Massivholz-Lernlandschaft

 Carsten Sauerbrei
7. August 2018
Ein öffentlicher Vorplatz verbindet im Südosten den Schulneubau mit der ländlich geprägten Umgebung. (Bild: © Julia Schambeck, München)
Moderne pädagogische Konzepte erfordern innovative Schularchitekturen. Den Massivholz-Neubau der Grundschule im bayrischen Langenpreising gestaltete das Münchner Büro «hirner & riehl architekten» als ästhetisch anspruchsvolle Lernlandschaft.
Dass immer mehr Schulbauten als Holzkonstruktionen entstehen und nach dem modernen pädagogischen Konzept von Clusterschulen errichtet werden, ist eine fast schon selbstverständliche und sehr erfreuliche Tatsache geworden. Massivholzgebäude, so wie die Anfang August eingeweihte Ganztagsgrundschule in Langenpreising, sind jedoch immer noch eine seltene Ausnahme, vor allem wenn sie städtebaulich und architektonisch so gelungen ausgefallen wie der Bau von «hirner & riehl».
Der geschützter gelegene Pausenhof befindet sich auf der Nordwestseite. (Bild: © Julia Schambeck, München)
Um den Neubau in die ländlich geprägte Nachbarschaft aus Kirche, Pfarrhaus und Wirtshaus zu integrieren, entwarfen «hirner & riehl» einen geknickten Baukörper mit einem an die lokale Bautradition angelehnten, flachen Satteldach. Durch die geschickte Gliederung des Raumvolumens entstehen zwei Höfe, die das Schulgelände mit der Nachbarschaft verknüpfen, ein Eingangshof, als öffentlicher Vorplatz im Südosten und ein geschützter gelegener Pausenhof im Nordwesten.
Nicht nur den Baukörper auch die hölzerne Boden-Deckel-Fassade gestalteten «hirner & riehl» sehr lebendig, indem sie für eine höhere Plastizität Deckel aus tiefen, hochkant stehenden Rippen benutzten, Farbakzente setzten und die Fensteröffnungen in verschiedenen Größen und Formaten sowie mit und ohne Fensterläden bzw. nur halb geschlossenen Flächen sehr vielfältig ausbildeten.
Das Material Holz, Farbakzente und die Form des Baukörpers prägen das Innere und Äußere des Neubaus. (Bild: © Julia Schambeck, München)
Im Inneren des Neubaus setzen «hirner & riehl» ihre lebendige und dennoch nie beliebige Gestaltung mit vielfältigen Holzoberflächen und kräftigen Farbakzenten fort. Öffentliche Bereiche wie Pausenhalle, Mehrzweckraum, Verwaltung uns Fachräume brachten sie ebenerdig unter. Die «Lernlandschaften», in denen der Unterricht stattfindet, liegen dagegen im ruhigen Obergeschoss. Jeder Lerncluster mit Klassen-, aber auch Mehrzweckräumen gruppiert sich dabei um einen zweigeschossigen «Marktplatz». Mit Oberlichtern und der sich abzeichnenden Dachform geben «hirner & riehl» den Räumen im Obergeschoss, wo auch der Rückzugsbereich der Kinder, das «Nest» liegt, zusätzlich ein immer wieder eigenes Erscheinungsbild.
Die Lerncluster gruppieren sich rund um einen zweigeschossigen, multifunktional nutzbaren «Marktplatz». (Bild: © Julia Schambeck, München)

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