Uni München: Campus Großhadern

ArGe HENN | C.F. Møller
7. Juli 2021
Vogelperspektive auf den Campus Großhadern (Visualisierung: ArGe HENN | C.F. Møller)

ArGe HENN | C.F. Møller gewinnt den Wettbewerb um den Neubau Campus Großhadern am Klinikum der Universität München. Martin Henn und Tom Banemann stellen sich unseren Fragen zum Wettbewerb.

Am Standort in Großhadern soll der Altbestand des Klinikums in mehreren Bauabschnitten ersetzt werden. Welche Bedeutung hat der Wettbewerb für das Klinikum der Universität München?

Das Klinikum der Universität München ist mit über 2'000 Betten eine der größten Universitätskliniken in Europa. Es gilt als ein profiliertes Zentrum der Hochleistungsmedizin und hat sich als ein national und international beachteter Standort für medizinische Forschung, Lehre und Ausbildung etabliert. Die dynamischen Entwicklungsprozesse in der Medizin und die wachsende Bedeutung als Forschungsstandort erfordern die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der baulichen Strukturen., Daher wurde aufbauend auf einer vorausgegangenen Zielplanung ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt. Dessen Ergebnis bildet die wesentliche Entscheidungsgrundlage und ein konkretes Szenario für eine langfristige und nachhaltige bauliche Entwicklung ab.

Wir freuen uns, als Gewinnerteam bekannt gegeben worden zu sein und dieses ambitionierte Projekt in Zusammenarbeit mit C.F. Møller und dem Rest des Teams sowie der LMU fortzusetzen. 

Lageplan (Zeichnung: ArGe HENN | C.F. Møller)
Worin lag die Herausforderung der Aufgabenstellung?

Die größte Herausforderung im vorliegenden Projekt bestand darin, die vorhandene gleichförmige Maschine des bestehenden Klinikums durch das Bild einer variierten Stadtsilhouette zu ersetzen. 

Das Gesamtvolumen des neuen Klinikums setzt sich aus Modulen zusammen, welche in Größe und Höhenentwicklung aufeinander abgestimmt sind und ein in sich stimmiges Ensemble ergeben. So entsteht eine Reihe von Baukörpern, die trotz ihrer Flächeneffizienz das Bild einer aufgelockerten Bebauung vermitteln und mittels einer Reihe von Innenhöfen und Gärten ideale Belichtungsbedingungen, hohe Aufenthaltsqualität und eine gute Durchlüftung ermöglicht. Eben gerade diese Aufgliederung und die in hohem Maße entwickelte Verflechtung der Landschaft mit dem Hochbau führt in Gänze zu einem porösen Gesamtgebilde bis in die Tiefe der Magistrale. Gestützt wird dies zusätzlich durch die terrassenförmigen Gebäudeformationen in Richtung des Parks, wodurch eine visuelle und physische Erweiterung der Grünflächen in die zentralen Bereiche des Krankenhauses erreicht wird. Der Entwurf demonstriert somit eine effiziente, modulare Gebäudestruktur, die einem robusten Logistikkonzept mit klarer Orientierung folgt.

Vogelperspektive auf den Campus Großhadern (Visualisierung: ArGe HENN | C.F. Møller)
Wie organisieren Sie die Gebäude und die Bauabschnitte?

Die Bestandsbauten werden nach Fertigstellung des 1. Bauabschnitts sukzessive abgerissen und machen Platz für ein in sich stimmiges und zugängliches Gebäudeensemble. Der Masterplan fokussiert auf kurze Wege, klare Orientierung und einladendes Design. Der Neubau für das LMU Klinikum am Campus Großhadern wird insgesamt sechs neue Klinik-Zentren umfassen. Die Onkologie und das Gebäude für Forschung/Lehre bilden jeweils den östlichen bzw. westlichen Endpunkt der zentralen Magistrale, die das Hauptverbindungselement für alle medizinischen Zentren bildet. Senkrecht zu dieser Hauptachse öffnet sich der großzügige Eingangsbereich, der einer neuen qualitätsvollen Adressbildung Ausdruck verleiht.

Halle (Visualisierung: ArGe HENN | C.F. Møller)
Halle (Visualisierung: ArGe HENN | C.F. Møller)
Gibt es schon geplante Fertigstellungstermine?

