Light + Building 2018 in Frankfurt am Main

Smart arbeiten, smart wohnen, smart leben – smart sein

Thomas Geuder
22. Februar 2018
Es ist einiges in Bewegung in den Bereichen Licht- und Gebäudetechnologie. Die Messe Light + Building wird Mitte März wieder viele Innovationen zeigen. (Bild: Pietro Sutera / Messe Frankfurt)

Endlich ist es wieder soweit: Die Messe Light + Building öffnet vom 18. bis 23. März 2018 ihre Tore. Diesmal im Gepäck: das Messemotto „Vernetzt – Sicher – Komfortabel“. Damit spielt die Weltleitmesse für Licht- und Gebäudetechnologie nicht zuletzt auf die nun auch im Bauwesen allgegenwärtige Digitalisierung an, inklusive aller Fragen, die sich diesem Megathema anschließen. Natürlich darf auch die Luminale – Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung nicht fehlen, seit diesem Jahr in gänzlich neuem Gewand.

Messe: Light + Building (Frankfurt am Main, DE) | Datum: 18. bis 23. März 2018 | parallel dazu: Luminale – Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung (Frankfurt am Main und Offenbach, DE)

Interview mit Prof. Andreas Schulz, Licht Kunst Licht AG, Bonn/Berlin und direkt zur Anmeldung bei den World-Architects Guided Tours: www.world-architects.com/en/pages/lightandbuilding-2018-frankfurt-am-main-march-18-to-23

Die Welt des Lichts und der Gebäudetechnik findet sich in diesem Jahr wieder in Frankfurt am Main zusammen. Vom 18. bis 23. März gilt es, neueste Entwicklungen auf zwei jener Felder zu präsentieren und zu entdecken, auf denen sich im Bauwesen seit einigen Jahren Enormes tut. Die „Light + Building“ bündelt sie beide und sucht den kongenialen Schulterschluss – den zu finden es mit jeder Ausgabe der Weltleitmesse immer leichter fällt. Das omnipräsente Stichwort der Stunde lautet: Digitalisierung, genau genommen eine noch recht junge Geschichte, die aber tiefgreifende Veränderungen mit sich gebracht hat und noch bringen wird. Zur Erinnerung: E-Mails begannen vor rund 20 Jahren, die Kommunikation zu verändern, und mit dem ersten iPhone vor gut 10 Jahren (im Januar 2007) wurde das World Wide Web mobil. Seither dringt die digitale Welt immer weiter ins Leben vor und verändert es grundlegend – eine Entwicklung, die auch im Bauwesen derzeit volle Fahrt aufnimmt.

Smart Home, Smart Building, Smart City: Gebäude müssen zukünftig nicht nur nachhaltig, sondern smart sein. Seit Jahren arbeiten und entwickeln Hersteller wie Planer an immer ausgefeilteren Technologien. Vor allem die Verknüpfung aller Komponenten im Smart Grid ist nach wie vor zwar eine Herausforderung. Doch auch die Hersteller, die sich bisher in ihrem eigenen Süppchen bestens wohlgefühlt haben, verstehen langsam, dass es ohne eine gemeinsame Sprache nicht weiter geht. Stichwort: Schnittstellen. Zukünftig werden alle – und damit sind wirklich alle gemeint – Komponenten in einem Haus in einem übergreifenden Gebäudesystem miteinander verbunden sein (müssen). Ob Heizung, Lüftung, Licht, Solaranlage oder Eisspeicher: Die Energieströme werden künftig gesteuert, um all den effizienten und guten Geräten auch wirklich einen tieferen Sinn zu geben in dieser smarten Welt.

Die digitale Welt wird immer mehr zum selbstverständlichen Teil des Lebens und Arbeitens. Im Bild: Top-Thema „Smartifizierung des Alltags“. (Bild: Messe Frankfurt)

