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Ansicht Süden

Holzhaisel

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  • Einfamilienhäuser
Jahr
2016
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Team
Antje Osterwold, Matthias Schmidt, Annemarie Jaentsch

Dem eigentlichen Bauen der „eigenen vier Wände“ ging eine lange Suche nach einem Grundstück für Neubau oder gerne auch einem umzubauenden Haus voraus. Ein glücklicher Umstand verhalf zu einem großzügigen Grundstück am Stadtrand mit einem Wohnhaus aus den 50er Jahren und gleichermaßen zu ebenso Bauwilligen, die sich für eine neue Dreiteilung interessierten mit jeweiligem Hausneubau bzw. Hausumbau. Brisant wurde alsbald die Erkenntnis, dass - obwohl das Bestandshaus den Abschluss zum anschließenden Acker bildete - die dazwischenliegenden „Neugrundstücke“ fast als unbebaubar eingestuft wurden, weil sie scheinbar im sogenannten Außenbereich lagen. So dass für den Bau von wohlgemerkt zwei (!) neuen Einfamilienhäusern ein Bebauungsplan erstellt werden musste ... Diese (Vor)Geschichte verbirgt sich neben der eigentlichen Konzeption für das Holzhaisel in Weimar, das sich wie folgt beschrieben lässt:
Am tatsächlichen Stadtrand Weimars fand sich ein Grundstück zum privaten Hausbau, das gerade noch genug Nähe zur Stadt, aber auch naturverbundenen Charakter am Waldsaum besitzt, um diese Vorlieben der Bauherrschaft vorauszuschicken. Die erzgebirgische Heimat im Herzen, Jahre an der schottischen Küste in Erfahrung und regelmäßige Aufenthalte in Malawi setzten weitere Maßstäbe an die Wohnerwartung und Lebensweise der drei Bewohner. Gewünscht war ein in der Größe e zientes Haus in „sauberer“ Bauweise mit schönem Raum zur individuellen Entfaltung und familiären Geborgenheit ... Entstanden ist ein Holzhaus - geerdet und behütend, leicht und licht, o en und bergend zugleich. Es vereint die Vorzüge des Wohnens auf einer Ebene mit dem Schutzraum des Daches und die scharfe Kubatur mit Dachüberstand und Verandamotiv, die dem Haus eine bezeichnende Kontur verleihen, v.a. jedoch eine besondere Wohnqualität im Übergang von innen nach außen. Mit dem überdachten Außenraum werden neben geschützten Terrassen ebenso das Vordach zum Entree, Unterstelloptionen für Zwei- und Vierräder gescha en, wie e ektiver Sonnenschutz bewirkt. Das flache Dach ist neben einem kleinen Yogadeck Träger eines Gründachs, während in die Ziegel des Steildachs Photovoltaikplatten integriert sind. Konsequent wird mit möglichst geringer Technik (hier Luftwärmepumpe) die Verbundenheit zum ökologischen Schluß verfolgt.
Wenngleich das Grundstück den Bau eines ausschweifenderen Hauses ermöglicht hätte, lag der Schwerpunkt zu Hauskonzeption in der Transformation geliebter Wohnerfahrungen und typischer Erscheinung. „Holzhaisel“ steht dabei sinnbildlich
für die konstruktive Tradition des Erzgebirges sowie für deren Sehnsucht nach Gemütlichkeit. Dichtere räumliche Fassungen, die Materialität, auch die archetypische Dachform verhelfen dazu. Großzügige Dachüberstände erlauben Assoziationen zu Schutzhütten in abgelegener Natur und sind gleichermaßen vertraut durch vielfältige Verandanutzung zwischen innen und außen. Das Feuer im Wohnbereich - Holzkochofen und Kamin mit Ofenbank, auch vertikal im Umluftsystem zum Dachraum - ist elementar wie ehedem in der Geschichte des Wohnens und eben auch unbedingt mit schottischen Häusern verbunden. Hier wird es zentraler Bezugspunkt vom Entree bis zum gemeinschaftlichen Aufenthalt.
Das Haus steht in und für die Besinnung seiner Bewohner und Errichter auf das Maß der Dinge, tritt traditionell, zeitgemäß wie zeitlos und haptisch erfahrbar in Erscheinung und neigt sich seinem Besucher entgegen.

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