Masterplan Oberbillwerder

 Katinka Corts
13. Juni 2018
Der Masterplan Oberbillwerder kommt auf eine Bruttogeschossfläche von 1Mio. Quadratmeter (Bild: Image: ADEPT - Karres+Brands)
Adept, Karres+Brands und Transsolar haben für ihren Masterplan-Vorschlag für Oberbillwerder Ende Mai den ersten Preis im international ausgeschriebenen Wettbewerb erhalten. Das 360 Hektar große Planungsgebiet befindet sich nahe der Hamburger Innenstadt.
Heute noch ein großes freies Feld, morgen schon Planstadt – in einem kooperativen Planungsprozess hat die IBA Hamburg einen internationalen Planungswettbewerb ausgelobt, in dem ein Masterplan für den neuen Stadtteil Oberbillwerder im Osten Hamburgs erarbeitet werden sollte. Das dänisch-niederländisch-deutsche Planungsteam ADEPT Aps mit Karres + Brands und Transsolar Energietechnik haben nun Ende Mai für ihren Entwurf „The Connected City“ den ersten Preis erhalten. Laut Jury  fügt er sich optimal in die bestehende Landschaftsstruktur ein und schafft neue Verbindungen in die benachbarten Stadtteile. Oberbillwerder werde zu einem eigenständigen Modellstadtteil, der gleichzeitig die bestehende Landschaftsstruktur erhält und weiterführe. 

Das Planerteam schlägt direkt an der S-Bahnstation Allermöhe eine gläserne Markthalle vor, an die sich das Bahnquartier mit einem kommerziellen Zentrum anschließt. Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomieangebote sowie ein Schwimmbad, alle öffentlichen Funktionen wie Schulstandorte und Kitas können auch ohne Auto problemlos erreicht werden. Während die Bau- und Nutzungsdichte an der S-Bahnstation deutlich höher ist, nimmt sie zum landschaftlich geprägten Stadtrand deutlich ab. Hier entstehen neue Kleingartenanlagen, Townhouses und naturnahe Spielplätze, die einen behutsamen Übergang in die historische Kulturlandschaft Billwerders ermöglichen. Der Kfz-Verkehr soll über eine Haupt-Ringstraße geführt und über drei Anbindungen an das  vorhandene Straßennetz angeschlossen werden. 

„Das Besondere an dem Entscheidungsprozess war die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Anregungen, Ideen und Kritik eingebracht haben", so Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen. „Wir wollen einen Stadtteil schaffen, der uns zeigt, wie das Hamburg der Zukunft aussehen soll. Oberbillwerder soll für die Lust am Gestalten stehen, mit der Möglichkeit, einen lebendigen und urbanen, in die Zukunft gerichteten Stadtteil im Rahmen unserer Strategie ‚Mehr Stadt an neuen Orten‘ in einer schönen Natur- und Kulturlandschaft zu entwerfen.“ Laut Arne Dornquast, dem Bezirksamtsleiter Bergedorfs, zeige der Entwurf, dass sich der Bezirk „mit Augenmaß und in all seiner Vielfalt weiterentwickeln“ könne und dabei die wertvolle Landschaft einbettet werden kann, ohne sie zu zerstören. 

Am 15. Juni wird der ausgewählte Entwurf im Forum Gymnasium Allermöhe vorgestellt. Bis Ende des Jahres soll der Siegerentwurf anschließend zum gültigen Masterplan für Oberbillwerder entwickelt werden.

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