Neue Feuerwache für Kölns Innenstadt

Manuel Pestalozzi
6. Dezember 2022
An der Neuköllner Straße steht die neue Wache neben dem Hochhaus des ehemaligen Fernmeldeamts Köln 1 aus den 1960er-Jahren. (Visualisierung: © Graber Pulver Architekten AG, Zürich / maaars Visualisierungen, Zürich)

Die 1962 eröffnete Feuerwache 1 wurde „für 59 Männer ausgelegt“. Inzwischen sind dort rund 160 Feuerwehrleute tätig. Wegen des stetig steigenden Einsatzaufkommens rechnet die Stadt damit, dass die Zahl der Mitarbeitenden weiter wächst – die Feuer- und Rettungswache in der Innenstadt gehört zu den am häufigsten alarmierten Wachen im Stadtgebiet. Der zentrale Standort im Einsatzschwerpunkt Innenstadt ermöglicht nicht nur kurze Fahrzeiten im eigenen Einsatzgebiet, sondern auch schnelle Unterstützungsmöglichkeiten für benachbarte Feuerwachen und Rettungswachen. Die Feuerwache 1 ist außerdem für die Wasserrettung zuständig. In Zeiten von Karneval, Marathon, Radrennen oder ähnlichen Großveranstaltungen ist sie in der Lage, mit zusätzlich stationiertem Personal und Fahrzeugen das Einsatzgeschehen in der abgeschnittenen Innenstadt autark zu bewältigen.

Der geplante Ersatzneubau muss an dieser zentralen Lage eine bauliche Verdichtung ermöglichen. In ihm waren auch eine Ausweich- und Schulungsleitstelle der Feuerwehr Köln sowie Flächen für Krisenstab und Einsatzleitung vorzusehen. Gewonnen hat den Realisierungswettbewerb ein schweizerisch-deutsches Planungsteam: die Bewerbergemeinschaft H+P Objektplanung Aachen GmbH und das Zürcher Büro Graber Pulver Architekten AG. Ihr Entwurf sieht einen kompakten Gebäudekörper vor, der zur Neuköllner Straße, der Hauptverkehrsachse im Westen, als Stapelung sich leicht überschiebender Volumen und im Osten, zum ruhigen Quartier hin, als regelmäßig abgetreppte Kaskade in Erscheinung tritt. Trotz der eher nüchternen Architektursprache entwickelt der Zweckbau eine formale Prägnanz und einen Gestus. Damit sollen sowohl das Programm wie auch die gesellschaftliche Bedeutung der Wache als öffentliches Gebäude der Grundversorgung gebührend zum Ausdruck gebracht werden.

Die Wettbewerbsjury erwähnt in ihrem Kommentar lobend, dass der Entwurf mit der terrassenförmigen Entwicklung seiner Kubatur auf bemerkenswerte Art Rücksicht nimmt auf die Nachbarschaft, in der sich auch Wohngebäude befinden. Große Erwartungen weckt zudem die vorgesehene großflächige Fassadenbegrünung. Sie soll im Sommer einer Überhitzung vorbeugen und gleichzeitig als Sichtschutz für die benachbarten Bestandsgebäude dienen. Wird sich die Stadt Köln mit dem siegreichen Generalplanungsteam vertraglich einig, können die Planungen aufgenommen werden. Die endgültige Entwurfsplanung sei noch vom Rat zu genehmigen, der auch über den Baubeschluss entscheidet. Da auf dem Grundstück archäologische Funde erwartet werden, erfolgen vor dem Baubeginn auf jeden Fall zunächst Grabungen.

Nach Osten ist das Volumen der Feuerwache zum Quartier hin abgetreppt. Es ist eine Begrünung von Terrassen und Fassaden vorgesehen. (Visualisierung: © Graber Pulver Architekten AG, Zürich / maaars Visualisierungen, Zürich)

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