Radikal behutsam

 Manuel Pestalozzi
26. November 2018
Bild: Staab Architekten
Staab Architekten projektieren im Flankengebäude des Nymphenburger Schlosses in München die Erweiterung des Naturkundemuseum Bayern. Das war ein Gespräch in der Montagsreihe an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München wert.
Den Realisierungswettbewerb gewann das Büro Staab Architekten 2014. Der Erweiterungsbau des Biotopia – Naturkundemuseum Bayern tritt an die Stelle eines Institutsgebäudes aus den 1970er Jahren, das selbst nicht unter Denkmalschutz steht, dessen Kubatur jedoch als Teil der Schlossanlage erhalten werden soll. Es habe Denkmalschützer allerdings verärgert, dass das LMU-Institut abgerissen wird, und mit den ersten Fassadenentwürfen des Berliner Architektenbüros Staab seien auch nicht alle zufrieden, meldet die AZ München. Sie führte mit Volker Staab vor seinem Referat mit dem Titel »radikal behutsam« in der Montagsreihe am 12. November 2018 ein Gespräch.
 
Im Gespräch mit der Zeitung nahm der Architekt Stellung zu den kritischen Meldungen. Er führte diese teilweise zurück auf die ersten Visualisierungen, die veröffentlicht wurden. Kritisiert worden seien deren Farblosigkeit und das Grau der Darstellungen. In der der Ausschreibung für den Neubau seien eben keine Farben erlaubt gewesen, so Volker Staab. Die Farbgebung werde sich natürlich an das Effner’sche Konzept der Bauten am Schloss anpassen. Der Architekt konterte auch die Äußerungen welche von der Besorgnis zeugten, dass der Neubau die Symmetrie des Schlosses zerstört. Diese sei unbegründet, meinte er, aus der Sichtachse, auf der man auf das Schloss zugeht, sehe man das Gebäude gar nicht. Er merkte auch an, eigentlich gehe es bei der Debatte nicht um das Wesentliche sondern »eigentlich vor allem um Details«. Gemäß der Website der Architekten sollte die Erweiterung 2025 fertiggestellt sein.
 

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