Originelle Aufstockung

Manuel Pestalozzi
10. August 2020
Die Fassadenflucht auf der Straßenseite bleibt erhalten. (Foto: Ben Huggler)

Das Bauprojekt Lindenhausstraße in Luzern von Scheitlin Syfrig Architekten wurde mit dem ICONIC AWARD: Innovative Architecture ausgezeichnet. Die Aufstockung bewirkt eine Verdichtung und bewahrt den Bestand.

Der „ICONIC AWARD: Innovative Architecture“ prämiert visionäre Gebäude, innovative Produkte und nachhaltige Kommunikation aus allen Sparten der Architektur, der Bau- und Immobilienbranche sowie der produzierenden Industrie. Der Fokus liegt auf der ganzheitlichen Inszenierung und dem Zusammenspiel der Gewerke im Kontext der Architektur.

Das Umbau- und Ergänzungsprojekt von Scheitlin Syfrig Architekten befindet sich an einem Straßenzug südwestlich des Bahnhofs. Das über 100-jährige, in die Bauzeile integrierte Mehrfamilienhaus erinnert mit seinem Fassadenaufbau und weißen Stuckaturen in den Innenräumen an die Gründerzeit. Die Aufstockung wurde wie auch Teile der Rückseite mit horizontalen Aluminiumprofilen verkleidet und wirkt dadurch sehr zurückhaltend.

Im Innern ist das Flair der Gründerzeit noch erkennbar. (Foto: Ben Huggler)

Im Innern trifft man auf einen einheitlichen Baukörper. Das Treppenhaus präsentiert sich in Sichtbeton, mit abgestimmten Bodenfliesen. Ein Farbkonzept, das sich am Hauptthema von Alt- und Neubau orientiert, zieht sich vom Eingangsbereich bis in die Attikawohnung. „Die Differenzierung zwischen Alt und Neu, die im äußeren Erscheinungsbild hervortritt, lässt aus dem Projekt ein neues Gebäude entstehen, welches als Antwort auf Thematik der innerstädtische n Verdichtung zu verstehen ist“, kommentieren die Architekten ihr Werk. Der „ICONIC AWARD: Innovative Architecture“ anerkennt die Qualität dieses Lösungsansatzes und dessen Umsetzung.

Die Drehung des Giebels sowie die auffällige Dachneigung mit Ost-West-Ausrichtung bieten die optimale Grundlage für die große Photovoltaikanlage. Damit will der Bau sowohl raumplanerische als auch ökologische Ziele erfüllen und ein Stück zur Luzerner 2000-Watt-Gesellschaft beitragen.

Südfassade (Plan: Scheitlin Syfrig Architekten)
Das Erdgeschoss, das sechste und das siebte Obergeschoss (von unten) belegen die Kontinuität im Innern. (Pläne: Scheitlin Syfrig Architekten)

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