Klima und Material

Ulf Meyer
6. Oktober 2020
Thom Mayne mit Kinga Racon, Nara Convention Center, Japan, 1994, Mischtechnik, 91,5 auf 58,5 Zentimeter (© Thom Mayne)

Berlins Museum für Architekturzeichnung zeigt die monographische Schau „Thom Mayne: Skulpturale Zeichnungen“ über den amerikanischen Dekonstruktivisten. Sie wartet mit inspirierenden Zeichnungen und Montagen auf.

Vor der ersten Linie einer Architekturzeichnung steht die Idee. Beim kalifornischen Dekonstruktivisten Thom Mayne führt diese zu komplexen Formen, zu etwas Unvorhersehbarem. Mayne schuf zeitlebens zeichnerische Improvisationen und „skulpturale Gemälde“, die seine Architektur beeinflussten. Das Museum für Architekturzeichnung in Berlin widmet ihm derzeit eine monographische Schau. Sie läuft bis 15. November dieses Jahres.

Thom Mayne mit Stephanie Adolph und Ahti Lahti, „Berlin Wall“, 1986, Mischtechnik, 199 auf 100 Zentimeter (© Thom Mayne)

In den 1970er-Jahren bildete sich in Venice Beach die Gruppe L.A. Ten aus zehn Architekten, die sich als Pendant zu den New York Five an der Ostküste verstand. Ihre Mitglieder, darunter auch Thom Mayne, wandten sich vom Sullivan-Mantra „form follows function“ ab und widmeten sich der experimentellen Architektur. In dieser Zeit gründete Mayne gemeinsam mit James Stafford das Büro Morphosis, das er bis heute leitet. Die bekanntesten Bauten sind das „Caltrans“-Gebäude in Los Angeles, die Cooper Union in New York, die Gates Hall der Cornell University in Ithaca und die Hypo Alpe Adria-Bank in Klagenfurt. Mayne ist Mitbegründer des Southern California Institute of Architecture (SCI-Arc). 2005 erhielt er den Pritzker-Preis. 

Thom Mayne mit David Guthrie, Crawford Residence, Montecito, USA, 1989, Faserplatte, 70,5 auf 101,5 Zentimeter (© Thom Mayne)

Die Ausstellung „Thom Mayne: Skulpturale Zeichnungen“ präsentiert sein graphisches Œuvre in sehenswerter Weise. Gezeigt werden Skizzenbücher, Serigrafien sowie Handzeichnungen aus den Jahren 1979 bis 2020. Die Schau umfasst Werke auf Papier und seine berühmten „Drawdels“, Kombinationen aus Zeichnung und Modell, sowie dreidimensionale Gemälde, darunter Maynes Komposition, die er 1988 für die Ausstellung „Berlin – Denkmal oder Denkmodell?“ entwarf. 

Die Ausstellung ist im Museum für Architekturzeichnung an der Christinenstraße 18a in Berlin zu sehen. Sie läuft bis 15. November 2020.
 
Die Öffnungszeiten sind werktags von 14 bis 19 Uhr und am Wochenende von 13 bis 17 Uhr.

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