Rathaus Schorndorf

Neue Blickbeziehungen

Schorndorf, 2012
17. April 2013
Rathaus Schorndorf
2012

Marktplatz
Schorndorf
 
Bauherr
Stadt Schorndorf
 
Architekten
Ippolito Fleitz Group – Identity Architects
Stuttgart
 
Projektleiter
Christian Kirschenmann
Roger Gasperlin
 
Lichtplanung
Lichtwerke GmbH
 
Haustechnik+Elektro
Ingenieurbüro Bachmann + Gedinia
 
Bauphysik
GERLINGER + MERKLE
 
Tragwerksplanung
Dipl.Ing. A. Bauer
 
Brandschutzgutachten
ZeBraS (Büro Süd)
 
GU Innenausbau
Ganter Interior GmbH
 
Zimmermann
E. Scharpf GmbH
 
Fassade
Mayer Metallbau
 
Steinmetz
Steinwelten Marco Müller
 
Natursteinarbeiten
Schön + Hippelein GmbH & Co. KG
 
Elektro / Baustrom
Elektro Schlagenhauf
 
Aufzug
OTIS GmbH & CO. OHG
 
Abbruch und Rohbau
RAHM Bauunternehmung
 
Lüftungstechnik-RLT
Grün und Popp
 
Medienplanung
Heldele GmbH

Fotografie
Zooey Braun
Die Stadt Schorndorf, mit ihren knapp 40.000 Einwohnern, ist die drittgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises und liegt etwa 26 Kilometer östlich von Stuttgart.
Das Rathaus der Stadt Schorndorf, das zwischen 1726 und 1730 erbaut wurde, steht bis heute als Solitär auf dem großzügigen Marktplatz und ist das Wahrzeichen der Stadt. Nach einem Umbau in zwei Bauabschnitten vermittelt nun auch das Gebäude wieder die Relevanz, die das Rathaus für die Stadt und seine Bürger hat. Nachdem die Obergeschosse saniert worden waren, folgten im zweiten Teil der Umbau und die Brandschutzsanierung des Erdgeschosses mit Stadtinformation und Sitzungssaal sowie des Zwischengeschosses mit dem variabel nutzbaren Trau- und Konferenzsaal. Außerdem wurde ein Aufzug eingebaut, damit alle Bürger auch alle Etagen erreichen können.
Die großen bogenförmigen Stahlfenster mit ihren hochformatigen Verglasungen erinnern heute wieder an die Offenheit des Erdgeschosses, als dieses noch Markthalle war.
Bis in die 60er Jahre des 18. Jahrhunderts diente das Erdgeschoss als offene Markthalle. Danach wurde das Gebäude umgebaut, im Krieg stark beschädigt und in den 1970er Jahren wenig sensibel saniert. Heute kann man das Erdgeschoss wieder als zusammenhängenden Raum wahrnehmen, denn die Architekten trennten das Foyer und den Sitzungssaal durch eine raumhohe Glaswand voneinander und ließen den Konferenz- und Trausaal im Zwischengeschoss als Glasbox ausführen. Dadurch sind überall Ein-, Aus- und Durchblicke möglich – vor allem zu all den Zeiten, zu denen keine Sitzung, Konferenz oder Trauung stattfindet.
Die umgebauten Räume werden zu großen Teilen mit LEDs beleuchtet – eine teure, aber zukunftsorientierte Entscheidung der Verantwortlichen.
Dank schwerer, undurchsichtiger Vorhänge im Plenarsaal und semitransparenter, leichter im Trausaal lässt sich allerdings auch ungestört arbeiten, debattieren und feiern. Während letztere mit ihrem Weiß sehr gut zum grau-weißen Farbkonzept des Umbaus passen, fügt sich das Braun der Vorhänge im Sitzungssaal nicht harmonisch in dessen Farbstimmung ein. Ein hellgrauer Ton, der sich an die Wandfarbe oder die der neuen Stühle anlehnt, hätte eleganter gewirkt. Mit all ihren anderen Entscheidungen haben die Architekten aus dem verhältnismäßig kleinen Saal aber das Maximum herausgearbeitet. Die Mitglieder des Gemeinderats sitzen sich dank der U-förmigen Anordnung der Stühle nun gegenüber, die feste Möblierung erlaubt es, alle Kabel ordentlich zu verstauen. Das nach unten geneigte Deckensegel leitet den Blick nach vorne, und die seitlich angeordneten Spiegel vergrößern den Raum optisch. Die Garderobe findet man zwar nicht dort, wo man sie erwarten würde – nämlich am Eingang –, sondern hinter der leicht vorgezogenen Rückwand. Dafür wirkt alles sauber und aufgeräumt.
Die neue Treppe, die zum Trausaal und zum alten Treppenhaus führt, ist für ein Rathaus schmal. Dafür wurde der Aufenthaltsbereich im Zwischengeschoss größer.
An einer wichtigen Stelle stehen sich der Gestaltungswillen der Architekten und eine gute Nutzbarkeit des Rathauses allerdings gegenüber. Das Podest, das sie vor der neuen Treppe, die zum Trausaal führt, anbringen ließen, ist schön und soll auf die Relevanz der Treppe hinweisen Leider ist es aber nicht alltagstauglich. Denn trotz einer umlaufenden, fein integrierten Beleuchtung nehmen es viele Besucher nicht wahr und stolpern darüber. Hier hätte an der Barrierefreiheit noch etwas gefeilt werden müssen.
Einwandfrei sind dagegen die beiden optischen Akzente, welche die Architekten im Erdgeschoss gesetzt haben. Während im Sitzungssaal das bereits erwähnte Deckensegel diese Funktion übernimmt, schlingen sich im Eingangsbereich große und kleine ringförmige Leuchten um die alten Holzstützen und ineinander. Sie wirken dabei verspielt und elegant zugleich und passen bestens zu den hochwertigen Materialien, wie Naturstein und Parkett. Damit gelang es den Architekten, eine Balance zwischen Neu und Alt, streng und aufgelockert zu finden. Simone Hübener
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Zwischengeschoss
Längsschnitt
Rathaus Schorndorf
2012

Marktplatz
Schorndorf
 
Bauherr
Stadt Schorndorf
 
Architekten
Ippolito Fleitz Group – Identity Architects
Stuttgart
 
Projektleiter
Christian Kirschenmann
Roger Gasperlin
 
Lichtplanung
Lichtwerke GmbH
 
Haustechnik+Elektro
Ingenieurbüro Bachmann + Gedinia
 
Bauphysik
GERLINGER + MERKLE
 
Tragwerksplanung
Dipl.Ing. A. Bauer
 
Brandschutzgutachten
ZeBraS (Büro Süd)
 
GU Innenausbau
Ganter Interior GmbH
 
Zimmermann
E. Scharpf GmbH
 
Fassade
Mayer Metallbau
 
Steinmetz
Steinwelten Marco Müller
 
Natursteinarbeiten
Schön + Hippelein GmbH & Co. KG
 
Elektro / Baustrom
Elektro Schlagenhauf
 
Aufzug
OTIS GmbH & CO. OHG
 
Abbruch und Rohbau
RAHM Bauunternehmung
 
Lüftungstechnik-RLT
Grün und Popp
 
Medienplanung
Heldele GmbH

Fotografie
Zooey Braun

Vorgestelltes Projekt

GRAFT

Villa M

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