Marktgemeinschaftshaus Marktplatz Blankenese

 Manuel Pestalozzi
19. November 2018
Bild: BUB architekten
BUB architekten bauen ein neues Marktplatzhäuschen in Hamburgs Bezirk Altona. Das Projekt verspricht in den Worten der Jury eine „hochwertige, dauerhaft attraktive und technisch widerstandsfähige Architektur“.
Anlass für den Wettbewerb war der Zustand des bestehenden Marktplatzhäuschens: Es war in die Jahre gekommen und wurde den Anforderungen nicht mehr gerecht. Auch bestand die Meinung, es entspreche gestalterisch nicht den Zielsetzungen, die mit der Aufwertung dieses zentralen Ortes in Blankenese verfolgt werden und die mit der landschaftsarchitektonischen Umgestaltung des Platzes bereits in vollem Gange ist, wie man in Hamburgs offiziellem Webauftritt nachlesen kann.
 
Auf Grundlage einer Vereinbarung, zwischen dem „Arbeitskreis Ortskern Blankenese“, den Vertrauenspersonen „Rettet unseren Blankeneser Marktplatz“ und dem Bezirk Altona hat die Hamburger Immobilienagentur Sprinkenhof GmbH im Einvernehmen mit dem Bezirksamt Altona fünf Architekturbüros aufgefordert, ein neues Marktgemeinschaftshaus zu entwerfen. Unter Vorsitz des Hamburger Architekten Moritz Schneider entschied sich die Jury einstimmig für den Entwurf des Hamburger Architekturbüros BUB architekten und zeichnete den Beitrag des Büros Renner Hainke Wirth Zirn Architekten mit dem 2. Rang aus.
 
Der kubische Pavillon des Siegerprojekts reagiert mit zwei unterschiedlich gewichteten Hochpunkten die prominente Lage des Standortes. Durch seine skulpturale Form wird er dem repräsentativen Anspruch als gesellschaftliches Zentrum gerecht. Er verfügt über ein Satteldach, dessen leicht ansteigender First als Diagonale über dem quadratischen Grundriss verläuft. Während die marktseitige Überhöhung als selbstbewusste ortsprägende Geste der Adressbildung dient, nimmt sich der kleine Solitär an anderer Stelle unter dem Blätterdach des Parks in seiner Erscheinung zurück und gibt auch den Blick vom Marktplatz zur Kirche frei. So entsteht identitätsstiftende Architektur in für diesen historischen Ort angemessener Maßstäblichkeit.
 
Die Kupferverkleidung der Fassaden- und Dachflächen stellt einen optischen Bezug zur Kirche her. Gleichzeitig setzt sich die dunkle Gebäudehülle bewusst von der bunten Mischung der umgebenden Bebauung ab. Die Einbindung in den Freiraum wird durch das Spiel mit Transparenzen in der Fassade unterstützt. Ein Fußweg durch den Park verbindet den Kirchenvorplatz mit dem Marktplatz. Durch das Ineinandergreifen von befestigten und begrünten Flächen entsteht eine stärkere Verzahnung zwischen Marktplatz und Park mit attraktiven Terrassen. Der prämierte Entwurf wird nun weiterentwickelt und soll im Jahr 2020 realisiert werden.
Bild: BUB architekten

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