Porzellan inszeniert

 Katinka Corts
21. November 2018
Der Altar ist umgeben von 30 raumhohen Porzellanschwertern (Bild: Leuchtenburg LB)
Ob Orgelsommer, Bachwochen oder Musikfestivals: Die Porzellankirche auf der Leuchtenburg wird seit zwei Jahren rege genutzt. Doch wieso Porzellankirche? Wir erklären es.
Zahlreiche Porzellanmanufakturen in Thüringen zeugen von der engen Verknüpfung des „Weißen Goldes“ mit dem Bundesland. Es wundert daher nicht, dass sich auch die Leuchtenburg bei Seitenroda dem Thema verschrieben hat und seit 2015 die Ausstellung „Porzellanwelten Leuchtenburg“ zeigt. Die kleine Burgkapelle, die über Jahre als Ausstellungraum zwischengenutzt wurde, ergänzt seit 2016 die Schau – ökumenisch wieder geweiht und unter dem Namen Porzellankirche Leuchtenburg. Für die Gestaltung der Kapelle verantwortlich waren Architekt Michael J. Brown vom Zürcher Büro NAU2 sowie Sven-Erik Hitzer von der Stiftung Leuchtenburg. 

Ein Vorhang aus dreißig Porzellanschwerter filtert das Licht und schafft einen optisch beruhigten Bereich im heterogenen Raum. Sitzt man auf den Bänken, wirkt der Raum geschlossen, in Bewegung sind Ein- und Ausblicke möglich. Zugleich beeinflusst die Stellung der einseitig porzellanbeschichteten Lamellen sowohl die Lichtführung als auch die Akustik im Raum. Kürzlich erhielt das Projekt zwei Auszeichnungen – den Iconic Award der Rubrik Interior Architecture und eine Anerkennung im Rahmen der Verleihung des Thüringer Staatspreises für Architektur 2018. 

Einen Einblick in den Raum kann man auch aus der Ferne haben: Am 21.11. überträgt das Erste Deutsche Fernsehen aus der Porzellankirche um 10 Uhr live einen Fernsehgottesdienst.
Früher nutzte die Leuchtenburg die Kapelle als Museumsraum (Bild: Archiv Leuchtenburg)

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