Ticktack und Kuckuck

 Carsten Sauerbrei
10. Juli 2018
Der Schwarzwald und die Schwarzwalduhr sind zentrale Themen der neu gestalteten Ausstellungsebenen im Junghans-Uhrenmuseum. (Bild: Daniel Stauch)
Aus Anlass einer neu erworbenen Schwarzwalduhrensammlung gestaltete das Stuttgarter Atelier Brückner fünf der insgesamt neun Ebenen des Junghans-Uhrenmuseums um. Mitte Juni konnte in Schramberg (Schwarzwald) Eröffnung gefeiert werden.
1861 gegründet, zählt Junghans zu den weltweit bedeutenden Uhrenherstellern. Ein 1917/18 für die Produktion errichteter markanter Terrassenbau am Firmensitz Schramberg im Schwarzwald wird durch Junghans seit 2011 als Museum für die eigene Firmen- und Produktgeschichte genutzt. Das Stuttgarter Büro Atelier Brückner, spezialisiert auf Architekturen für Marken, Ausstellungen und Museen, gestaltete nun fünf der neun Terrassenebenen des Museums neu, um mit der neuen Schwarzwalduhrenausstellung, inklusive der Sammlung Engelmann eine noch größere Anzahl an Exponaten noch anschaulicher und erlebnisreicher präsentieren zu können.
Der einst für die Junghans-Uhrenproduktion genutzte Terrassenbau aus dem Jahr 1918 wird seit 2011 als Uhrenmuseum genutzt. (Bild: Daniel Stauch)
Die ungewöhnliche Architektur des denkmalgeschützten Baus mit langen, schmalen, von Kopfbauten gesäumten Räumen prägt auch die Ausstellungsgestaltung. Besucher erkunden die Ausstellung ausgehend von der obersten Ebene in einem Parcours, der im Slalom von Terrasse zu Terrasse abwärtsführt. Mit einem multisensorischen Prolog im Kopfbau der Ebene 9 stimmen die Gestalter des Ateliers Brückner den Besucher auf die folgende Schwarzwalduhrenausstellung ein, indem sie ihm das Erlebnis von dichtem, nach Harz duftendem Nadelwald vermitteln.
Die 40 m langen Ausstellungsebenen werden durch eine Brandschutzverglasung geteilt. (Bild: Daniel Stauch)
Als prägendes Gestaltungselement auf der Ausstellungsterrasse fungiert anschließend ein 40 Meter langes Wald-Panorama, das die Etage durchzieht und den Exponaten einen auf den Ausstellungsbereich bezogenen Hintergrund gibt. In den Vordergrund, d. h. in den Raum hinein, treten dagegen die die Exponate aufnehmenden Paneele, die durch ein Geländer als zusätzliche Informationsebene den Ausstellungsraum zunehmend verdichten.

Auch die anderen Ausstellungsbereiche, eine Collage aus technischen Details wie Walzen und Flöten auf Ebene 5 und die Schatzkammer auf Ebene 3, gestaltete das Atelier Brückner nach dem gleichen Prinzip. Mit Materialien wie dem Edelstahl oder der Kennzeichnung von besonderen Exponaten durch die Akzentfarbe Messing knüpfen die Ausstellungsgestalter in den gelungen neu gestalteten Ausstellungsebenen bewusst an die außerordentliche Präzision, Technik und filigrane Gestaltung des Uhrenhandwerks an.
Vor einem zum Thema des Ausstellungsbereichs passenden Panorama befinden sich die Exponate und davor eine Reling, die mit Textclips versehen ist. (Bild: Daniel Stauch)

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