Nachwuchssorgen

Manuel Pestalozzi
20. Februar 2020
Im Dachstuhl des Büros von Architekt Gregor Sunder-Plassmann wird es einsam. (Videostill: NDR)

Einigen Bundesländern gehen die Architektinnen und Architekten aus. Der NDR berichtet über die Situation in Schleswig-Holstein. Ob zusätzliche Bildungsstätten Abhilfe schaffen?

„Wir kriegen hier keine Architekten an Land gezogen“, klagt Architekt Gregor Sunder-Plassmann im NDR-Beitrag. Er betreibt in der Kleinstadt Kappeln ein Büro und kann sich über mangelnde Aufträge nicht beklagen. Grund für das personelle „Vakuum“ sieht er „in den Städten“ und „in Skandinavien“. So sei für Architektinnen und Architekten der Reiz groß, zum Beispiel nach Aarhus im benachbarten Dänemark zu ziehen. Nun hat er ein zusätzliches Berliner Büro. Dort lässt sich genügend Personal finden, welches dann Projekte an Orten bearbeitet, die es womöglich noch nie besucht hat. Christian Schmieder, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Architekten, bestätigt, dass die „Zweigstellenlösung“ bei Architekturbüros in Schleswig-Holstein öfters gewählt wird.

Mangel an Fachkräften im Bereich Architektur gibt es im Land auch bei den Behörden, weshalb sich die Bewilligungsprozesse verzögern. Der Beitrag deutet an, dass es zu wenig Ausbildungsplätze gibt, was allerdings als Begründung des Mangels der Analyse von Gregor Sunder-Plassmann etwas widerspricht. Einzig die Technische Hochschule Lübeck bietet Studienplätze für Architektinnen und Architekten. Nun wird ein Bachelor-Studiengang an der Fachhochschule Kiel in Erwägung gezogen. Das Konzept steht, die Finanzierung ist noch nicht geklärt. Man wünscht diesem Projekt Erfolg, denn der Weg zu flächendeckender architektonischer Qualität erreicht sich nicht über ein paar kulturell anregende Zentren, in denen sich die Berufsleute gegenseitig auf die Füße treten.

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