Baukulturdialog Eisenhüttenstadt im Juli

Neuerfindung einer Stadt

Katinka Corts
19. Juni 2024
Foyer des Hotels Lunik in Eisenhüttenstadt (Foto: Martin Maleschka, Institut für Ostmoderne e. V.)

Eisenhüttenstadt entstand südlich von Frankfurt (Oder) ab 1950 als sozialistische Wohnstadt in der Nähe des Eisenhüttenkombinats Ost (EKO). Seit der politischen Wende jedoch erlebte Eisenhüttenstadt einen langanhaltenden Bevölkerungsrückgang, weshalb bereits seit 2002 an einem aufwendigen Stadtumbaukonzept gearbeitet wird. Zahlreiche Initiativen haben mittlerweile einen zarten Aufschwung erreicht, wobei sich die zentralen Fragen hier weiter um die Zukunft der sozialen Orte und des denkmalgeschützten Innenstadtbereichs drehen – die Wohnstadt des Hüttenwerks ist das größte Flächendenkmal Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen die Bewahrung und Wiederbelebung der sozialen Infrastruktur und ihre konstituierende Wirkung für das Gemeinwesen.

Im Rahmen des Baukulturdialogs rückt neben der Stadt und der zahlreich vertretenen Kunst im öffentlichen Raum auch das frühere Hotel Lunik ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Bau aus dem Jahr 1963 wartete ursprünglich mit Restaurant, Konzertcafé, Bar sowie Weinstube und später auch einem Intershop auf. Seit dem Jahr 2000 stand das Gebäude leer, wurde zeitweise privatisiert und ging schließlich wieder an die Stadt zurück. Inzwischen wird das Haus von der städtischen Gebäudewirtschaft (GeWi) mit kulturellen Veranstaltungen und Besichtigungen jeweils temporär bespielt und gilt seit 2002 als Baudenkmal. 

Nebst der Veranstaltung in Eisenhüttenstadt ist die Bundesstiftung Baukultur dieses Jahr über den Sommer auch wieder in Deutschland unterwegs: Das Baukulturmobil ist zwischen dem 11. und 26. Juli an 20 Stationen in Deutschland anzutreffen – unter anderem in Remscheid, Lübeck, Potsdam und Weißwasser. Die Veranstaltungen vor Ort ermöglichen einen direkten Austausch zwischen einzelnen Akteuren aus Kommunen und Bauwirtschaft, machen Lust auf Baukultur und locken mit einem attraktiven Programm.

Blick auf die Neubauten in der Leninallee, 1960. (Foto: Zentralbild Peukert Me-Do 29.7.1960. Bundesarchiv, Bild 183-75141-0002 / CC-BY-SA 3.0)
Wandmosaik von Walter Womacka am Linden-Zentrum, ehem. Textilkaufhaus »Magnet« (Foto: Martin Maleschka)

Baukulturdialog Eisenhüttenstadt

Termin: 12. Juli 2024, 12.00 – 20.00 Uhr
Ort: Hotel Lunik, Straße der Republik 35a, 15890 Eisenhüttenstadt

Programm:

Stadtführung mit dem Bus »Eisenhüttenstadt – Transformation von Wohnen, Infrastruktur, Kultur« mit Oliver Funke, Geschäftsführer, Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft GmbH (GeWi) und Stanley Fuls, Vorstandsvorsitzender, Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft eG (EWG)
– Führung durch das Haus Lunik mit Martin Maleschka
– Impulsvorträge: »Serieller Wohnungsbau in der DDR«, »Planstadt Eisenhüttenstadt, Identität und Baukultur«, »›Baukultur leben‹ war schön«, »Zur Bedeutung der sozialen Infrastruktur im Baukulturbericht 2024/25«
– Dialogrunden und offene Diskussion

Wohnkomplex II (Foto: Martin Maleschka)
Rathaus Eisenhüttenstadt (Foto: Martin Maleschka)

Andere Artikel in dieser Kategorie