Dreierlei

wulf architekten und Studio PEZ
13. März 2019
Innenraum

Das Team wulf architekten aus Stuttgart mit Studio PEZ aus Basel gewinnt den Wettbewerb um den Neubau Campus für die Berner Fachhochschule (BFH). Tobias Wulf stellt sich unseren Fragen zum Wettbewerb.

Die bislang an verschiedenen Standorten untergebrachten Departemente für Gesundheit, Soziale Arbeit und Wirtschaft (G, S, W) zusammen mit dem Fachbereich performative Künste (Musik, Theater und Oper) der Hochschule der Künste (HKB) sowie dem Rektorat und den Services (RSR) sollen in einen Neubau im Stadtteil Ausserholligen zusammengefasst werden. Welche Antworten gibt Ihr Entwurf auf die Frage, die der Wettbewerb stellt?

Der Wettbewerb umfasste eine städtebaulich und inhaltlich komplexe Aufgabenstellung für Generalplanerteams. Umgeben von Eisenbahn und Autobahn sowie gewerblichen Großstrukturen und geplanten Wohnnutzungen, soll auf einem eng begrenzten und unregelmäßig geschnittenen Baufeld ein großes Bauvolumen kompakt und funktional vernetzt eingepasst werden. Hier befinden sich auf einem gemeinsamen Sockel, der weitgehend der Kontur des Baufeldes folgt, die drei genannten Nutzerbereiche als ineinander gedrehte Kuben in Holzbauweise. Daraus resultiert der Titel „DREIERLEI“.

Flankierend dazu wird ein großer Campuspark vorgeschlagen, in dem auf einem eigenen kleinen Baufeld ein unabhängiges Weiterbildungszentrum mit Gastronomie liegt.

Situation
Wie organisieren Sie den Campus für die BFH?

Die Hauptanbindung musste von Westen her als Unterquerung der aufgeständerten Autobahn organisiert werden. Hier betritt man eine innere Straße, die entlang des Campusparks dem Gebäudesockel folgt und alle Nutzungsbereiche miteinander verbindet. Diese sind über vertikal ausgerichtete Erschließungshallen in den drei Kuben an die Magistrale angeschlossen.

Durch die Verdrehung des mittleren Kubus, der mit seiner Nutzung für den Fachbereich performative Künste aus der Reihe tanzt, entsteht eine spannungsvolle Vernetzung aller Nutzerbereiche auf allen Ebenen – und damit auch eine große Flexibilität für zukünftige Entwicklungen.

Grundrisse 2. und 3. Obergeschoss
Schnitte
Welches architektonische Thema war Ihnen besonders wichtig?

Das große und kompakte Bauvolumen soll einerseits in der Höhe durch Sockel und Aufbauten gegliedert sein und andererseits in der Breite durch die spannenden Zwischenräume der drei Kuben.

Dem baukörperlichen Aufbau folgt das Materialisierungskonzept, das eine Stahlbetonkonstruktion mit Betonfassade im Sockelbereich vorsieht, auf das eine feingliedrige Holzkonstruktion in Verbundbauweise mit vorbewitterten Holzfassaden aufgesetzt wird.

Wichtig ist auch das Zusammenspiel zwischen dem Campuspark und der inneren Erschließungsstraße, deren Glasfassade sich großflächig öffnen lassen soll.

Außenperspektive
Gibt es schon einen geplanten Fertigstellungstermin?

Das Gebäude soll im Jahr 2026 in Betrieb gehen.

Modell
Neubau Campus für die Berner Fachhochschule (BFH) in Bern
Offener einstufiger Projektwettbewerb
 
Auslober/Bauherr: Kanton Bern | Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion | Amt für Grundstücke und Gebäude, Bern (CH)
Betreuer: Bichsel Notariat Advokatur, Rubigen (CH)
 
Jury
Angelo Cioppi, Vors. | Sibylle Aubort Raderschall | Daniel Bosshard | Lorenzo Giuliani | Mathias Heinz | Mark Werren | Maria Zurbuchen-Henz | Thomas Beck | Herbert Binggeli | Urs Brügger | Stefan Frehner | Felix Mäder | Achim Steffen

1. Rang
Arch.: Team wulf architekten, Stuttgart (DE) + Studio PEZ, Basel (CH)

2. Rang
Arch.: Berrel Berrel Kräutler AG, Zürich (CH)

3. Rang
Arch.: Itten+Brechbühl AG, Bern (CH), Zürich (CH), Basel (CH), Lausanne (CH), Lugano-Paradiso (CH), Genève, St. Gallen, Berlin (DE), Bochum (DE), Greifswald (DE), Luxembourg (LU)

4. Rang
Arch.: Ruprecht Architekten GmbH, Zürich (CH)

5. Rang
Arch.: Elmiger Architekten GmbH, Zürich (CH)

6. Rang
Arch.: Arge 0815 ACE - 0815 Architekten, Bild, Fribourg & Aviolat Chaperon Escobar, Fribourg

7. Rang
Arch.: Morscher Architekten BSA SIA AG, Bern (CH)

8. Rang
Arch.: Translocal Architecture GmbH, Bern (CH), Dresden (DE)

9. Rang
Arch.: IPAS Architekten und Planer AG, Neuchâtel (CH), Solothurn (CH)

10. Rang
Arch.: Fiechter & Salzmann Architekten GmbH, Zürich

11. Rang
Arch.: Waeber / Dickenmann Architekten GmbH, Zürich (CH)

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