Brückner & Brückner Architekten
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Constantin Meyer, Köln
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Peter Manev, Selb
Constantin Meyer, Köln
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Ein Ort der Begenung | Modernisierung und Neustrukturierung des Haus Johannisthal, Windischeschenbach

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Adresse
Johannisthal 1, Windischeschenbach
Jahr
2014

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – dieses Wissen prägte nicht nur die Philosophie Martin Bubers. „Begegnungen ermöglichen“ ist auch das Leitmotiv des Hauses Johannisthal, einem sehr lebendigen Ort des Glaubens. Dieses Bildungshaus der Diözese Regensburg liegt an einem einzigartigen, stillen und unberührten Ort der Schöpfung mitten im Naturschutzgebiet Waldnaabtal. Man kommt in diesem Tal an und fühlt sich sofort wie in einer besonderen Welt. Nicht schnell, nicht hektisch, nicht digital. Wasser, Wald, Wiese, die Weite des Himmels und die Reduktion auf das Wesentliche. Ein echter Ort des Rückzugs und der Besinnung. Unsere Spurensuche zu Beginn der Planungen begann 2007 mit einer Wanderung durch die Kulturlandschaft des Waldnaabtals. Dieser Fußmarsch, den wir unternahmen, um den Ort zu verstehen, war begleitet von dem Gefühl, dass hier etwas ganz Besonderes entstehen kann. Die Menschlichkeit mit der uns die Mallersdorfer Schwestern in Johannisthal empfingen, aufnahmen und willkommen hießen war unbeschreiblich. Besondere Menschen an einem besonderen Ort.
Die ersten baulichen Spuren des Gebäudeensembles stammen aus dem Jahr 1848, hundert Jahre später wurde die Glasschleife zum Bildungshaus und bis in die 1970er Jahre immer wieder baulich verändert. Das Häuserensemble entsprach nicht mehr den Anforderungen an ein zeitgemäßes und in die Zukunft gerichtetes Bildungshaus. Es galt sie also nicht nur architektonisch mit Leben zu füllen, sondern auch baulich, funktional, energetisch und (brandschutz)technisch ins 21. Jahrhundert zu transformieren und für die Zukunft zu rüsten. Innere Struktur und Logik des Ensembles mussten nach Funktionen neu geordnet werden.
Für uns war es eine große architektonische Herausforderung und zugleich eine Chance, aus dem Gestern mit dem Heute ein identitätsbildendes Morgen zu gestalten. Gemeinsam mit dem Bauherrn formulierten wir ein klares Ziel: Die Symbiose aus Landschaft, Gebautem und Menschlichkeit musste wieder gelingen. Johannisthal sollte wieder zu einer Einheit werden. Die Natur und die Tradition der Region waren unsere Lehrmeister bei dieser Bauaufgabe – die Natur als etwas Gebautes erleben unsere Maxime.
Wir stehen für einen architektonischen Regionalismus, der Tradition und Moderne mit der Natur verbindet. Es folgten intensive Jahre für alle Beteiligten. Es herrschte Aufbruchsstimmung. Wir haben gemeinsam versucht, die richtigen Antworten für diesen Ort zu finden. In Johannisthal entstand ein kleines Dorf. Die im Bestand fehlende Mitte formt ein neuer Dorfplatz, der das Herz der Häuser bildet – ein Freiraum im Dialog mit der Natur. Um den Platz reihen sich ein Haus für das gemeinsame Mahl, zwei Häuser für die Ruhe, ein Haus für Gespräche und im Zentrum ein Haus für das Gebet – eine klare funktionale Zuordnung der Nutzungen. Die Kapelle ist die Mitte, aus Granit gebaut, innen ein überraschend weicher, einfacher, hölzerner Kern. Die Häuser werden in ihrer äußeren und inneren Gestalt bestimmt durch klösterliche Enge, Klarheit und Schlichtheit. Der Raum ist einfach, innen wie außen. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Mitarbeiter und Gäste fühlen sich als Teil einer Dorfgemeinschaft. Sie werden von nichts abgelenkt. Ankommen, Verweilen, Insichkehren, Zusichselbstfinden. Raum für sinn- und identitätsstiftende Momente.
Die Materialien sind die gleichen wie immer schon. Einfach, aber wertig und nehmen Bezug auf die Traditionen der Region – Flossenbürger Granit, Tannen- und Fichtenholz, Putz, Porzellan und Glas. Holz und Granit reflektieren die umgebende Natur, die Lampen aus Porzellan sind eine Reminiszenz an die benachbarten traditionsreichen Porzellanfabriken. Die Verwendung von Glas nimmt konkret Bezug auf die frühere Glasschleife und erinnert, wie auch die Adaption der Putzstruktur der Bestandsgebäude, an die Geschichte des Ortes. Die Architektur spricht eine einfache Sprache und kann vor dem Gestern und dem Morgen bestehen. Ihre Typologie entspricht der von Bauernhäusern oder Scheunen der nördlichen Oberpfalz. Die historische, regionale Baukultur wurde in die Jetztzeit übersetzt, sensible neue Bausteine eingefügt, alte saniert. Unsere Architektur ist eine unverwechselbare Antwort für diesen speziellen Ort. Die Architektur des Hauses Johannisthal ist nicht beliebig oder austauschbar. Sie kann nur einem Ort stehen und steht für gebaute Tradition in der Region.
Wir hoffen, mit unserer Architektur mithelfen zu dürfen, dass viele Menschen – Gläubige aus der Nördlichen Oberpfalz und darüber hinaus – ins Johannisthal kommen und dort Ruhe und Erholung sowie Zeit zum Nachdenken finden, die Nähe zu Gott und der Natur spüren und Kraft tanken können. Ziel unserer Arbeit war es, die Seele dieses besonderen Ortes auch in der Architektur widerzuspiegeln. Denn Architektur, Natur und Leben lassen sich nicht trennen.

