Neues Messegesicht an der Europa-Allee

Autor:
Thomas Geuder
Veröffentlicht am
Apr. 16, 2014

Siegerentwurf von cma cyrus | moser | architekten 
Der neue «Messeeingang Süd» 
Lageplan 
 
 
 
 
Der Sieger in dem von der Messe Frankfurt ausgelobten Architektenwettbewerb «Messeeingang Süd» steht fest: Die Jury hat mehrheitlich die Entwürfe des Büros cma cyrus | moser | architekten zum Gewinner erklärt. Im Herbst 2013 hatte die Messe Frankfurt unter fünf deutschen und einem dänischen Architekturbüro den Architekturwettbewerb ausgelobt. Der geplante Komplex sollte neben dem neuen Messeeingang an der Europa-Allee auch Platz für ein Hotel und Büros mit mindestens 35.000 m² Bruttogrundfläche bieten. Der Baubeginn ist für 2016 vorgesehen, die Fertigstellung soll Ende 2018 sein.

«Dass sich die Jury nach eingehender Debatte final auf einen alleinigen Gewinner einigen konnte, spricht für die hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge und die Kompetenz des Gremiums», sagt Uwe Behm, Geschäftsführer der Messe Frankfurt und Sachpreisrichter der Preisjury. «Der Siegerentwurf von cma setzt ein markantes Zeichen und gibt eine innovative Antwort auf die Frage, wie neue Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen aussehen und funktionieren können.»

Das neue Gesicht der Messe an der Europa-Allee soll nach den Plänen von cma ein Ensemble aus drei Gebäudeteilen sein: ein Sockel als Messeeingang und zwei Türme für Büro- und Hotelnutzung, die als homogener Gebäudekomplex vereint sind. Die Ausrichtung und Lage des 100 m hohen Büroturmes parallel zur Europa-Allee bildet den städtebaulich prägnanten Baustein im Entwurf. Der kleinere, 45 m hohe Baukörper nimmt die Flucht entlang der Emser Brücke auf und stellt gemeinsam mit dem städtebaulichen Hochpunkt «Büroturm» den Bezug zum Torhaus (von O.M. Ungers) her. Der Sockel ist ein kubisches Volumen, das «gleich eines durch steten Besucherfluss ausgehöhlten Stadtbausteins» (cma) die Wegeführung vom Messeplatz auf die Via Mobile-Ebene durch große Verglasungen visuell nachvollziehbar macht. Der 25x25 m große Vorplatz wird aus dem Sockel ausgespart und gleichzeitig über einen Bügel wieder ins Ensemble eingebunden. Direkt angeliedert wird zukünftig auch die neue U-Bahn-Haltestelle «Emser Brücke».

Der von cma geplante Gebäudekomplex ist Teil einer umfangreichen Neubebauung auf dem westlichen Teil des durch Bahngleise getrennten Messegeländes. In diesem Zuge soll zwischen der bereits gebauten Halle 11, dem Portralhaus, der Halle 10 und dem Cargo Center auch eine neue Messehalle entstehen, deren Dimension mit der 2001 erbauten Halle 3 vergleichbar ist. Sie erhält die noch verbleibende Hallennummer 7. Der neue Messeeingang Süd ist dann strategisch günstig in der Mitte der Messe eingebunden und wird neben dem in die Jahre gekommenen «Eingang City» ein wichtiger und würdiger Zugang aus der Stadt sein – auf den wir uns schon heute freuen!  tg

Die zur Teilnahme am Wettbewerb aufgeforderte Büros waren:
Bille Beye Scheid, Frankfurt am Main
Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten, Frankfurt am Main
cma cyrus | moser | architekten, Frankfurt am Main
ASTOC Architects and Planners, Köln
Max Dudler, Berlin
schmidt hammer lassen architects, Aarhus, Dänemark

Fachpreisrichter:
Barbara Ettinger-Brinckmann, Architektin, Kassel
Michael Kummer, Bauaufsicht Stadt Frankfurt am Main
Dieter v. Lüpke, Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
Martin Oster, KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main
Joachim Wagner, Fraport AG

Sachpreisrichter
Uwe Behm, Messe Frankfurt
Olaf Cunitz, Baudezernent Stadt Frankfurt am Main
Jürgen Engel, Aufsichtsrat Messe Frankfurt