Gold zwischen Stadt und Schiene

Manuel Pestalozzi
15. November 2022
Das neue Bürogebäude schließt direkt an den Bahnhof an. (Visualisierung: CV Real Estate/Henning Larsen)

Das Projekt ist Bestandteil der Revitalisierung des Geländes der drei Ladehöfe südöstlich des Hauptbahnhofs, die der Deutschen Bahn AG als Umschlagplatz zwischen Straße und Schiene diente. Von1998 bis 2006 wurden mehrere Konzepte zur Überplanung des Areals erarbeitet, wie etwa das Projekt „Europolis”, das unter anderem den Bau einer Eishockey- bzw. Multifunktionsarena im mittleren Ladehof vorsah. Nachdem sich diese Ideen verflüchtigt hatten, entstand 2011 ein Masterplan. Diesem folgten Bebauungen, die sich vom fernen Ende des Planungsgebietes sukzessive dem Bahnhof nähern: Der äußere Ladehof ist inzwischen mit Wohnungen bebaut. Auch im mittleren Ladehof sind Bautätigkeiten für die Wohnnutzung im Gange.

Die vier Teilvolumen des 170 Meter langen Gebäudes sind leicht zueinander versetzt. (Visualisierung: CV Real Estate/Henning Larsen)

Der Gewerbebau Aurum wird direkt südlich des Bahnhofsgebäudes im Bereich des inneren Ladehofs gebaut. Direkt gegenüber soll ein neuer Regionalbusterminal entstehen. Nachdem auf dem langen, schmalen Baufeld zwischen Gleisfeld und Terminal neben Büroräumlichkeiten ursprünglich noch Hotel- und Boardinghouse-Flächen vorgesehen waren, entschied sich die Grundeigentümerin  CV Real Estate AG an dieser ausgezeichnet erschlossenen Lage für einen reinen Bürobau. Immerhin sollen auf Straßenniveau einige Laden- und Gastronomieflächen entstehen. Mit dem Projekt wurde das dänische Büro Henning Larsen betraut, das auch in München eine Niederlassung betreibt.

Der Baukörper ist 170 Meter lang und wird als Tor zur Stadt verstanden. „Wir wollen die architektonische Qualität der Stadt in dieses Quartier bringen“, sagt Werner Frosch von Henning Larsen, „die Gestaltung ist zwar zeitgemäß, sie nimmt aber auch Anleihen aus Barock, Rokoko und dem Jugendstil auf.“ Das lange Volumen ist in vier gleich große Teilbereiche gegliedert, die leicht zueinander versetzt sind. Geschwungene Dachlinien, die manche an die Philharmonie in Hamburg erinnern, für das Entwurfsteam aber eine Hommage an die Zwiebeltürme und die Mansarden der Innenstadt sind, verleihen der Zeile Schwung und setzen in der Skyline zum Gleisfeld hin Akzente. Über dem Sockelbereich sind die Bauteile in golden schimmernde Paneele eingekleidet, die dem Namen der Immobilie Genüge tun. Bauherrin CV Real Estate weist darauf hin, dass das Projekt nach den Nachhaltigkeitskriterien der EU-Taxonomie konzipiert wurde. Sie strebt für Aurum eine LEED Gold Core & Shell-Zertifizierung an.

Zum Gleisfeld hat das Bürogebäude eine hohe Visibilität und wird als Portal zur Stadt wahrgenommen. (Visualisierung: CV Real Estate/Henning Larsen)

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