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Foto © HDR // Fotograf: Jochen Stüber
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Johannes Wesling Klinikum

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Adresse
Hans-Nolte-Straße 1, 32429 Minden
Jahr
2008
Bauherrschaft
Zweckverband der Kliniken im Mühlenkreis

Das Klinikum Johannes Wesling in Minden ist einer der größten und modernsten Klinikbauten in Deutschland. In nur drei Jahren Bauzeit entstand durch die Zusammenlegung zweier Krankenhäuser am Stadtrand von Minden im Weserbergland ein Klinikkomplex, der durch Großzügigkeit und Transparenz gekennzeichnet ist und neben technisch fortschrittlichster Ausstattung die Atmosphäre einer Kunsthalle bietet. Die Grundintension des Entwurfes war die Schaffung einer „Klinik im Grünen“. Durch die Anordnung der einzelnen Baukuben entlang zweier gläserner, verbindender Magistralen wird eine hervorragende Verzahnung mit der umgebenden Landschaft erreicht. Zusätzlich bilden die von Landschaftsarchitekten geformten Grünbereiche zwischen den Gebäudemodulen zusammen mit den angrenzenden Wasserflächen eine harmonische Parkanlage für Patienten und Besucher. Sie fördern Regeneration und Erholung. Dadurch hat das Johannes Wesling Klinikum einen offenen, einladenden Charakter, der gern zum Verweilen einlädt und das Vertrauen in die Einrichtung steigert. In dieser Umgebung fühlt sich der Patient wohl – genau diese Empfindung trägt wesentlich zur ganzheitlichen Genesung bei.

Durch die Standortwahl am Stadtrand von Minden musste nicht auf städtebauliche Rahmenbedingungen Rücksicht genommen werden. Damit war die Durchführung einer idealtypischen Planung möglich. Auf der Grundlage eines entwickelten Betriebsorganisationskonzeptes für effiziente und DRG-gerechte Abläufe konnte die ausgereifte Planung realisiert werden. Im Mittelpunkt stand die Prozessoptimierung der betrieblichen Krankenhausabläufe. Als Herzstück des Johannes Wesling Klinikums in Minden gilt der 300 Meter lange Riegel, der sich mit Empfang, Diagnose und Behandlung am gesamten Gebäude entlangbewegt. Das nördliche Ende der Magistrale stellt den Haupteingang zur Hauptversorgung mit Zentrallager, Küche, Zentralsterilisation, Werkstätten und Apotheke dar. Am südlichen Ende befinden sich die Bettenhäuser. Patienten- und Besucherströme werden im Haupteingangsbereich getrennt. Die Patienten nutzen die nördliche Magistrale, um alle Untersuchungs- und Behandlungsabteilungen zu erreichen, während Besucher über die südliche Magistrale direkt zu allen Stationen gelangen.

Besonders wohltuend beim Mindener Klinikum wirkt die Höhenbegrenzung der Gebäude auf maximal drei Geschosse. Die Baukörper und die dazwischenliegenden Räume entsprechen dem menschlichen Maßstab. Diese Architektur schafft eine leichte Orientierung. Basierend auf optimalen Arbeitsabläufen liefert sie eine ideale Aufteilung der einzelnen Stationen und Dienstleistungen. Ein Geheimnis des modernen Klinikbaus liegt darin, nicht alles in einem blockartigen Gebäude zu lösen, sondern medizinische Aufgaben zu gliedern und einander zuzuordnen. So sind die komplexen Dimensionen des Johannes Wesling Klinikums lediglich aus der Vogelperspektive wahrnehmbar.

Die nachhaltige Energieversorgung durch Biomasseheizung und Photovoltaikanlagen sowie die Dachbegrünung zur Regenwasserrückgewinnung sind Beispiele dafür, wie auch ein sehr großes Klinikum ganzheitlich für die Gesundheit und Genesung der Patienten, für die Mitarbeiter, die Besucher und die Umwelt sorgen kann. Die Energiegewinnung erfolgt über einen Energiemix. Eine garantierte Grundversorgung liefert das Holzhackschnitzelwerk. Damit sind ca. 40 bis 45 Prozent des Jahresbedarfs an Wärme für das gesamte Klinikum abgedeckt. Regionale Energiequellen ergänzen den Energiemix. Über einen Erdwärmetauscher wird die Außenluft ohne zusätzlichen Energieaufwand im Sommer vorgekühlt bzw. im Winter vorgewärmt. So werden alle Bereiche und Räume im Klinikum belüftet und im Sommer leicht klimatisiert. Das senkt den Heizbedarf und der CO₂-Ausstoß sinkt.

Die Besucher des Mindener Klinikums werden mit der Atmosphäre einer Kunsthalle empfangen. Die gläsernen Magistralen sind mit dekorativen Wandmosaiken versehen. Überall wurden hochwertige Farben und Materialien verwendet und in den Restaurants und Cafés leuchten überdimensionale Kunstwerke. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die kleine, ganz aus Holz gefertigte Kapelle in einem der Atrien. Sie schafft ein unvergessliches Raumerlebnis. Der von der Künstlerin Susanne Tunn gefertigte Andachtsraum wurde in Zusammenarbeit mit HDR TMK Architekten und Ingenieure
erbaut.

Bauherr
Zweckverband der Kliniken im Mühlenkreis, Minden

Kenndaten
NF: 45.000 m²
BGF: 98.000 m²
BRI: 400.000 m³
Planung und Bauzeit: 2004 – 2008
Kosten: 230 Mio. Euro

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