In neuer Form

Martina Metzner
11. Dezember 2019
Tangle Screens mit Verbindungselementen (Foto: Robert Hamacher)

Das Projekt Fiber Mates erkundet das Potenzial eines Verfahren, mit dem recycelte Materialien in neue dreidimensionale Formen gepresst werden.

Fiber Mates ist ein Projekt der Designer*innen Laura Jungmann, Jonathan Radetz, Martha Schwindling und Elena Tezak, in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Fiber Engineering, das eine neue Technologie für die Produktion von Faserverbundstoffen entwickelt und patentiert hat. Fiber Engineering baut vorwiegend 3D-Formen für den Maschinen- und Fahrzeugbau. Nun will das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe die Design- und Architekturwelt mit spezialisierten Anwendungen erobern. Vor allem sehen die Designer und die Firma Potenzial im Pressen von recycelten Materialien, die zuvor zerfasert werden. 

Beim Fiber Injection Molding (FIM) werden die Fasern beim Einblasen in Form gepresst. (Foto: Robert Hamacher)

Für das Projekt Fiber Mates haben die Designer Formen gepresst, die sie auf dem Salone del Mobile in Milano und dann auf der Orgatec 2018 in Köln zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt haben. So zeigen sie mit Ripple Cushions, dass PU-Schaum oder Pressfilz ersetzt werden kann. Tangle Screens zeigen die Möglichkeit, Verbindungselemente zu integrieren.

Konstruktive Teile wie Fittings können in die Form integriert werden. (Foto: Robert Hamacher)

Beim Produktionsverfahren Fiber Injection Molding (FIM) werden, im Gegensatz zur nachträglichen Verformungen von Faserplatten, die Fasern bereits beim Einblasen in die Form gepresst. Die Formen können zwischen dem Einblas- und Pressprozess ausgetauscht werden. So können unterschiedliche Dichten bei gleichbleibender Materialstärke erzeugt werden. Konstruktive Teile wie Fittings können in die Form eingelegt und so beim Pressen in das fertige Teil integriert werden. Dies ist sonst nur mit Einspritz- beziehungsweise Gussverfahren möglich. Beim Produktionsprozess selbst fällt wenig Verschnitt an, Abfall wird wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Das Verfahren und die daraus entstehenden Produkte könnten PU-Schaum für Verpackungen oder Pressfilz-Verkleidungen ersetzen, ist Jonathan Radetz überzeugt. Radetz sieht darüber hinaus noch vielfältige Anwendungen in Design, Innenausbau und Architektur – speziell im Bereich Recycling.

Vorgestelltes Projekt

LOCALARCHITECTURE

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