Klimataugliche Außenräume für Bad Godesberg

Manuel Pestalozzi
20. September 2021
Am Theaterplatz von Bad Godesberg soll ein „Klimahain“ wachsen. (Visualisierung: © capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekt PartGmbB)

Die Innenstadt Bad Godesbergs soll städtebaulich aufgewertet und lebendiger gestaltet werden. Der Fokus liegt auf Ökologie und Klimaanpassung. Die Stadt Bonn hat einen offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerb durchgeführt. Das Siegerteam steht nun fest.

Die Auslobung des Wettbewerbs war am 22. Januar 2021 europaweit veröffentlicht worden. Insgesamt haben sich 13 Büros beteiligt. Für die zweite Phase waren fünf Büros in einer ersten Jurysitzung ausgewählt worden, welche ihre Entwürfe vertieften. Am 8. September 2021 wurde der Siegerentwurf von einer aus Fachexpert*innen, der Fachverwaltung und Vertreter*innen der Bezirksvertretung Bad Godesberg besetzten Jury gekürt. Es ist der Vorschlag des Berliner Teams capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekt PartGmbB in Zusammenarbeit mit der Plan und Recht GmbH sowie O&O Baukunst.

Der Masterplan schlägt zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Städtebau, Stadtraum, Grünstrukturen sowie Verkehr und Mobilität vor. Er zeigt auch das Potenzial bei der Dachbegrünung im Zentrumsbereich auf. (Plan: © capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekt PartGmbB)

„Der Siegerentwurf zeichnet sich durch eine klare Vision für die Innenstadt und öffentliche Räume der Zukunft aus“, wird Bonns Planungsamtsleiterin Petra Denny in der Pressemitteilung der Stadt zitiert. „Die innovativen Gestaltungsvorschläge für die zentralen Plätze Am Fronhof und Theaterplatz haben uns auch vor dem Hintergrund der Klimaanpassung überzeugt“, gab Architekt Prof. Rolf Westerheide zu Protokoll. Er war Vorsitzender des Preisgerichts und ist auch Vorsitzender des Städtebau- und Gestaltungsbeirates. 

Die Landschaftsarchitekt*innen sprechen von einer „Vernetzung von Park, Stadt und Landschaft durch ein System identitätsprägender Platz- und Raumfiguren sowie eine mittel- bis langfristige Aufwertung und Optimierung der baulichen Strukturen im Sinne einer Stärkung der urbanen Fassung gemäß der Godesberger Typologie des geöffneten Blocks.“

Mit der Aufwertung des öffentlichen Raums hofft die Stadt auch auf private Investitionen. Dafür wird die Stadt mit den Immobilienbesitzer*innen sprechen. Die Themen des Wettbewerbs – Städtebau, Mobilität oder auch Tourismus – werden nun auf Basis dieses Masterplans im Zuge der avisierten Städtebauförderung in spezifischen Konzepten konkretisiert, sodass die seit 2019 im Leitbildprozess eingebrachten Ideen und Vorschläge in Bad Godesberg in den nächsten Jahren zur Umsetzung kommen können. Bereits im Jahr 2022 soll die Aufwertung des öffentlichen Raums beginnen. Sechs Millionen Euro möchten die Verantwortlichen zwischen Fronhof und Theaterplatz investieren. Noch bis Ende September 2021 wird die Stadt dafür Fördermittel bei Land und Bund beantragen. Sie setzt auf eine 70-prozentige Förderung.

Die Wettbewerbsergebnisse werden noch bis am Sonntag, 26. September 2021, im Trinkpavillon, Koblenzer Straße 80, ausgestellt (geöffnet Die–Do 15–18 Uhr).

Für den Michaelplatz wird ein „Wassertattoo“ mit Jetfontänen vorgeschlagen. (Visualisierung: © capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekt PartGmbB)

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