Konzertstollen

Manuel Pestalozzi
21. Januar 2020
(Visualisierung: Peter Haimerl.Architektur)

Das „Haus Marteau“ In Lichtenberg im Frankenwald erhält einen unterirdischen Konzert-Stollen. Das Projekt ist ambitioniert und komplex. Deshalb verzögert sich die Fertigstellung bis in den Herbst.

Der deutsch-französische Musiker Henri Marteau begeisterte bereits als Zehnjähriger mit seinen Violinkonzerten Ende des 19. Jahrhunderts sein Publikum. Bei zwei äußerst erfolgreichen USA-Tourneen 1893 und 1894 spielte er als erster Geiger in den USA das Violinkonzert von Johannes Brahms und Dvořáks 9. Sinfonie. Marteau wurde zum Nachfolger von Joseph Joachim als Professor an die Hochschule für Musik in Berlin berufen. Henri Marteau starb 1934 in seiner Villa in Lichtenberg bei Hof, die er 1913 hatte erbauen lassen.

Marteaus Witwe bewohnte die Villa bis zu ihrem Tod 1977. Der Bezirk Oberfranken kaufte das Haus mit Hilfe der Oberfrankenstiftung, der Bezirkstag beschloss, eine Musikbegegnungsstätte zu begründen und damit die Intentionen Marteaus weiterzuführen. Das „Haus Marteau“ wurde in den 1980er-Jahren eröffnet. Rund 30 Meisterkurse mit internationalen Dozenten locken jährlich über 400 junge Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt ins Haus. 

Derzeit finden die Konzerte im früheren Speisezimmer und der angrenzenden Bibliothek bei ungünstigen Sichtverhältnissen statt. Deshalb hat der Münchner Architekt Peter Haimerl den Konzertstollen unter der denkmalgeschützten Villa entworfen. Filigrane „Granitsplitter“ an der Decke sollen für eine besondere Akustik sorgen, meldet br.de. Nicht zuletzt deshalb werde der Stollen nicht wie geplant im April 2020, sondern voraussichtlich erst im Herbst und damit rund drei Jahre nach dem Spatenstich fertig sein.

(Visualisierung: Peter Haimerl.Architektur)

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