Hugo-Häring-Preis für Alterswohnen in Pforzheim

Manuel Pestalozzi
9. November 2021
Neben einer angenehmen Haptik der Raumoberflächen besticht das Erich-Bähner-Haus mit einer schönen Aussicht, die sich dank raumhohen Fenstern auch aus dem Rollstuhl genießen lässt. (Foto: © Stefan Müller)

Der Hugo-Häring-Preis für vorbildliche Bauwerke in Baden-Württemberg würdigt Bauherr*innen und Architekt*innen für ihr gemeinsames Werk. In der Ausgabe 2020/2021 kam auch das Erich-Bähner-Haus in Pforzheim zu Ehren. Die Beteiligten haben sich mit Hingabe engagiert.

Zentral im Stadtteil Arlinger hat die Caritas Pforzheim von 2017 bis 2019 dieses Haus für Senior*innen gebaut. Es ist eingebettet in eine solide Sozialstruktur mit Bestandsgebäuden, Kirchen, Kindergärten, Geschäften. Das Haus bietet vier Pflege- und Lebensbereiche mit jeweils 15 Plätzen, zehn altersgerechte Wohnungen im Penthousebereich mit begrünter Dachterrasse, einen Beratungs- und Pflegestützpunkt sowie eine Cafeteria. Entworfen wurde das im Grundriss an den Buchstaben X erinnernde Gebäude von Peter W. Schmidt Architekten aus Pforzheim. Beim Betreten des dreigeschossigen Gebäudes sorgt ein Lichthof im Kreuzungspunkt der vier Flügel für gute Orientierung, kurze Wege und eine Optimierung der Erschließungsfläche.

Das Erich-Bähner-Haus gehört auf der Ebene der Region Nordschwarzwald zu den fünf Objekten, die beim Hugo-Häring-Preis 2020/2021 von der Jury prämiert wurden. Die Vorsitzende des BDA Nordschwarzwald, Tanja Gerst, überreichte die Auszeichnung vor wenigen Tagen der Bauherrschaft, Peter W. Schmidt und Mitarbeiter*innen seines Architekturbüros. Neben der Einbettung in die Landschaft hob sie auch die gelungen detaillierte Klinkerfassade hervor, die den Schwung des begleitenden Straßenzugs spielerisch aufnehme. Das Werk strahle „Menschlichkeit, Wärme und Behaglichkeit aus“, so Caritas-Direktor Frank Johannes Lemke. „Bei der Materialauswahl haben wir auf die Haptik geachtet“, sagte Architekt Schmidt, denn ältere Menschen wollten häufig alles „begreifen“. Man könnte diese Erkenntnis noch ergänzen mit der Vermutung, dass gerade in Zeiten einer Pandemie, die uns zur Distanzierung zwingt, „körperfreundliche“, dauerhafte Raumoberflächen die Befindlichkeit im positiven Sinn beeinflussen.

Die mit Klinker verkleideten Gebäudeflügel verzahnen sich mit dem Außenraum. (Foto: © Stefan Müller)

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