Hier arbeiten wir!

Manuel Pestalozzi
19. November 2019
Das Erd- und das Obergeschoss des Ladenlokals in der Altstadt werden im siegreichen Entwurf des Open Call mit raumhaltigen Modulen zoniert. (Plan: Florian Bengert, Lucas Bessai, Marcel Schaaf)

Der dritte Open Call des Karlsruher Architekturschaufensters e.V. für junge Architektur aus und um Karlsruhe fand ein Echo. Am 12. November konnte das ASF seine Ausstellung mit den Einreichungen eröffnen. Und es konnte ein Siegerteam präsentieren.

Der Open Call ist eine Kooperation des Architekturschaufenster e.V. (bekannt als ASF) mit dem K3 Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro der Wirtschaftsförderung Karlsruhe und wird unterstützt von der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammerbezirk Karlsruhe und der Karlsruher Fächer GmbH. In der dritten Runde des Open Calls wurde eine konkrete Entwurfsaufgabe gestellt: Wie arbeiten wir? Wie könnte ein Co-Working Space gestaltet sein, in dem moderne Arbeitsweisen aktiv sein können? Ein Ladengeschäft in zentraler Lage in Karlsruhe in der östlichen Kaiserstraße war umzugestalten. Es soll 2020 für mindestens ein Jahr eine Arbeitsstätte werden für Kreative und Arbeitsnomaden jeglicher Couleur, die dort temporär arbeiten, kommunizieren, netzwerken. Offen ist dabei, um welche Branchen es sich handelt.

Das Preisgeld von € 1‘000 holten sich Florian Bengert, Lucas Bessai und Marcel Schaaf aus Karlsruhe. Dem klassischen „Hier arbeiten Sie“ stellte das Siegerteam mit seinem Projekt ein selbstbestimmtes und hierarchieloses „Hier arbeiten wir!“ entgegen. Diesem Bild folgend, versucht ihr Entwurf, all jene Komponenten miteinander in Beziehung zu setzten, die ein kreatives Arbeiten erst ermöglichen. Um den engen und gedrungenen Charakter des Ladenlokals abzustreifen und ein Maximum an Handlungsfläche zu erzeugen, wird der Raum zunächst entkernt und in seinen Rohzustand versetzt. Grundidee des Entwurfes ist es, mit nur einem einzigen architektonischen Element die notwendigen infrastrukturellen Angebote zu schaffen und gleichzeitig den Raum so zu zonieren, dass kreative Arbeit in all ihren räumlichen Facetten möglich wird. Die raumhaltigen Module, die sich in Form einer homogenen, klar von der Gebäudestruktur losgelõsten und damit temporären Figur zusammenfügen, werden dazu als adaptive und flexible Infrastruktur zonierend im Raum angeordnet. Auf diese Weise entstehen durch ein einziges architektonisches Element Bereiche mit ganz eigenem Charakter.

Die einzelnen Raummodule haben unterschiedliche Funktionen. Im „Nolli Plan“ der Architekten bilden sie ein durchlässiges Trennelement. (Plan: Florian Bengert, Lucas Bessai, Marcel Schaaf)

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