Das intelligente Haus
Die „Smartifizierung des Alltags“ ist denn auch eines der Top-Themen der diesjährigen Light + Building, wobei mit „Alltag“ durchaus alles gemeint sein kann, was auf digitaler Basis funktioniert: jeder Lebensbereich, jedes Gerät und jede Handlung. So kann sich der Messebesucher sicher sein, diesem Thema in dem Messehallen häufiger über den Weg zu laufen. Dabei sollte er jedoch immer auch kritisch hinterfragen, was er da gezeigt bekommt. Denn vor allem im Bauwesen folgen aus der Digitalisierung direkte Fragen, die (nach wie vor) dringend beantwortet werden müssen. Am häufigsten hört man die Frage nach der Sicherheit. Das hat auch die Messegesellschaft erkannt und somit der diesjährigen Light + Building das Motto „Vernetzt – Sicher – Komfortabel“ gegeben, in dem sich ziemlich genau das ausdrückt, was die Menschen und damit auch die Branche derzeit bewegt. Die Integration verschiedener Sicherheitssysteme wie Videoüberwachung oder Zugangskontrolle, deren Vernetzung und die Einbindung in die technische Gebäudeautomation sind wesentliche Aspekte, die sowohl die Branche als auch die Nutzer auf dem Weg zum Ziel des größeren Komforts interessieren.

All dem – der Haus- und Gebäudeautomation wie auch der stromgeführten Sicherheitstechnik – ist in diesem Jahr erstmals eine eigene Anlaufstelle gewidmet: In Halle 9.1 sollen die Besucher einen Rund-um-Überblick des gesamten Spektrums der Haus- und Gebäudeautomation sowie elektrischer Sicherheitstechnik erhalten. Angereichert wird die neue Hallenebene mit der Sonderschau „SECURE! Connected Security in Buildings“ und dem an fünf Tagen vom 19. bis 23. März 2018 parallel stattfindenden Intersec Forum, die jährliche Konferenz für vernetzte Sicherheitstechnik. Das Angebot rund um energieeffiziente Gebäudesystemlösungen, Elektroinstallation und Gebäudeinfrastruktur finden Fachbesucher in Halle 8.0. In der Halle 11.0 dreht sich alles um elektrische Installations- und Netzwerktechnik. Wer sich vornehmlich für die Gestaltung interessiert, ist in Halle 11.1 bestens aufgehoben, wo designorientierte Elektroinstallationen und Gebäudesystemtechnik präsentiert werden.

Individueller Komfort, gutes Design und hochwertiges Licht finden sich unter dem Top-Thema „Ästhetik und Wohlbefinden im Einklang“. (Bild: Messe Franfurt)

Eine Frage der Qualität
Als zweites Top-Thema hat die Messe „Ästhetik und Wohlbefinden im Einklang“ ausgemacht, hinter dem sich im Prinzip der Produktbereich „Licht“ befindet, mit den neusten Design-Trends im Leuchtenmarkt und der hohen Designkompetenz der Aussteller. Die Digitalisierung des Lichts hat auch den Weg zu einer neuen Form der Lichtgestaltung frei gemacht, die den Menschen und dessen persönliche Bedürfnisse in den Mittelpunkt rückt. Dies drückt sich nicht zuletzt in der zunehmenden Bedeutung des Themas Human Centric Lighting (HCL) aus, bei dem es unter anderem um die Wirkung des Lichts auf den Menschen sowie die Auswirkungen von Licht auf dessen Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden geht. Das ist hochaktuell: Ende 2017 ging der Nobelpreis für Medizin an die drei US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young. Durch die Isolation und Erforschung des Gens „period“ von Fruchtfliegen gelang ihnen der Beweis für die „innere Uhr“, die den Tag-Nacht-Rhythmus von Menschen, Tieren und Pflanzen steuert. Beim Menschen wird der biologische Rhythmus maßgeblich von dem Verlauf des Sonnenlichtes geprägt: Die relativ blaue Sonne des Morgens sorgt für eine Blockade des Hormons Melatonin und eine Anregung der Aktivität des Stresshormons Cortisol. Dies führt zu erhöhter Wachsamkeit, Konzentrationsfähigkeit und einem Gefühl von allgemeiner Fitness. Ein Effekt, der sich im warmen Abendlicht wieder umkehrt.

Sowieso: Was das Thema „Licht“ angeht, leben wir derzeit in einer außergewöhnlichen Phase. Denn mit der LED lässt sich im Prinzip jedes Wunschlicht erzeugen. So wird es zur diesjährigen Light + Building also eine der zentralen Frage sein, welche Lichtqualität ein Hersteller mit seinen Leuchten zur Verfügung stellen kann. Denn, das durften wir spätestens mit der LED lernen: Licht ist nicht gleich Licht. Neben der bloßen Helligkeit und der Verteilung ist die Farbwiedergabe der wichtigste Faktor. Hierbei sind die Unterschiede auf dem LED-Markt noch ziemlich groß. Umso spannender wird es sein, wer bei diesem Thema die Nase vorn haben wird. Wir empfehlen, einen Apfel oder anderes Obst immer dabei zu haben und dessen Erscheinung im Licht der LED zu testen.