Ein besonderer Ort der Schöpfung. Mitten in der Natur. Eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Waldnaabauen durch den Wald von Falkenberg nach Windischeschenbach. Granit, Holz, Wasser, die Weite der Landschaft und die Unendlichkeit des Himmels. Am Endes des Waldes auf einer Lichtung erblickt man eine steinerne Kapelle am Wegesrand. Davor die Waldnaab, dahinter weitere Häuser des Hauses Johannisthal.
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – dieses Zitat aus der Philosophie Martin Bubers ist das Leitmotiv des Hauses Johannisthal, einem sehr lebendigen Ort des Glaubens. Dieses Bildungshaus der Diözese Regensburg liegt an einem einzigartigen, stillen und unberührten Ort mitten im Naturschutzgebiet Waldnaabtal. Man kommt in diesem Tal an und fühlt sich sofort wie in einer besonderen Welt. Nicht schnell, nicht hektisch, nicht digital. Die Reduktion auf das Wesentliche. Ein Ort der Zuflucht, Erholung und inneren Einkehr.
Die ersten baulichen Spuren des Gebäudeensembles stammen aus dem Jahr 1848, hundert Jahre später wurde die Glasschleife zum Bildungshaus. Für uns war es eine große architektonische Herausforderung und zugleich eine Chance, aus dem Gestern mit dem Heute ein identitätsbildendes Morgen zu gestalten. Gemeinsam mit dem Bauherrn formulierten wir ein klares Ziel: Die Symbiose aus Landschaft, Gebautem und Menschlichkeit musste wieder gelingen. Johannisthal sollte wieder zu einer Einheit werden. Die Natur und die Tradition der Region waren unsere Lehrmeister bei dieser besonderen Aufgabe.
Das Herz des neuen Johannisthals ist die Kapelle – gebaut aus Granit mit einem überraschend weichen, warmen hölzernen Kern. Ihre Form, eine Reminiszenz an das einfache, traditionelle Haus. Innen und außen. Ein Spiel aus Licht und Schatten. Ein Gefühl wie in einem Wald bei Sonnenschein. Das Fenster – eine Leiter zum Himmel – reflektiert das Wasser der Waldnaab. Die in den Innenraum integrierte Orgel bringt den ganzen Raum zum Klingen – die ganze Kirche als Intrument. Die liturgischen Gegenstände aus der alten Kapelle finden sich in neuem Kleid aus verwittertem Stahl wieder in der neuen Kapelle. Die Materialien sind die gleichen wie immer schon. Granit aus Flossenbürg, Glas und Holz von Nadelbäumen.

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