Lernhaus, Cluster, Wettkampfhalle

Carsten Sauerbrei
8. September 2017
An das Haupthaus des Gymnasiums schließen im Süden drei Lernhäuser und im Norden der großzügige Sportbereich an. (Bild: Zooey Braun)
Das Gymnasium München Nord mit integrierter Eliteschule des Sports des Stuttgarter Architekturbüros h4a Gessert + Randecker Architekten ist seit der Fertigstellung im Juli 2016 eine der modernsten, weiterführenden Schulen Deutschlands.
In der deutschen Schulpädagogik ist heutzutage das Konzept der «offenen Ganztagsschule», das sich im Idealfall auf die dafür maßgeschneiderte Architektur einer Clusterschule stützt, der klare Favorit. Die Stadt München führte ab dem Jahr 2010 dieses Pädagogik und Architektur integrierende Prinzip mit dem Lernhauskonzept als verbindlichen Standard für Neubauten ein. Mit dem im Juli 2016 fertig gestellten und vom Stuttgarter Architekturbüro h4a Gessert + Randecker Architekten entworfenen Gymnasium München Nord, das gleichzeitig eine von 43 deutschen Eliteschulen des Sports ist, verwirklichten die Architekten diesen Standard modellhaft.
Klare Struktur und blau-weiß-graue Farbigkeit prägen auch das Gebäudeinnere, so wie hier in der Aula im Erdgeschoss. (Bild: Zooey Braun)
In den Lernhäusern befinden sich auf jeweils zwei Etagen Klassenräume, ein Lehrerzimmer und weitere, flexibel zuschaltbare Aufenthalts- und Unterrichtsräume, die sich alle um ein zentrales Forum gruppieren. Dieses dient nicht nur der Begegnung in den Pausen, sondern kann ebenfalls zum Lernen genutzt werden. Nördlich des Hauptgebäudes mit den zentralen, gemeinsamen Nutzungen wie Aula, Mensa und Bibliothek im Erdgeschoss und Räumen für die Verwaltung sowie Fachklassen in den oberen Geschossen, platzierten h4a den großzügigen Sportbereich mit wettkampftauglicher Dreifachsporthalle und Judohalle.
Verglaste Innenwände stellen in den Lernhäusern Blickbeziehungen zwischen Klassenräumen und zentralem Forum her. (Bild: Zooey Braun)
Nicht nur die strukturelle Gebäudeorganisation auch Materialwahl, Lichtgestaltung und Raumklima sollen die Schüler beim Lernen unterstützen. Daher nutzen h4a großzügig verglaste Fenster- und Wandflächen, Oberlichter, Innenhöfe und zahlreiche transparente Innenwände, um bis tief in das Gebäude hinein Tageslicht fallen zu lassen. LED-Deckenlichtfelder übernehmen diese Aufgabe bei Dunkelheit. Ergänzt wird die gelungene Gebäudearchitektur des neuen Gymnasiums durch den attraktiven Wechsel von Oberflächen in Sichtbeton, Holz oder Glas sowie einer zurückhaltenden und dennoch belebenden blau-weiß-grauen Farbgestaltung.
Eine wettkampftaugliche Dreifachsporthalle ist Teil des sehr großzügigen Sporbereichs. (Bild: Zooey Braun)

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