Mit dieser Frage werden wir spätestens im bevorstehenden Bieterverfahren konfrontiert werden. Dieses befindet sich derzeit in Vorbereitung. In der dem Wettbewerbsverfahren vorgeschalteten Untersuchung der baulichen Gesamtkonzeption gingen die Autoren von einem zeitlichen Rahmen für jeden Bauabschnitt von 10 Jahren aus. Diese Einschätzung scheint vor dem Hintergrund der Komplexität der Aufgabe eine realistische Kalkulation zu sein.

Modell (Foto: ArGe HENN | C.F. Møller)
Klinikum der Universität München - Neubau Campus Großhadern in München
Nicht offener Wettbewerb
 
Auslobung
  • Staatliches Bauamt München 2
Betreuung
  • Eisenreich. Drechsel. Perner. Architekten, Regensburg
     
Jury
  • Markus Hammes, Stuttgart (Vorsitzender) | Prof. Dr. Karl-Josef Albers, Esslingen | Eugen Bauer, LBD, Staatl. Bauamt München 2 | Dr. Maximilian Fuchs, Traunstein | Friedrich Geiger, Mdgt., StMB Bayern | Markus Groben, München | Prof. Susanne Gross, Köln | Prof. Hans Peter Haid, Nürnberg | Sabine Steger, Stadt München | Rainer Post, München | Astrid Tiemann-Petri, Stuttgart | Susanne Wamsler, Regensburg | Stefan Schweyer, RR, StMFH Bayern | Prof. Dr. med. dent. R. Hickel, LMU München | Dr. Matthias Fahrmeir, LMU München | Marcus Huppertz, Klinikum Universität München | Prof. Dr. med. K.-W. Jauch, Klinikum Uni München | Kurt Weigl, MR, StMWK Bayern | Jens Röver, Stadtrat München | Dr. Stephanie Herrmann, LMRin, StMWK Bayern | Johann Stadler, Stadtrat München | Dr. Didona-Rocsana Weippert, Stadt München | Markus Zendler, Klinikum Universität München
 
1. Preis
  • ArGe HENN | C.F. Møller | Prof. Dr. Gunter Henn | Martin Henn, Stefan Sinning, Werner Sonnleitner, Wolfgang Wrba | Mitarbeit: Tom Banemann, Maj Pallisgaard Bie, Kristian Græbild Brandsen, Maibritt Dammann, Karim Daw, Marcus Fissan, Klavs Hyttel, Saad Ibrahim, Freda Jautz, Oliver Koch, Armin Nemati, Rune Bjerno Nielsen, Alexander Nowak, Thomas Stini, Ole Streubel, Marc Teufel, Sebastian Walter
  • Landschaftsarchitektur: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin | AW Faust
  • Tragwerksplanung: Wetzel & von Seht, Hamburg | Bernd von Seht, Markus Wetzel, Wolfgang Keen, Christian Kühner
  • Maschinenwesen/Elektro: Klett-Ing., Fellbach | Jens Klett, Markus Menges
     
2. Preis
  • OBERMEYER Planen + Beraten, München | Dieter Heigl, Sebastian Tartter, Arne Rikowski | Mitarbeit: Sabine Steinert, Eva Stratou, Sabine Wutzlhofer, Dimitrios Vanis, Walter Moser, Günther Liersch, Thomas Hürst, Manfred Felber
  • Landschaftsarchitektur: Keller Damm Kollegen Landschaftsarchitekten Stadtplaner GmbH, München | Franz Damm, Regine Keller, Annika Sailer, Silvia Benedito, Laura Stoib, Veronika Klotz
  • Ingenieur: Kersten+Kirchner GmbH, München | M. Haisch, W. Pahls, A. Galvan, Th. Egger

3. Preis
  • Ludes Architekten Ingenieure GmbH, München | Maximilian Ludes, Dr. Ing. Michael Ludes | Mitarbeit: Julia Ludes, Chih-Ning Ho, Yeajee Han, Alexandros Makridis, Melissa Linka
  • Landschaftsarchitektur: Wanker und Fischer Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Eching | Uwe Fischer | Mitarbeit: Franziska Thamm, Rebecca Wezstein, Britta Bünz
  • Maschinenwesen: Potthoff GmbH Ingenieurbüro für Krankenhaustechnik, Erkrath | Georg Potthoff, Philipp Geiersbach | Mitarbeit: Thierry Taffe, Sinisa Pavlovic
  • Elektroplanung: Ingenieurbüro Wendt GmbH, Bremen | Jörg Wendt, Bert Rusch, Jan Kretzschmar

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