Bild © Juretzka Architekten
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Neubau der Kirche St. Antonius v. Padua

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  • Religion
  • Religiöse Bauten
Standort
Fichtelberg
Jahr
2015

Der neu geplante Kirchencampus übernimmt die städtebaulichen Strukturen der vorhandenen Streusiedlung hinsichtlich Maßstäblichkeit, Form und Ausrichtung entlang der Höhenlinien.
Der Platzcharakter wird gestärkt durch die Schaffung eines Plateaus mit präzise gesetzter Umfangsmauer und des in die Ecke gerückten Kirchenturms, der aus der Mauer emporwachsend, zeichenhaft auch aus der Ferne erkennbar ist.
Die städtebauliche Konfiguration reagiert auf den vorhandenen Park mit seinen dominanten umschließenden Baumbestand. Für die Nutzungen entstehen drei Bänder, bestehend aus Kirche, Kirchplatz und Park.
Dabei wird der Übergang zum Park mittels einer multifunktional nutzbaren Stufenanlage geschaffen. In das Stufenband wird im Norden das Kriegerdenkmal neu positioniert und eingebunden. Es entsteht ein klar gegliederter Kirchplatz mit Vorfeld und Umgang um die Kirche, von dem sich Blickbezüge und Ausblicke zum Ortskern und in die Landschaft des Fichtelgebirges ergeben.

Konzeption / Strategie – 

Als Baufeld wird das vorhandene Plateau der Vorgängerkirche übernommen und mittels Umfassungsmauer klar abgegrenzt. Das Kirchengebäude wird als Solitär prominent auf dem Campus positioniert und korrespondiert, mit dem Kirchturm, dem Kriegerdenkmal sowie der dreiseitigen Umfassungsmauer.
Der Baukörper der Kirche mit Pultdachform ist klar und angemessen dimensioniert und bildet einen ruhenden Pol im Areal. Die Ausführung als Massivbau mit Blechdach leitet sich aus der vorherrschenden Bautradition des Landstrichs ab.
Das Ordnungsprinzip des Kircheninnenraums ist einfach und prägnant zugleich. In eine Raumhülle werden Volumen gesetzt, die die dienenden Nutzungen aufnehmen. Das Abrücken der Bauvolumen von der Außenwand ermöglicht die Ausbildung eines Umgangs, der für den inneren genutzt wird. Korrespondierend zum inneren Umgang wird ein Außenkreuzweg mit Wandsignum und Bodenrelief vorgeschlagen, der um die gesamte Kirche führt.
Der Kirchenraum ist klar und schlicht strukturiert. Geprägt wird der Raum vom Lichteinfall des dominanten Oberlichtes im Altarbereich und weiteren Tageslichtaspekten bei Marienverehrung und Paradies. Die achssymmetrische Grundgliederung ermöglicht die selbstverständlich wirkende Anordnung von Gestühl und Orgelkorpus mit den flankierenden Zugängen. Das vorgeschaltete Paradies mit der Figur des Hl. Antonius zur Begrüßung der Gläubigen ermöglicht ein angenehmes Ankommen und vermittelt zum Kirchplatz und der Parkanlage.

Nutzung / Funktion

 – Der Altarraum ist großzügig dimensioniert, mit einer in sich logischen Verteilung der Ausstattung. Die Erschließung und Anbindung der Sakristei erfolgt verdeckt über den Umgang.
Der Ort der Marienverehrung ist leicht aufzufinden, wobei die geplante Nische hinterlegt wird und Tageslicht von oben reflektiert. Der Beichtraum ist sowohl vom Kirchenraum für die Beichtenden als auch vom Kreuzwegumgang, für den Priester zugänglich.
Die Aufstellung der Chormitglieder erfolgt direkt vor der Orgel. Hierzu können aus den Seitennischen Auszugspodeste herausgezogen und aufgeklappt werden. Bei festlichen Anlässen oder Konzerten findet der Chor auf dem Altarpodest vor den Sedilien ausreichend Platz.
Das Paradies ist als Kirchenvorraum konzipiert, kann aber z.B. bei Pfarrfesten für weitere Nutzungen herangezogen werden. Über das Paradies entstehen klare Bezüge und Verbindungen zum neuen Kirchplatz mit Podeststufen und der Parkanlage.
Die dargestellten Nutzungsszenarien für den Kirchplatz zeigen die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für diesen Platz. Bei jeglicher Nutzung ist immer der Bezug zum mächtigen Baumbestand der Parkanlage gegeben. Die Befestigung der Bodenflächen sowie der Gartenstufenanlage erfolgt überwiegend mit dem gewonnenen Steinmaterial aus dem Kirchenabbruch bzw. wird nach Bedarf und bautechnischen Anforderungen mit neuen Material ergänzt.


Liturgische Gegenstände – 

Aus dem Granitboden wachsen Ambo und Altar aus dem gleichen Stein und stehen mit dem Priestersitz diagonal im Altarraum in einer Achse. Der Osterleuchter und die in die Wand eingelassene Christusfigur verstärken diese.
Aus der vorhandenen Altarplatte entsteht die Mensa des neuen Altars. Die durch den Zuschnitt entstehenden Randstücke werden im neuen Stipes verbaut.
Wie das Auflagekreuz befinden sich auch die Altarleuchter auf der Mensa und bestehen aus silberfarbenem und strukturiertem Druckgußmetall.
Priestersitz und Sedilien werden passend zum Gestühl in Holz ausgeführt.
Der Tabernakel und die Ablage aus Granit sind wie die vorgehängte Christusfigur in die Ostwand eingelassen. Vom Tabernakel diagonal abgerückt ist das Ewige Licht mit rotem Glaszylinder positioniert.
Seitlich vor der Altarstufe, dem Ambo zugeordnet, steht der Osterleuchter aus silberfarbigem Druckgußmetall.
Im seitlichen Zugang zum Altarraum von der Sakristei aus ist die Kredenz in die Wand eingelassen.
Für die Marienverehrung entsteht ein würdiger Ort in der Nordwand des Kirchenschiffes mit der Möglichkeit für Kerzenopfer.
Durch die außenseitig ablesbare Verortung des Kreuzweges in der Kirchenwand entsteht die Möglichkeit Kreuzwegandachten im Freien abzuhalten. Bodengleich eingelassene Kreuzwegnummern verorten die Stationen im Außenbereich.
Die Apostelkreuze sind so ausgebildet, dass sie zugleich die Funktion der Apostelleuchter übernehmen.
Die Ausführung erfolgt in altsilberfarbenem und strukturierten Druckgußmetall. Aus dem gleichen Material bestehen die, an der Außenfassade der Kirche auf Abstand montierten, großformatigen Kreuze.

Wettbewerb
2015, 1. Preis

Bauherr
Katholische Kirchenstiftung Mariä Geburt, Fichtelberg

Künstler
Herbert Lankl, Bärnau

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