Ingo Maurer (1932 – 2019)

Katinka Corts
22. Oktober 2019
Ingo Maurer (Foto: Tom Vack)

Mit Gestaltungsaufträgen im privaten wie öffentlichen Bereich setzte er international Zeichen. Am Montag ist Ingo Maurer im Alter von 87 Jahren gestorben.

Seine Entwürfe finden sich heute in den Sammlungen der wichtigsten Museen der Welt, darunter im Museum of Modern Art in New York. Die Leuchten und Lichtobjekte des 1932 geborenen Maurer gelten als wegweisend im Design, zum Beispiel sein Erstlingswerk „Bulb“ (1966), das Niedervolt-Halogen-System „YaYaHo“ (1984, Ingo Maurer und Team) und die Pendelleuchte „Zettel’z“ (1997). Im Laufe seines Lebens erhielt Maurer zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und der Compasso d'Oro für sein Lebenswerk.

Geboren auf der Insel Reichenau am Bodensee ging er nach einer Lehre als Schriftsetzer und einem Studium der Gebrauchsgraphik 1960 in die USA. Bis 1963 war er dort als freier Grafiker tätig. Nach seiner Rückkehr nach München war er viel in Japan, Brasilien und anderen Ländern unterwegs – immer wieder auch in den USA. Seit über 40 Jahren lebte er zudem in New York. Zu der pulsierenden Metropole hatte er seit den sechziger Jahren ein ganz besonderes Verhältnis. Auf die Frage, wo er sich Zuhause fühle, antwortete er: „Zuhause ist ein Ort, an dem ich mich wohlfühle und der mich inspiriert. [...] Zuhause bin ich, wenn ich bei guten Freunden bin.“

„Zuerst entsteht in meinem Kopf die Idee von einem Objekt – wie ein Traumgebilde. Erst im nächsten Schritt suche ich gemeinsam mit meinem Team nach Wegen für die Realisierung. Manchmal dauert es Jahrzehnte, bis die technischen Entwicklungen unsere Vorstellung möglich machen.“

Ingo Maurer

Gemeinsam mit seinen langjährigen Mitarbeitern entwickelte er in der Designerei in München-Schwabing ikonenhafte Leuchten an der Schnittstelle zwischen Gebrauchs- und Kunstobjekt. Im Ergebnis galt es, die besondere Lösung zu finden, die gleich einer spontanen Skizze durch ihre Leichtigkeit besticht und den Menschen berührt. Nicht selten wurden Nutzer gleich beim Aufbau der Leuchte einbezogen und wie bei „Zettel’z“ (1997) dazu eingeladen, die Leuchte mit zu gestalten. Um diese Vision kompromisslos umsetzen zu können, beschloss Ingo Maurer bereits 1966, selbst zu produzieren, so dass auch die Herstellung kleiner Serien möglich ist. Noch heute werden alle Leuchten in München gefertigt.

Das Lichtkonzept für mehrere Münchner U-Bahnhöfe entwarf Ingo Maurer. Hier die Station Westfriedhof (Foto: Martin Falbisoner [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)

Aktuell wird in der Münchner Pinakothek der Moderne die Ausstellung Ingo Maurer Intimate: Design or What?vorbereitet, die ab 15. November Einblicke in sein Werk vermittelt.

Vorgestelltes Projekt

Reiulf Ramstad Arkitekter

community church knarvik

Andere Artikel in dieser Kategorie