Eine Erfolgsgeschichte

Falk Jaeger
24. November 2010
Bild: Pressebild (www.expo2010-germany.de) 

Es war in Architektenkreisen zur Gewohnheit geworden, über die deutschen EXPO-Pavillons pauschal zu lästern. Inzwischen muss man sich die Mühe machen, zu differenzieren, denn der deutsche Beitrag in Shanghai war eine hoch gelobte und mit Preisen ausgezeichnete Erfolgsgeschichte.

Es war in Architektenkreisen zur Gewohnheit geworden, über die deutschen EXPO-Pavillons pauschal zu lästern. Inzwischen muss man sich die Mühe machen, zu differenzieren, denn der deutsche Beitrag in Shanghai war eine hoch gelobte und mit Preisen ausgezeichnete Erfolgsgeschichte. Während andere Länder mit ihrer Architektur wenig Inspiration vermittelten, wie etwa Frankreich, eher abstoßend und unverständlich auftraten (Schweiz), andere kurzweilige Sensatiönchen präsentierten (UK, Spanien), bleibt der deutsche Pavillon als gelungener Auftritt in Erinnerung. Ein griffiger Slogan, "Balancity", wurde von der Architektur mit ihren balancierenden Kuben anschaulich umgesetzt. (Der Architekt Lennart Wiechell vom Münchner Büro Schmidhuber + Partner kann seine GRAFT-Herkunft nicht verleugnen.) Das Ambiente, das Finish, die Funktionsabläufe, alles stimmte, war richtig dimensioniert und funktionierte wunderbar. Die durchschnittliche Verweildauer der über vier Millionen Besucher von sechzig Minuten ist ein Traumwert, den keiner der anderen Länderpavillons zu erreichen vermochte.
Weniger Fortüne hatten vier deutsche Städte mit ihren Auftritten, weil sie auf der schwächer besuchten Puxi-Seite links des Huangpu-Flusses etwas abseits lagen: Freiburg, Düsseldorf und Bremen in einem Gemeinschaftspavillon, Hamburg mit einem Passivenergie-Bürohaus, das auf Dauer stehen bleibt (Architekten Spengler Wiescholek mit Dittert & Reumschüssel).
Doch Deutschland war zusätzlich präsent mit dem Dresdner Grünen Gewölbe im Pavilion of Urban Footprint, mit dem großen chinesischen Themenpavillon Urban Planet, dessen Geschichte von der Zerstörung und der Rettung der Umwelt vom Berliner Büro Triad spannend erdacht und umgesetzt wurde, und nicht zuletzt mit dem Wahrzeichen der Messe, dem größten Membrandach der Welt über dem EXPO-Boulevard. SBA Architekten aus Stuttgart und das Stuttgarter Ingenieurbüro Knippers Helbig haben das 65.000 Quadratmeterdach entworfen. Auch dieses Bauwerk wird erhalten bleiben, Ausdruck der Nachhaltigkeit der deutschen Aktivitäten in Shanghai. Falk Jaeger

Bild: Pressebild (www.expo2010-germany.de) 

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