Höchstes Holzhochhaus Deutschlands im Bau

Manuel Pestalozzi
23. November 2021
Das Hochhaus wird an der stark befahrenen Wildbader Straße eine Portalfunktion für die Stadt ausüben. (Visualisierung: © Peter W. Schmidt Architekten GmbH)

Der 14geschossige Turm mit Wohnungen trägt den Namen „Carl“ und soll 45 Meter in den Himmel über Pforzheim wachsen. Verbaut wird heimisches Holz. Ende Oktober fand der Spatenstich statt.

Nomen est omen: Der neue Turm steht an der Carl-Hölzle-Straße. Diese verläuft westlich des Stadtzentrums, in etwa parallel zur Hauptausfallachse Wildbader Straße, die den Bauplatz nach Südosten begrenzt. Beim Hochhaus handelt es sich um einen Holz-Hybrid-Bau: Dort, wo es vor allem aus brandschutztechnischen Gründen notwendig ist, bleibt man bei Stahlbeton. Doch wesentliche Teile der Tragstruktur sind ebenso aus einheimischem Holz wie die die Fassade, an der der nachwachsende Baustoff sichtbar sein soll. Die Bauweise von „Carl“ erspare uns 2000 Tonnen CO2 gegenüber einer herkömmlichen Bauweise mit Beton und Stahl, rechnete jemand laut Badische Neueste Nachrichten (BNN) anlässlich des Spatenstichs aus. 

Das Hochhaus ist Teil eines Ensembles; östlich von ihm werden auf dem Areal noch ein vier- und ein sechsgeschossiger Längstrakt mit weiteren Wohnungen erstellt, Zusammen mit „Carl“ umschließen sie einen begrünten Hofraum. Bauherrin ist die Baugenossenschaft Arlinger, deren Mitbegründer Carl Hölzle war. Sie investiert 40 Millionen Euro, ein „finanzieller Kraftakt“, wie sich Arlinger-Vorstandsvorsitzender Carsten von Zepelin gegenüber BNN ausdrückte. Entworfen haben das Ensemble Peter W. Schmidt Architekten, Pforzheim/Berlin, die exzellente Wohnqualität und fantastische Ausblicke versprechen. Insgesamt sollen 73 Wohnungen verschiedener Größe entstehen. Zum Projekt gehören auch ein Café und eine Kita.

Ganz störungsfrei gingen die Vorbereitungen für dieses Projekt nicht über die Bühne. Das Ensemble mit dem Hochhaus werde die Frischluftzufuhr aus dem Enztal stören, sei am Stadteingang nicht angebracht, habe störende Wirkung auf die Umgebung und nehme dem TV Brötzingen die Parkplätze weg, kritisierten Mitglieder von AfD sowie UB/FW im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt, wie BNN im vergangenen April berichtete. Doch jetzt geht es voran: Bezugsfertig sein soll „Carl“ im November 2023. Die Lieferung des Baumaterials verspreche reibungslos zu werden, war beim Spatenstich zu erfahren: Architekt Schmidt sagte, die Baufirma Züblin habe sich rechtzeitig günstige Optionen auf das nötige Holz gesichert.

Zusammen mit zwei Längstrakten begrenzt „Carl“ eine begrünte Platzfläche. (Visualisierung: © Peter W. Schmidt Architekten GmbH)

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