Jüdisches Museum Berlin

Manuel Pestalozzi
23. März 2020
Die neue Hausschrift JMB Pro prägt auch das künftige Logo. (Bild: Stan Hema)

Das Jüdische Museum Berlin wird aktuell modernisiert. Es soll im Mai 2020 wieder eröffnet werden. Bereits ist das neue visuelle Erscheinungsbild bekannt. Es bezieht sich nicht mehr wie bisher direkt auf die Architektur.

Das Jüdische Museum Berlin besteht aus einem renovierten Barockbau und dem spektakulären, im Grundriss blitzförmigen Annex von Architekt Daniel Libeskind. Das online Designtagebuch von Achim Schaffrinna konnte nun das Visual Design des modernisierten Museums präsentieren. Die im Zuge der Eröffnung des Libeskind-Baus 1999 eingeführte Bildmarke, welche quasi 1:1 dessen Zick-Zack-Grundriss abbildet, hat nach zwei Jahrzehnten ausgedient, berichtet das Designtagebuch. Da die jüdische Kultur stark von der Schrift geprägt sei, so die Idee hinter dem visuellen Konzept, steht sie fortan im Zentrum der Gestaltung. Automatisch rückt das Visual Design damit etwas ab von der Architektur – vielleicht schlägt es so auch eine Bücke zwischen dem Barockbau und dem Gebäudeteil des Stararchitekten.

Das neue Design vermittelt zwischen den beiden so unterschiedlichen Museumstrakten. (Foto: Marek Śliwecki/Wikimedia Commons)

Das Corporate Design wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur für Markenentwicklung Stan Hema entwickelt. Die neue Hausschrift heißt JMB Pro, man hat sie eigenes für das Jüdische Museum Berlin geschaffen. Sie besteht aus zwei unterschiedlichen Zeichensätzen: einer Familie mit Schnitten von Regular bis Black mit klassischen Buchstabenformen und dosiert eingesetzten Besonderheiten sowie einer Headline-Schrift, die über mehrere expressive Formausprägungen verfügt. Die Buchstaben der Headline-Schrift neigen sich einander zu und sollen auf diese Weise auf die Verbindungslinien zwischen den verschiedenen Gebäuden des Museums verweisen - ein diskreter Verweis auf das Konzept von Daniel Libeskind.

Die neue Formensprache mit der Hausschrift zeigt sich auch im Logo: Sie sei ebenfalls von der Architektur Daniel Libeskinds inspiriert und greife deren spitze Winkel und Diagonalen auf. Man fühlt sich auch erinnert an Holzschnitte aus der Zeit des Expressionismus, was man als Vermittlung zwischen unterschiedlichen Zeitepochen verstehen kann. In einem Farbspektrum von Rot bis Blau prägt das neue Corporate Design von jetzt an die Gestaltung aller Kommunikationsmedien – dazu gehören Publikationen, Plakate und Flyer ebenso wie die Website und Social-Media-Kanäle. Im Designtagebuch hat das neue visuelle Erscheinungsbild bereits eine angeregte, auch kontroverse Debatte ausgelöst.

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