Neue Mitte für Großsiedlung

 Carsten Sauerbrei
10. August 2018
Seit 2015 wurde die Quartiersmitte der Siedlung Stuttgart-Neugereut mit Bürgerhaus und angrenzenden Freiflächen neu gestaltet.(Bild: Susanne Baur Fotografie)
Öffentliche Räume und Einrichtungen in Großsiedlungen der 60er- und 70er-Jahre sind häufig sanierungsbedürftig. In Stuttgart-Neugereut konnte nun Ende Juni die Einweihung der seit 2015 neu gestalteten Quartiersmitte gefeiert werden.
Für die Gestaltung der «Neuen Mitte Neugereut» in der Anfang der 1970er-Jahre entstandenen Großwohnsiedlung am nordöstlichen Stuttgarter Stadtrand fand bereits 2013 ein Wettbewerbsverfahren statt, den das Stuttgarter «Bez + Kock Architekten» gemeinsam mit dem Nürtinger Büro «Wiederkehr Landschaftsarchitekten», gewann. Die Sanierung und Erweiterung des Jugendhauses zum Bürgerhaus schlossen «Bez + Kock» nach 2 Jahren Umbauzeit bereits im vergangenen Jahr ab. In diesem Sommer wurden nun auch rund 5400 Quadratmeter öffentliche Fläche, die nach Plänen der Landschaftsarchitekten um Klaus Wiederkehr neu gestaltet wurden, fertiggestellt.
Das bestehende Jugendhaus bauten «Bez + Kock Architekten» zu einem generationenübergreifenden Bürgerhaus um. (Bild: Susanne Baur Fotografie)
«Bez + Kock» bauten das in die Jahre gekommene Jugendhaus komplett um und erweiterten es zum generationsübergreifenden Kinder-, Jugend- und Bürgerhaus, das mit seinen Eingängen die auf Höhe der Neugereuter Einkaufspassage gelegene Ebene und die tiefere Parkebene miteinander verbindet. Das neue Äußere, das «Bez + Kock» durch ein Wechselspiel von geschlossenen und großzügig gläsernen Flächen abwechslungsreich gestalteten, zeichnet sich durch seinen klaren und dennoch mit horizontalen und vertikalen Versprüngen sowie gewölbten Wandabschnitten lebendig gegliederten Baukörper aus. In die auch mit unterschiedlichen Fensterformaten belebte Putzfassade ließen «Bez + Kock» kleinformatige, quadratische Glasfliesen in unregelmäßiger Anordnung einarbeiten, die in der Sonne glänzen und das Bürgerhaus hochwertig erscheinen lassen.
Insgesamt wurde eine Fläche von 5400 qm durch «Wiederkehr Landschaftsarchitekten» umgestaltet. (Bild: Wiederkehr Landschaftsarchitekten)
Drei Generationen - Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern - soll das neue Bürgerhaus Raum bieten. Das gleiche Ziel verfolgten die Landschaftsarchitekten um Klaus Wiederkehr mit den neuen Freiflächen. Den Eingang zu Bürgerhaus und vorgelagertem Café auf Ebene der Einkaufspassage und den Eingang zu den Räumen der Jugendlichen auf der Parkebene verknüpften sie daher durch eine großzügige Sitz-Stufen-Anlage, die als Treffpunkt, Raum für Pause, Chillen oder für eine Vorführung dienen kann.
Weitere runde bzw. gekurvt gestaltete Sitzelemente finden sich auf den terrassenartigen, farbig auf das Bürgerhaus abgestimmten Bereichen auf der Parkebene entlang einer neuen Rampe als barrierefreier Verbindung. Mauerscheiben mit vorspringenden Sitzbänken schließen die Freiflächen dort in Richtung des Pflegeheims St. Monika räumlich ab, sodass zusammen mit angenehm abwechslungsreich gestalteten Bodenbelägen, einem neuen Spielplatz am Kinderbereich des Bürgerhauses, neu gepflanzten Baumreihen sowie weiteren, neuen Grünflächen attraktive Freiräume in der Quartiersmitte von Stuttgart-Neugereut entstanden.
Eine großzügige Sitz-Stufen-Anlage, weitere Sitzgelegenheiten und eine Rampe, die barrierefrei zwei Höhenniveaus verbindet, sind wesentliche Elemente der Neugestaltung. (Bild: Wiederkehr Landschaftsarchitekten)

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