Yin und Yang

Ulf Meyer
22. Januar 2019
Weiße Brüstungsbänder geben den Fassaden Schwung (Bild: Constantin Meyer)

Der neue Hauptsitz der Firma Trivago befindet sich im Düsseldorfer Medienhafen. Mit Formen und Farben setzen SOP Architekten und die Innenarchitekten von Raum Atelier im Gebäude die Themen Freizeit und Erholung um.

Im Düsseldorfer Medienhafen werde die Grundstücke knapp. Die weltweit größte Internet-Hotelsuchmaschine, eine Firma namens Trivago, hat am Hafenbecken an der Kesselstraße noch ein Filet-Grundstück ergattern und bebauen lassen können: Die Düsseldorfer Architekten Slapa Oberholz Pszczulny, besser bekannt als SOP, haben zwei organisch geformte Gebäude entworfen, die wie „Yin und Yang“ zusammen annähernd einen Kreis ergeben. Das kreisförmige Logo der Firma hat eine ähnliche Form. Die Firma, die heute mehrheitlich zu Expedia gehört, wurde 2005 in Düsseldorf gegründet und beschäftigt heute schon mehr als 1'100 Mitarbeiter.

Wegen der großen Tiefe des Grundrisses gibt es mehrere Innenhöfe (Bild: Constantin Meyer)

Horizontale Band-Fassaden mit hervortretenden, weißen Brüstungsbändern und Balkonen, Terrassen und Loggien geben den Fassaden Schwung – eine Anspielung auf die Reisen, die die Nutzer der Suchmaschine buchen können. Das Thema „Freizeit und Erholung“ spiegelt sich auch in Details: Gärten mit Wasserflächen und eine knall-blaue Joggingstrecke auf dem Dach. Für die Motto-Räume wie Malibu und Wanne-Eickel war das Innen-Architektur-Büro „Raum Atelier“, ebenfalls aus Düsseldorf, verantwortlich. Da die Tropfen- oder Paisley-Form an der breiten Stelle zu viel Gebäude-Tiefe bieten würde, haben SOP den Grundriss mit mehreren Innenhöfen und einem Atrium perforiert.

Der überdachte Hof dient als Cafeteria (Bild: Constantin Meyer)

Neben dem fertiggestellten, sechsgeschossigen Trivago-Hauptsitz wächst auf kleinerem Grundriss, aber mit ähnlicher Form bald ein 16-geschossiger Büroturm empor, der die Anlage nach Westen abschließen wird. Das Hochhaus ist im Bau und wird bald Blicke über den Medienhafen hinweg auf die beiden schwarzen Doppeltürme des Hyatt Hotels, ebenfalls von SOP entworfen, bieten. In der Gedankenwelt des Daoismus steht das „weiße, aktive, männliche“ dem schwarzen „ruhigen, weiblichen“ Pol gegenüber.

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