Kinder-Architekturzentrum „Hochform“

Manuel Pestalozzi
3. Oktober 2022
Das Kinder-Architekturzentrum entsteht direkt neben dem Marco Polo Tower. (Foto: © 2022 Fotofrizz/B. Kuhn)

Direkt neben dem Marco Polo Tower wird das neue Architekturzentrum dereinst seine Pforten öffnen. Die Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg teilt nun mit, dass am 28. September im Kesselhaus in der Speicherstadt ein Siegerentwurf für die Innenausstattung präsentiert wurde. Er stammt von der Stiftung Freizeit. Gegenüber der Öffentlichkeit bleibt „Hochform“ allerdings noch vollkommen formlos. Als Illustrationen müssen aktuelle Luftaufnahmen des Strandkais ausreichen. Auch der Zeitplan für die Realisierung ist nicht bekannt.

Allerdings gibt es schon ein Programm für die rund 1.000 Quadratmeter Fläche auf zwei Ebenen, mit Blick auf Elbe und Hafen. Das Innere soll Kindern aus allen Stadtteilen Hamburgs die Möglichkeit geben, im Herzen der HafenCity selbst aktiv zu werden und sich mit Themen wie ressourcenschonendem Bauen, Klima und Umwelt zu beschäftigen. Sie werden spielerisch mit Baustilen, Baustoffkunde, Statik und allen Fragen rund ums Bauen in Kontakt kommen. So soll ihre Kompetenz und Motivation zur Mitwirkung an der Gestaltung der gebauten Umwelt gestärkt werden.

Bespielbares modulares Gerüstsystem

Das Zentrum hat eine längere Vorgeschichte: Nach einem Wettbewerbsverfahren in 2011 konnte der Verein Kindermuseum, der seit 18 Jahren bereits sehr erfolgreich das „KL!CK“ Kindermuseum in Osdorf betreibt, die konzeptionelle Arbeit für „Hochform“ aufnehmen. Die HafenCity Hamburg GmbH und ein Bauherren-Konsortium aus August Prien, DC Development und den drei Baugenossenschaften BVE, Hansa und Bergedorf-Bille haben von Beginn an die Idee eines Kinder-Architekturzentrums unterstützt. Mit einer mietfreien Nutzung wird es dem Verein Kindermuseum möglich sein, diesen Ort zu betreiben. Wesentliche Förderin für die Kosten der Innenausstattung ist die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Der Innenausstattungs-Entwurf der Stiftung Freizeit, Berlin, zeichnet sich nach Meinung des Preisgerichts durch eine museumspädagogisch und thematisch sehr gut durchdachte und strukturierte Gesamtkonzeption aus, die aktuelle und gesellschaftlich relevante Fragestellungen wie Partizipation, Nachhaltigkeit, Klima- und Ressourcenbewusstsein, Recycling, Urban Gardening und ökonomischen Mittelverbrauch berücksichtigt. Diese zeitgemäße ‚politische‘ Umsetzung fand besonderes Lob. 

Das prägende Gestaltungsmittel und Motiv ist ein modulares Gerüstsystem, das die Räume je deckenhoch ausfüllt, nutzt und möbliert und das sich in der Durcharbeitung durch unterschiedliche Dimensionierung, Materialität und Farbgebung dennoch eine Flexibilität vorbehält, um unterschiedliche Raum- und Funktionskonzepte, kulturelle Einflüsse und Stile zu markieren. Einzelne Elemente wie zum Beispiel die Materialsäulen oder der Parcours durch die Werkstattbereiche oder das flexible Stadtmodell stechen besonders hervor. In den Räumen können durch die begehbaren Konstruktionen unterschiedliche Aneignungs- Gestaltungsprozesse für alle Altersgruppen stattfinden. Alle Räume sind flexibel nutzbar, da neben der Möblierung keine Einbauten erfolgen und die Inhalte auf den Gerüsten verändert werden können. Letztlich kann auch die Möblierung selbst ohne großen technischen Aufwand verändert werden.

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