Wohnen auf der Schafweide

Manuel Pestalozzi
10. Januar 2022
Südöstlich der neuen Überbauung, bei der Rampe zur Friedrich-Ebert-Brücke über den Neckar, entsteht ein neues Sendegebäude für den SWR. (Visualisierung: © Brutschin Wohnbau mit Steinhoff/Haehnel Architekten und gessweinlandschaftsarchitekten)

Auf dem lange Zeit brach liegenden Grundstück Schafweide in Mannheim soll eine Wohnbebauung mit ergänzenden wohnverträglichen Nutzungen entstehen. Die Stadt wählte dafür den Weg eines nicht-offenen Investoren- und Architektenwettbewerbs.

Das Grundstück Schafweide liegt im Mannheimer Stadtbezirk Neckarstadt-Ost. Es grenzt im Norden an die Straße Schafweide, im Osten an die Friedrich-Ebert-Straße (B38) sowie im Süden und Westen ans Hermann-Heimerich-Ufer am Neckar. In der Vergangenheit war es als Erweiterungsgrundstück für die westlich anschließenden gewerblichen Schulen vorgesehen, bevor es bei verschiedenen Bauvorhaben (u. a. beim Technischen Rathaus) in die Standortsuche einbezogen wurde. Im Zusammenhang mit dem Beschluss, das Technische Rathaus im Glücksteinquartier anzusiedeln, hatte der Gemeinderat die Verwaltung im Jahr 2015 beauftragt, das bisher unbebaute städtische Grundstück Schafweide einer neuen, baulichen Nutzung zuzuführen.

2020 fand für die Bebauung ein nicht-offener Investoren- und Architektenwettbewerb der Stadt mit insgesamt 20 Teilnehmenden statt. Die Auswahl des Investors, an den das Grundstück vergeben werden sollte, erfolgte im Rahmen eines Konzeptverfahrens anhand der Qualität der Planung. Hierbei hielt die Stadt Mannheim an ihrem Prinzip fest, nicht an den Höchstbietenden zu veräußern, sondern zu einem zuvor ermittelten Festpreis (Verkehrswert) an denjenigen mit dem überzeugendsten Konzept für die künftige Entwicklung der Fläche. 

Unter diesen Umständen konnte das Team Brutschin Mannheim-Neckar GmbH, mit Steinhoff/Haehnel Architekten, Stuttgart, und gla | gessweinlandschaftsarchitekten, Schorndorf den Sieg erringen. Das Projekt sieht eine gestapelte Modulbauweise als Holz-Hybrid-Konstruktion und eine maximal sechsgeschossige Anlage vor. Zum Angebot sollen mehr als 60 barrierefreie Wohnungen und ergänzende, wohnverträgliche Nutzungen im Erdgeschoss (Büro-, Gemeinschafts- und Co-Working-Räume sowie Bäckerei, Bistro und Lesecafé) zählen. Auch eine Kindertagesstätte und eine eingeschossige Tiefgarage sind vorgesehen. Soweit bekannt, ist das Projekt unumstritten. Mit einem Baubeginn ist frühestens im Jahr 2023 zu rechnen, gab die Stadt in ihrer Mitteilung anlässlich des Abschlusses des Kaufvertrags mit Brutschin bekannt. 

In direkter Nachbarschaft der Schafweide wird ein neues Sendegebäude für den SWR errichtet, nach einem siegreichen Wettbewerbsprojekt der Steimle Architekten. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Südlich von ihm entsteht eine Grün- und Freifläche, nach einem weiteren Wettbewerbsprojekt der BHM Planungsgesellschaft aus Bruchsal.

Die gestapelte Modulbauweise erreicht als Holz-Hybrid-Konstruktion maximal sechs Geschosse. (Visualisierung: © Brutschin Wohnbau mit Steinhoff/Haehnel Architekten und gessweinlandschaftsarchitekten)

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