Schwung in Weiß

 Carsten Sauerbrei
6. Juli 2018
Drei verschliffene Kreise bilden die Basis für die amorphe Grundrissform des Hotels, das sich wie maßgeschneidert in das umgebende Grün einfügt. (Bild: Rainer Taepper)
Die Alsterverordnung sorgte für das strahlende Weiß, das Parkgrundstück für die amorphe Gebäudeform. Anfang des Jahres eröffnete das neue Hamburger Hotel THE FONTENAY von «Störmer Murphy and Partners», Hamburg.
Auf dem Areal des früheren Hotels InterContinental, einem Grundstück mit parkartigen Grünanlagen am Ufer der Außenalster befindet sich das Mitte Januar eröffnete, neue Hamburger Fünf-Sterne-Superior-Hotel THE FONTENAY. Das Hamburger Büro «Störmer Murphy and Partners» planten und realisierten den Neubau, nachdem sie sich 2014 gemeinsam mit dem für den Entwurf der Innenarchitektur verantwortlichen Mailänder Büro «Matteo Thun & Partners» im städtebaulich-hochbaulichen Wettbewerb durchsetzen konnten.
Der parkähnliche Freiraum war der Grund, warum das Hotel keine Rückseite haben sollte. Daher stammte auch die Entscheidung, den Grundriss als Kombination von drei miteinander verschliffenen Kreisen zu entwerfen, auf deren Basis ein organisch geformter, achtgeschossiger Solitär entstand. Als Konsequenz fügt sich der Baukörper wie selbstverständlich in den Grünraum ein und die Baumkronen schmiegen sich dicht an und in die elegant geschwungenen Fassaden. Diese besitzen eine stark horizontale Ausrichtung und bestehen aus weitgehend verglasten Loggienbändern im Wechsel mit reflektierenden, großformatigen und - gemäß der Alsterverordnung - strahlend weißen Keramikplatten.
Weitgehend verglaste Loggienbänder wechseln sich in der Fassade mit einer strahlend weißen Keramikbekleidung ab. (Bild: Rainer Taepper)
Die Kreisform als Basis des Entwurfs bestimmt die Gestaltung in allen Bereichen, so auch im Gebäudeinneren. Daher gibt es im ganzen Gebäude kaum geradlinig angelegten Wände. Für die Gebäudemitte entwarf Jan Störmer zwei, ebenfalls amorph geformte Innenräume – einerseits ein geschlossenes, 27 m hohes Atrium als kommunikativer Mittelpunkt des Hotels und andererseits einen offenen, begrünten Hof. Auch die zurückgesetzten Dachgeschosse, wo sich die Gastronomie und der Wellnessbereich befinden, zeichnen die amorphe Gebäudeform nach.

Viel Licht, unverstellte Blicke nach Außen oder in die Höfe, sowie helle, vom Fassadenweiß inspirierte Materialien prägen die Innenräume des Hotels. So führt zum Beispiel der Weg zu den Suiten dank des einbündigen Grundrisskonzepts nicht durch einen klassischen Mittelflur, sondern entlang der Innenhöfe und erlaubt damit immer Einblick in diese. Die Innenarchitekten des Berliner Büros «Aukett + Heese», das ab Leistungsphase 3 für das Interior-Design des Hotels verantwortlich war, stimmten die verwendeten Materialien – Marmor, Holz, Stoff – und die Einrichtungsobjekte mit gedämpften Lichtszenarien aufeinander ab. «Luxus soll erlebbar sein, ohne sich aufzudrängen.», so die Architekten.
Inspiriert von der Fassade dominieren geschwungene Formen auch das Hotelinnere, so wie hier in der Lobby. (Bild: The Fontenay Hamburg)
Das 27 m hohe, ebenfalls amorph geformte Atrium ist der kommunikative Mittelpunkt des Hotels. (Bild: Jochen Stüber)

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