Die Festhalle wird wieder von drei der großen Player der Branche (Osram, Zumtobel und Levance) bespielt, im Forum davor präsentiert sich wieder Philips. (Bild: Pietro Sutera / Messe Frankfurt)

Das Rahmenprogramm – für jeden was dabei
Ein Novum zur Light + Building 2018 ist die überarbeitete Struktur des Rahmenprogramms. Mit der Unterteilung in die Kategorien Emotion, Skills, Career und Selection soll die Orientierung nach Interessensgebieten und die Teilnahme am Rahmenprogramm nach den jeweiligen Besuchszielen erleichtert werden. Die Kategorie Emotion @ Light + Building subsumiert Sonderschauen und Ausstellungen, die den fachlichen Input aktiv erlebbar machen. Skills @ Light + Building fasst sämtliche Weiterbildungs- und Entwicklungsangebote der Light + Building zusammen. Bei Career @ Light + Building steht die Nachwuchsförderung im Mittelpunkt. Selection @ Light + Building bündelt Projekte, die es Besuchern erleichtern, sich einen konzentrierten Überblick zu verschaffen. Geführte Rundgänge, Wettbewerbe und Preisverleihungen bieten nach Themen oder objektiven Kriterien vorsortierte Einblicke in das umfangreiche Gesamtangebot der Aussteller.
 

Die World-Architects Guided Tours führen auch in diesem Jahr wieder zu ausgesuchten Herstellern und Produkten. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)

Kompetent durch die Messe: World-Architects Guided Tours
Natürlich wird es auch in diesem Jahr wieder die Guided Tours von World-Architects geben, damit Fachbesucher sicher durch den Messedschungel kommen. 12 Guides werden auf 10 Tours einen kompetenten Überblick über die wirklich wichtigen Fragen der Branche geben. Rund zwei Stunden lang führen Architekten, Innenarchitekten, Lichtdesigner und Fachjournalisten durch die Messehallen, stets mit dem besonderen Blick auf Produkte, Hersteller und gerne auch die Standarchitekturen. Die Vertreter an den Messeständen werden kritisch hinterfragt, anschließende Diskussionen in der Gruppe sind nicht nur möglich, sondern erwünscht. Mehr braucht man nicht: Sonntag bis Donnerstag finden je zwei Rundgänge statt, geführt von unseren Experten aus Lichtplanung und Architektur.

Sonntag, 18. März 2018: Tours + Talks
#01 Ulrike Brandi (Ulrike Brandi Licht, Hamburg) „Two Concert Halls and a Castle“
#02 Thomas Mika (Reflexion AG, Zürich) „Changes, Trends, Strategies“

Montag, 19. März 2018:
#03 Carla Wilkins (Lichtvision Design, Berlin) „Design Intelligence“
#04 Wilfried Kramb (a·g Licht, Bonn) „Frankfurter Selection“

Dienstag, 20. März 2018:
#05 Rafael Gallego (Aureolighting, Madrid) „LEDs: Quality of light first!“
#06 Prof. Michael F. Rohde (L-Plan Lighting Design, Berlin) „LEDs – Inspired by Sunlight“

Mittwoch, 21. März 2018:
#07 Michael and Iris Podgorschek (podpod design, Wien) „In the Paradise of Light“
#08 Daniel Tschudy (Bartenbach, Zurich) „Spatial effect and space dramaturgy due to hidden lighting fixtures“

Donnerstag, 22. März 2018:
#09 Birgit Walter (BMLD, Barcelona) „Light & Darkness“
#10 Thomas Geuder & Martina Metzner (Fachjournalisten) „Highlights“

Treffpunkt jeder Free Guided Tour ist in der Outlook-Lounge: Treppenhaus vor Halle 4, ganz oben
Anmeldung unter: https://www.world-architects.com/en/pages/lightandbuilding-2018-frankfurt-am-main-march-18-to-23
Mehrfachanmeldungen sind selbstverständlich möglich!

