Neuer städtebaulicher Auftakt im Münchner Pasing-Obermenzing

Katinka Corts
16. November 2021
Foto: Brigida González

Wo sich Paul-Gerhardt-Allee und Hermine-von-Parish-Straße treffen, steht das neue Wohn- und Gewerbehaus Belvedere. Allmann Sattler Wappner Architekten haben es für die MünchenBau GmbH geplant, kürzlich wurde es fertiggestellt. Der dreiteilige Neubau mit gemeinsamem Sockelgeschoss soll als westliches Eingangstor dienen für das dahinter entstehende Quartier.

Wohnraum für 5500 Menschen, Arbeitsort für 800: Auf dem Gelände zwischen Paul-Gerhardt-Allee, Bärmannstraße und den beiden Bahntrassen in Pasing-Obermenzing wird seit einigen Jahren ein ganz neues Quartier erstellt. Insgesamt 33 Hektar umfasst das Areal, auf dem sich früher ein Gewerbegebiet befand. Nach dem hohen Schwerlastverkehr-Aufkommen, den diese Nutzung früher mit sich brachte, kehrt nun Ruhe für das Wohnen ein.

Im Neubau von Allmann Sattler Wappner Architekten wird gewohnt, zugleich dient die Überbauung als Nahversorgungszentrum. Ein städtebaulicher Auftakt, der mit dem vorgelagerten Platz das bauliche Umfeld stabilisiert, so die Architekten. Im öffentlichen Erdgeschoss zieht ein Großverteiler ein – eine bewährte Symbiose, wenn man neuere fertiggestellte Projekte aus Münster (Architekturbüro Nattler) und Berlin (Zanderroth Architekten sowie Graft) betrachtet. Die Mischung von Handel und Wohnen ist auch in München städtebaulich erwünscht.

Foto: Brigida González
Foto: Kim Fohmann
Foto: Brigida González

Während sich auf Platzniveau das Quartierleben abspielt und sich zahlreiche Menschen begegnen können, wird es eine Etage höher privater: halböffentliches Grün, gestaltet von den Münchner Landschaftsarchitekten realgrün, empfängt diejenigen, die in einem der drei Wohntürme leben. Hier befinden sich die Hauseingänge zu den aufgesetzten Baukörpern, die vier, sechs beziehungsweise neun Geschosse hoch sind. In ihnen gibt es 2-, 2,5- und 3-Zimmer-Eigentumswohnungen mit Terrassen oder Loggien – die Wohnflächen reichen von 39 bis 98 Quadratmetern, die Bauherrschaft kategorisiert sie als „kompakt geschnitten“. 

Die begrünte und mit Aufenthalts- und Spielbereichen gestaltete Dachfläche des Sockelgeschosses passt als private und dennoch gemeinschaftliche Außenfläche zur Idee der Mischung und Durchlässigkeit, die auf dem Gesamtareal gelebt werden soll: Neben dem Wohnen wird es hier auch eine fünfzügige Grundschule mit Sporthalle geben, ein Quartierzentrum, dazu viele öffentliche Grünflächen – fast 10 Hektar sind dafür total vorgesehen – und Geschäfte auch für die angrenzenden Wohngebiete. Bereits im 2011 ausgelobten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb, aus dem die Büros Palais Mai Architekten und Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten als Sieger hervorgingen, sind neben Stadt- und Zentrumsplatz gestaltete Wälle als Lärmschutz in Richtung der nahen Gleise, begrünte Zwischenräume sowie ein umlaufender Rad- und Fußweg vorgesehen. 

Modellaufnahme, Blick von den Gleisen über das Areal (Foto: Palais Mai Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH)

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