Kaufhaus wird Multifunktionsraum

Manuel Pestalozzi
23. August 2021
„Weltstadthaus“ nennt Peek & Cloppenburg die Niederlassung in Mannheim. Die partielle Umnutzung wird das äußere Erscheinungsbild kaum verändern. (Visualisierung: © Peek & Cloppenburg/Falco Peters Photography)

Das Kaufhaus Peek & Cloppenburg in Mannheim ist ein Werk von Richard Meier. Es wurde 2007 eröffnet. In den Etagen zwei bis vier entstehen jetzt innovative Office-Nutzungen. Diese Umnutzung ist dem veränderten Einkaufsverhalten geschuldet.

Künftig werden Kund*innen von Peek & Cloppenburg in Mannheim nur noch im Unter-, im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss einkaufen können. Die drei Stockwerke darüber überlässt der Konzern anderen Nutzungen. Das Projekt sei eine „herausragende Chance, den Wandel der Innenstädte mitzugestalten“, sagte Frank Zabel, Mitglied der Unternehmensleitung, gegenüber dem Portal Mannheim24. „Mit modernen, zentral gelegenen Büroflächen sprechen wir besonders ein Publikum an, das auch die Vorzüge der besten Innenstadtlagen erleben möchte – das zum Beispiel in der Mittagspause shoppen und nach der Arbeit im direkten Umfeld noch essen gehen will. Wir verstehen die City als einen Ort zum Arbeiten, Kaufen, Wohnen, Begegnen und Erleben.“

Ein Atrium wird zum entspannten Austausch einladen. (Visualisierung: CSMM)

Mit der Umwandlung des zentral, mitten in der „Quadratestadt“ gelegenen Baus wurde das Beratungs- und Architekturunternehmen CSMM aus München beauftragt. Für die frei werdenden Flächen entwickelt es ein flexibles Office-Konzept mit Raum zur Interaktion. Die neuen, flexibel anpassbaren Office Flächen bestechen durch bis zu fünf Meter hohe Decken und ein Maximum an Offenheit. Für natürliches Licht in den drei Bürogeschossen soll ein großzügiges Atrium mitsamt einer Terrasse im zweiten Obergeschoss sorgen. Das künftig als TRIO firmierende Gebäude soll so ein Ort des Handels, ein Treffpunkt und ein Forum für Kreativität werden. Die Umbaumaßnahmen werden bei laufendem Verkaufsbetrieb umgesetzt und betreffen nur das Innenleben des Gebäudes. Die Fassade des gläsernen Quaders aus der Feder von Stararchitekt Richard Meier, die sich durch große Fensterfronten im Zusammenspiel mit Naturstein auszeichnet, bleibt als Wahrzeichen unverändert. 

Die Büroräumlichkeiten profitieren von großen Raumhöhen. (Visualisierung: CSMM)

CSMM sieht das Projekt als ein Beispiel für die ressourcenschonende Umnutzung existierender Bausubstanz. Die im Gebäude bereits gebundene graue Energie, die im Fall von Abriss und Neubau ein zweites Mal aufgewendet werden müsste, kann mit der Revitalisierung eingespart werden. Die neuen Office Spaces sollen 2023 zur Verfügung stehen.

Begegnungszonen verbinden Etagen. (Visualisierung: CSMM)

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