Am Light+Building-Abend auf Tour durch die Luminale: Das geht am besten mit den Free Guided Tours von World-Architects. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)

Licht, Kunst und Kultur am Abend: Free Luminale Guided Tours
Ein Messetag ohne die Luminale am Abend wäre nur halb so viel wert! In diesem Jahr allerdings präsentiert sich die neunte Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung runderneuert und mit neuem Organisationsteam. In Frankfurt und Offenbach werden rund 140 Projekte gezeigt, eingeteilt in die fünf Festivalkategorien Art, Community, Study, Solutions und Better City. An dieser Einteilung wird bereits klar: Die Luminale zeigt zukünftig nicht nur Lichtkunst, sondern will die Anwesenheit der Experten aus dem In- und Ausland zum Anlass für einen interdisziplinären Diskurs über Stadt und Zukunft nehmen, der gesellschaftliche, soziale, ökologische, technologische und künstlerische Aspekte einbezieht. Es sollen wichtige Impulse für eine moderne und nachhaltige Stadtgestaltung gesetzt werden. Schirmherr der Luminale ist Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der überzeugt ist: „Das optimierte Konzept hat dem Festival eine neue Qualität beschert. Die Luminale 2018 verknüpft nachhaltig künstlerische Inszenierungen, technologische Entwicklung und sinnvolle gesellschaftliche Ziele miteinander und schärft das Profil unserer Stadt als Vorreiter moderner Stadtentwicklung.“

Das werden wir uns näher anschauen, mit den gewohnt kritisch selektierten Luminale Guided Tours, die diesmal direkt an der Messe starten, vor dem Maritim Hotel Frankfurt.

Die Guided Tours @ Luminale finden vom 18. bis 22. März statt und starten immer um 20:00 Uhr am Meeting-Point Maritim Hotel Frankfurt, Theodor-Heuss-Allee 3 (Bushaltestelle)
Anmeldung unter: www.world-architects.com/en/pages/lightandbuilding-2018-frankfurt-am-main-march-18-to-23

Die gute, alte Glühbirne mit echtem Wolfram-Draht wird auf der Light + Building nur noch selten zu sehen sein. (Bild: Petra Welzel / Messe Frankfurt)
Tragbares Licht war 2016 noch eine Neuheit, 2018 wird es einige Hersteller geben, die ihre Leuchten mit einem Akku ausstatten. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)
Das „Smart Home“ und mit ihm die Digitalisierung ist natürlich längst in der Branche angekommen und ist eines der wichtigsten Themen in diesem Jahr. (Bild: Jens Liebchen / Messe Frankfurt)
Ob die Entwicklung der OLED einen wichtigen Schritt im Bereich der Kunstlichtplanung machen wird, ist fraglich, da sich gleiche Effekte, nur günstiger, mit der LED erzeugen lassen. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)
Ansätze für die Unterstützung der Gebäudeplanung durch Virtual Reality gibt es bereits. Bleibt abzuwarten, welche Hersteller sich mit diesem Thema beschäftigen. (Bild: Jean-Luc Valentin / Messe Frankfurt)
Der Weg in Halle 11 lohnt sich, da sich hier designorientierte Elektroinstallationen und Gebäudesystemtechnik präsentieren werden. (Bild: Jens Liebchen / Messe Frankfurt)
Mit dem Römer, der Alten Oper, der Europäischen Zentralbank, der St. Katharinenkirche und dem Eisernen Steg werden gleich fünf der wichtigsten Frankfurter Sehenswürdigkeiten zum Ort künstlerischer Auseinandersetzung mit Licht und Stadt. Im Bild: D´die Wiener Künstlerin Victoria Coeln in der St. Katharinenkirche. (Bild: Victoria Coeln, Katharinen Passion, Luminale 2018)
Auch Hochschulen leisten einen Beitrag zur Luminale. Im Bild: die TU München mit Urban Climate Canopy, das an der Hauptwache zu sehen sein wird. (Bild: TU München, Urban Climate Canopy, Luminale 2018)
Philipp Geist inszeniert den Römer als begehbare Lichtinstallation und gibt somit dem städtischen Raum eine neue Dimension. (Bild: Frankfurt Fades, Philipp Geist, Luminale 2018)

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