Schindler-Campus Berlin

Ulf Meyer
14. Juli 2021
Foto: © HG Esch

Gibbins Architekten aus Potsdam haben die Berliner Askania-Werke für die Firma Schindler umgebaut und erweitert. Ein Neubau verbindet die bestehenden Häuser und erschließt den Komplex neu. 

Im Süden von Berlin-Tempelhof, im Ortsteil Mariendorf, wurde kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine große Fabrik gebaut. Hans Altmann entwarf die Askania-Werke als sachliche Stahlbetonskelettbauten mit dunkelbraunen Klinker-Fassaden. Nun haben Gibbins Architekten aus Potsdam die denkmalgeschützten Werke für den Schweizer Lifthersteller Schindler zum „Schindler Innovation Campus“ umgestaltet. Gibbins haben ein neues Eingangsgebäude eingefügt, das gleichzeitig seine beiden Nachbar-Gebäude erschließt. Im Erdgeschoss des Klinker-Gebäudes grenzen an das neue Foyer repräsentative Konferenzräume und eine Cafeteria. Die Obergeschosse wurden als flexible „Multi-Space“-Büros ausgebaut.

Zwischen den 1930er- und 1980er-Jahre-Bauten liegt das neue Foyer (Foto: © HG Esch)
Hinter den Riegeln liegen die großen Shed-Hallen (Foto: © HG Esch)

Die Auseinandersetzung mit der Berliner Denkmalpflege führte zu Details wie der Fugenfarbigkeit des Klinkermauerwerks und Lasurmustern der Fensterfaschen und Gesimsbänder. Auch die Farbgebung der Treppenhäuser entspricht dem historischen Vorbild. Die Fenster sind in Aufteilung und Profilierung ebenso denkmalgerecht wie die Gestaltung des Eingangsgebäudes. Ein Anbau am seitlichen Giebel wurde erhalten und in den Neubau integriert. Er dient nun nicht nur als Auflager für eine Fahrtreppe zum ersten Obergeschoss, sondern wird zum neuen Hauptzugang des Büro-Gebäudes. Der Keller wurde zum neuen Erdgeschoss umgebaut, das einen Flur zu den Treppenhäusern und Aufzügen, einen Konferenzbereich, Personalduschen sowie Technikräume enthält.

Über ein Produkt des Hauses gelangt man in die Bel Etage. (Foto: © HG Esch)
Hinter der sanierten Klinkerfassade liegen heute moderne Büros. (Foto: © HG Esch)

Im Rahmen der Sanierung wurde die Fassade schonend gereinigt und einzelne Klinker wurden ausgetauscht und neu verfugt. Der Fugenmörtel passt in Farbton und Zusammensetzung zum Bestand. Um das Denkmal energetisch zu ertüchtigen haben die Außenwände eine Innendämmung aus 6 cm Multipor bekommen. Der Aufwand war hoch, aber hat sich gelohnt: Altmanns Architektur strahlt in neuem Glanz, der architekturhistorisch mit Hans Hertleins Gebäuden in Siemens-Stadt beispielsweise mithalten hat.

Ansicht Ost (Plan: Gibbins Architekten)
Grundriss 3. OG, möbliert (Plan: Gibbins Architekten)
Grundriss gesamt (Plan: Gibbins Architekten)

Vorgestelltes Projekt

Benjamin von Pidoll | Architektur

Haus Mau

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