Waldorf-Szenographie

Manuel Pestalozzi
21. Oktober 2019
Die Schulanlage wirkt wie ein kleines Dorf. (Modellfoto: © Kéré Architecture)

Am Ostrand von Weilheim soll eine Waldorfschule nach Plänen von Diébédo Francis Kéré entstehen. Eben hat der Stadtrat das Bebauungsplanverfahren eingeleitet.

Architekt Diébédo Francis Kéré hat die Gemeinschaft der Freien Waldorfschule Weilheim im Oktober 2017 in einer Vorstellungsrunde mit sechs renommierten Architekturbüros überzeugt. 2018 lag das Konzept vor. In Workshops und bei einer Begehung des Grundstücks waren alle Erwartungen und Wünsche gesammelt worden, die Schulvorstand, Lehrer und Schüler an ihre neue Schule haben, berichtete damals der Kreisbote aus der Kreisstadt in Oberbayern. Der Architekt arbeitete sie in sein Konzept ein (wir berichteten).

Das barrierefreie Projekt besteht aus zwei Gebäudegruppen, eine parallel zum Narbonner Ring und eine zur Hardtlandschaft hin angeordnet. Entlang der Straße sind die Gebäude etwas niedriger geplant. Ihre gewölbten Dächer tragen zum Schallschutz bei, sie sollen begrünt werden und begehbar sein. Für die Freiflächen sind interaktive Gestaltungsmöglichkeiten, wie Spielstationen und eine Kleintierhaltung im Rahmen der Tierpädagogik geplant. Außerdem soll es eine Feuerstelle geben – ein besonderer Wunsch der Kinder.

Ein innerer, barrierefreier Weg verbindet die Räume. Man fühlt sich an die Scharoun-Schule in Marl erinnert. (Visualisierung: © Kéré Architecture)

Den Hauptkomplex mit Grundschule, Gymnasium, Kunst- und Eurythmieräumen – voraussichtlich ein Holzständerbau – möchte die bislang in Huglfing untergebrachte Freie Waldorfschule Weilheim im Sommer 2022 beziehen, meldet der „Merkur“ nach einer Projektpräsentation durch den international tätigen Architekten vergangene Woche. Die Kosten belaufen sich nach dieser Quelle auf rund neun Millionen Euro. Etwa die Hälfte gibt der Freistaat, „den Rest müssen wir selber stemmen“, wird Eva Seidel vom Vorstand der Schulgenossenschaft zitiert. Die Werkstätten sowie die Sporthalle, der Festsaal und die Mensa am Narbonner Ring sollen später realisiert werden, man rechnet mit 15 Jahren, bis das ganze Ensemble steht. 

Lagerfeuerromantik mit Harfenklängen – bis zur Fertigstellung des Ensembles wird noch einige Zeit vergehen. (Visualisierung: © Kéré Architecture)

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