Kosmopolitisch schlafen

 Katinka Corts
29. August 2018
Auftakt und Repräsentation: Das neue 25hours-Hotel im Kölner Gerling-Quartier (Bild: Steve Herud)
Ende Juli wurde das von Ortner & Ortner Baukunst sanierte und modernisierte Verwaltungsgebäude des Gerling-Versicherungskonzerns in Köln als 25hours-Hotel eröffnet. Restaurant und Bar im achten Obergeschoss können auch von Externen besucht werden.
Ein weiterer Teil des Kölner Gerling-Quartiers, in der Nachkriegszeit von der Familie Gerling als Hauptsitz der Gerling-Lebensversicherungen aufgebaut, ist saniert und modernisiert worden. Das 2016 von kister scheithauer gross architekten sanierte Gerling-Hochhaus steht nur wenige Meter nördlich davon (wir berichteten). Auch das kreisförmige Bürogebäude an der Straße "Im Klapperhof" hat nun eine neue Nutzung – es beherbergt seit kurzem in 207 individuell eingerichteten Zimmern Gäste.  

Das Quartier mitten in der Stadt, über Jahrzehnte eine Art eigener Mikrokosmos, fällt durch seine ausdrucksstarke Architektur auf: Natursteinfassaden und beeindruckende Raumhöhen, Stein und Glas sowie im Goldton gefärbte Stahlfassaden prägen die Bauten. "Es war eine Zeit, in der man zeigen wollte, was man hat, über ein weltmännisches Auftreten beeindrucken wollte und vom Gedanken des Fortschritts für eine moderne Welt beseelt war", erläutern Ortner & Ortner das Projekt. Das neue Hotel "The Circle" soll ebenso beeindrucken und kein "uniformes, austauschbares Luxushotel" sein. Daher gibt es individuell gestaltete Räume, die lokale Geschichten erzählen. Gespeist wird mit Domblick, genächtigt in Räumen, deren Einrichtung historisch inspiriert ist und an die Entstehungszeit des Baus erinnert. "Retro-Futurismus" nennt der verantwortliche Designer Werner Aisslinger das, der bereits 2017 einem Zürcher 25hours eine Interior-Geschichte strickte. 

Wie beim Gerling-Hochhaus wurde auch hier die historische Steinfassade mit ihrer starken Reliefierung denkmalgerecht wiederhergestellt. Doch nicht nur saniert haben Ortner & Ortner, auch ein neuer Akzent bekrönt das denkmalgeschützte Gebäude: Der neue Restaurant-Dachaufbau in der Formensprache der 1950er-Jahre ergänzt die robuste Natursteinfassade nun, und von hier aus kann auch der Nicht-Hotelgast den neuen Blick auf die Stadt erleben.
Lobby (Bild: Steve Herud)

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