Mit Knistereffekt

Martina Metzner
23. September 2020
Die Teppichkollektion Nomad aus Bonbon-Papier-Garn (Foto: Nomad)

Durch einen Trip im Himalaya inspiriert entwickelt Jutta Werner handgewebte Teppiche aus Left-overn wie Bonbon-Papier, die sie nun unter ihrem Label Nomad vertreibt.

Die Idee zu ihren Teppichen aus Left-overn bekam Jutta Werner bei einem Trip durch den Himalaya: Da hatte sie Bänder aus gedrehtem Bonbonpapier gesehen, das die Menschen dort brauchen, um Heu zusammen zu binden. Weshalb nicht daraus einen Teppich weben, dachte sich die studierte Architektin, die schon seit Jahren mit der Teppichbranche und indischen Webern zusammenarbeitet. Das Resultat stellte sie erstmals auf der Domotex 2018 zur Schau, nun konzentriert sich Jutta Werner gänzlich auf die Weiterentwicklung und den Vertrieb der Teppiche unter der Dachmarke Nomad.

20 Prozent Bonbon-Papier und 80 Prozent Wolle werden in Indien zum „Candy Wrapper Rug“ handverwoben. (Foto: Nomad)

Während auf der Domotex 2018 der Teppich noch dick und schwer zu rollen waren, kommen die neuen Modelle der „Candy Wrapper Rug“-Kollektion geschmeidiger daher. Sie bestehen aus 80% Wolle und 20% Bonbonpapier, das aus Produktionsüberresten stammt, werden in Indien gewebt und fallen besonders durch die schillernden Fransen auf. Insgesamt vier Kollektionen gibt es bei Nomad: Neben der Kollektion „Candy Wrapper Rug“ tragen auch „Rubber Rug“ (aus Fahrradschläuchen) und „Coco Rug“ (aus Schafsfellresten) die Idee des Left-over und Recyclings in sich. Die vierte Kollektion zum Thema „Outdoor“ soll erst 2022 stärker ins Licht gerückt werden. Den „Candy Wrapper Rug“ gibt es in neun Standardfarben und -formaten (180x240 cm, 200x300 cm, 300x400 cm). Für Sonderfarben (alle Pantone-Farben sind möglich) und -größen ist mit einem Aufpreis von 50% zu rechen.

Für den „Rubber Rug“ wird Garn aus mehrfach geschichteten Radschläuchen verwendet. (Foto: Nomad)

Nomad-Macherin Jutta Werner schwärmt: „Ich möchte mit der Teppichkollektion eine Lücke im Markt schließen. Teppiche, die über das Material und die Konsequenz der Idee wirken, dabei sehr modeaffin sind.“ So werde es nie starke Muster oder Motive geben. Geplant sind außerdem Designerkooperationen. Zum Auftakt ihres Start-ups hat sie mit Ana Daki, einer bekannten Modefotografin aus Berlin, die erste Nomad-Kampagne geschossen, bei dem die modische Komponente der Teppiche deutlich zutage tritt. Neben dem eigenen Vertrieb und dem über ausgewählte Läden möchte Werner mit Architekten Projekte entwickeln, besonders im Hotelbereich. In Berlin sind die Nomad-Teppiche ab dem 24. bis zum 30. Oktober in einer Installation im Concept-Store Baerck zu bewundern. Weitere spezielle Kooperationen und Installationen in verschiedenen Städten Deutschlands folgen. 

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