Folienkissen für Rhinozerosse

Manuel Pestalozzi
2. Mai 2022
Der lichtdurchlässig überdachte Aufenthaltsbereich bietet den Tieren Naturböden und einen Badeteich. (Visualisierung: © Zoo Berlin/dan pearlman)

Der Bau der neuen Nashornanlage im Zoo Berlin macht Fortschritte. Bald wird den großen Tieren eine geräumige Freilaufzone zur Verfügung stehen. Wagen sie sich ins Freie, so können sie demnächst im Schatten einer Pagode grasen.

Das Bauvorhaben, das momentan nach einem Entwurf von pearlman Erlebnisarchitektur realisiert wird, ersetzt eine ältere Anlage, die gemäß Zoo Berlin sichtlich in die Jahre gekommen ist und nicht mehr den Ansprüchen einer artgerechten und modernen Tierhaltung entspricht. Bei der Gestaltung verlässt man sich weiterhin auf den Reiz des Exotischen, wie es in Zooanlagen von Metropolen seit über 100 Jahren Tradition ist. So steht neben dem Foliendach ein durchlässiger, aus ornamentierten horizontalen Balken geschichteter Turm. Mit seinen mit zunehmender Höhe zum Zentrum hin gekrümmten vier Wänden erinnert er an eine nordindische Shikhara und symbolisiert eine Pagode, was eine abschließende goldene Spitze verdeutlichen soll. Mit dem Turm möchten die Architekten an die 1873 errichtete und im zweiten Weltkrieg zerstörte „Elefantenpagode“ erinnern, die einst in unmittelbarer Nähe zur heutigen Elefanten-Anlage ein bekanntes Stilgebäude des Zoo Berlin darstellte.

Die Innenanlage ist bereits weit fortgeschritten. Die Stahlkonstruktion für die elf Folienkissen steht, deren Installation ist im Gange. (Foto: © Zoo Berlin)

Die neue Anlage erstreckt sich über rund 14'000 m². Panzernashörner teilen sie sich mit Tapiren und Pustelschweinen. Hohe Gräser und idyllische Wasserläufe sollen im Halbschatten der alten Zoo-Bäume den sumpfigen Lebensraum der tierischen Bewohner*innen nachempfinden. Ende April war der Rohbau der Freianlagen außen zu 90 Prozent abgeschlossen, berichtete die B.Z. Der auf rund 20 Millionen Euro veranschlagte Bau soll im Herbst dieses Jahres fertiggestellt werden.

Die Visualisierung lässt Dschungelbuch-Romantik erwarten. Das technoide Floliendach bleibt eher im Hintergrund. (Visualisierung: © Zoo Berlin/dan pearlman)

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