House), Stadt Heidelberg + Stadtwerke Heidelberg
22. Konzeptentwicklung Biodiversitätszentrum – «Das Bio», Stadt Heidelberg + Zoo Heidelberg
23. Landwirtschaftspark Heidelberg, Wolfgang Roth + Dietmar Erhard + Steffen Becker. tg