Erweiterung Kernzeitbetreuung „Alte Schule Winterbach“

Gelungene Überraschung

Winterbach, 2011
23. November 2011
Erweiterung Kernzeitbetreuung
„Alte Schule Winterbach“
2011

Winterbach

Auftraggeber
Gemeinde Winterbach
vertreten durch
Bürgermeister Albrecht Ulrich

Architektur
Bärlin Feeser Traubenek Wagenblast
Archifaktur.
Winterbach

Projektleitung
Julian Bärlin

Elektrotechnik
IB Rainer Kallenberger

Haustechnik
IB Michael Barner

Brandschutzingenieure
fritzen 28

Tragwerksplanung
BHS Ingenieure

Bauphysik
Gerlinger+Merkle

Bruttogeschossfläche
ca. 650 m² bearbeitet

Baukosten
ca. 1.25 Mio. € KG 100-700

Fotografie
Zooey Braun
Lage und Breite der neuen Gauben richten sich nach dem Raster der Lochfassaden des 1935 entstandenen Schulgebäudes.
Wer vor der Alten Schule Winterbach steht und den Blick zum Dach hinauf richtet, der mag sich fragen, welche architektonische Perle sich denn hinter diesen scheinbar etwas zu groß geratenen Gauben verbergen mag. Beinahe vom First bis zur Traufe reichen sie, man könnte meinen, sie hätten wie Ufos angedockt. Doch sobald man unter dem Satteldach des alten Schulgebäudes angekommen ist, reibt man sich verwundert die Augen ob dieses lichtdurchfluteten, großzügigen Raums der eben dank dieser Gauben entstanden ist.

Die Gemeinde Winterbach benötigte, wie viele andere Kommunen inzwischen auch, Platz für die Kernzeitenbetreuung ihrer Grundschüler. Das bis dato nicht genutzte Dachgeschoss war dafür ideal: direkt über den Klassenräumen gelegen und von der Grundfläche groß genug. Dass hier genügend nutzbarer Raum entstanden ist, verdankt der Bauherr dem pfiffigen Entwurf der jungen Architekten.
Einen Raum dieser Länge kannten die meisten Kinder bislang nicht. Er fordert geradezu zum Rennen und Toben auf.
Der Grundgedanke des Entwrufs ist ein mäandrierender Grundriss, der einfach zu verstehen ist und Kindern und Erziehern viele Vorteile bietet. Ein durchgehender Mittelgang erschließt den fünfzig Meter langen Raum, indem die Kinder toben und rennen können. Auf der einen Seite schließen die fünf hohen Gauben an, die nach einem je eigenen Schwerpunkt eingerichtet sind. Dort dürfen die Schüler malen, basteln, spielen und auch tanzen – je nachdem, wozu sie gerade Lust haben. Auf der gegenüberliegenden Seite, unter dem niedrigen Teil des Satteldaches laden sogenannten Schlummerhöhlen die Ruhigeren zum Verweilen und Ausruhen ein. In die Wand eingelassene, lineare Leuchten, dunkler, weicher Wollfilz an den Oberflächen und gemütliche Kissen passen sehr gut zu diesen Erholungsräumen.
Trotz der großen Gauben war der Platz unter dem alten Satteldach knapp. Deshalb haben die Architekten jeden Winkel mit Einbauschränken und kleinen Abstellflächen nutzbar gemacht.
Doch natürlich soll nicht immer Halli Galli unter diesem Dach herrschen, stillere Stunden sind genauso wichtig wie toben und tollen. Die Architekten haben deswegen Schiebewände entworfen, mit denen der Raum in vier Einheiten unterteilt werden kann – jede mit einer Tür als Verbindung. Unter der fünften Gaube liegt das Lehrerzimmer.

Bei der Farbwahl für den Innenraum gelang den Architekten die Gratwanderung zwischen eintönig und kunterbunt. Der hellgrüne Kautschukboden erdet den ansonsten von cremeweißen Tönen geprägten Raum, das Dunkelgrau des Wollfilzes weißt auf die bereits erwähnten Ruhezonen hin. Einzig der Sanitärbereich ist an Wand, Decke und Boden grün. Dadurch wirkt er freundlich, hell und nicht wie ein Ort zweiter Klasse. Und das ist in doppeltem Sinne gut so. Denn zum einen sollen die Kinder auch gerne auf die Toiletten gehen, zum anderen können sie dort durch ein großes bodentiefes Fenster aus einer ganz anderen Perspektive auf ihren Heimatort blicken und mit ihren neugierigen Augen ihre Welt entdecken.
Simone Hübener
Grundriss
Querschnitt durch eine der Gauben
Querschnitt durch eine der Schlummerhöhlen
Erweiterung Kernzeitbetreuung
„Alte Schule Winterbach“
2011

Winterbach

Auftraggeber
Gemeinde Winterbach
vertreten durch
Bürgermeister Albrecht Ulrich

Architektur
Bärlin Feeser Traubenek Wagenblast
Archifaktur.
Winterbach

Projektleitung
Julian Bärlin

Elektrotechnik
IB Rainer Kallenberger

Haustechnik
IB Michael Barner

Brandschutzingenieure
fritzen 28

Tragwerksplanung
BHS Ingenieure

Bauphysik
Gerlinger+Merkle

Bruttogeschossfläche
ca. 650 m² bearbeitet

Baukosten
ca. 1.25 Mio. € KG 100-700

Fotografie
Zooey Braun

Vorgestelltes Projekt

Vector Architects

Suzhou Intangible Cultural Heritage Museum

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