GRAFT realisiert Showpalast in München

Fassadengalopp

 Carsten Sauerbrei
9. April 2018
Die aussdrucksstarke Fassade und verschiedenfarbige Illuminationen stimmen die Besucher auf das Showerlebnis ein. (Bild: Stefan Müller Naumann)
Galoppierende Wildpferde inspirierten GRAFT beim Entwurf der Fassade des Apassionata-Showpalasts in München. Das Berliner Büro stimmt damit die Besucher des ausdrucksstarken Gebäudes schon von Weitem auf die dort stattfindende Pferdeshow ein.
Das Erzeugen von Emotionen durch Bilder, Licht und Musik ist ein Kernelement von Showveranstaltungen. Da liegt es nahe, auch die jeweiligen Veranstaltungsorte in dieses Konzept einzubeziehen und sie mit einer «architecture parlante» als symbolisch aufgeladenes Abbild des jeweiligen Showthemas zu inszenieren. Für diesen Ansatz entschieden sich auch die Berliner Architekten von GRAFT bei der Gestaltung des im November 2017 in München eingeweihten Veranstaltungsgebäudes für die Apassionata-Pferdeshows.
Holz als natürliches Material soll den Besuchern eine bessere Lesbarkeit der abstrakten Formensprache ermöglichen. (Bild: Stefan Müller Naumann)
Auf einem Gelände im Münchner Stadtteil Fröttmaning, in direkter Nachbarschaft zur Allianz Arena realisierten GRAFT ihren Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 2013 in nur einem Jahr Bauzeit und als ersten Baustein eines größeren Erlebnisparks mit zwölf weiteren Pavillons rund um das Thema Pferd. Um die Besucher schon vor dem Betreten des Gebäudes auf das allabendliche Showerlebnis einzustimmen, verkleideten GRAFT die gläserne Front des Showpalasts mit einer von Kraft und Dynamik von galoppierenden Wildpferden inspirierten Fassade aus Lärchenholzlamellen. Unterstützt wird dieses ausdrucksstarke Bild noch durch verschiedene, farbige Illuminierungen von Fassade und Eingangsbereich.
Dynamik und Formensprache der Fassade setzt sich im Foyer mit geschwungenen Deckenlamellen fort. (Bild: Stefan Müller Naumann)
Für Holz als Fassadenmaterial - das auch bei den anderen, geplanten Pavillons zum Einsatz kommen soll - entschieden sich GRAFT nach eigener Aussage, um die Lesbarkeit der avantgardistischen Formensprache zu unterstützen und sie nahbar zu machen. Im Foyer setzten die Architekten die Dynamik der Fassade mit geschwungenen, die Besucher in das Gebäude hineinleitenden Deckenlamellen fort. Ganz nach den speziellen Anforderungen der Pferdeshow entwarfen GRAFT dagegen den Veranstaltungssaal für bis zu 1.700 Besucher. So ermöglicht die 40 Meter breite Bühne zum Beispiel, dass nur wenige Sitzreihen hintereinander angeordnet werden müssen und garantiert damit allen Gästen gute Sicht und geringen Abstand.
Eine 40 m breite Bühne ermöglicht die Anordnung weniger Sitzreihen hintereinander und garantiert den Besuchern damit gute Sicht und geringen Abstand. (Bild: APASSIONATA World GmbH presents EQUILA)
Auch das Bühnendesign schnitten GRAFT explizit auf die Show zu. So können Pferde zum Beispiel aus allen Richtungen auf die Showfläche einreiten. Zurzeit werden die Arbeiten am insgesamt 50 000 qm großen Themenpark fortgesetzt und sollen noch diesen Sommer abgeschlossen werden. Zukünftig werden zusätzlich zum Showpalast Pavillons für so unterschiedliche Nutzungen wie Pferde-Pflegecenter, Museum, Hufschmied, Krankenstation, Science-Center, Reit- und Longierhalle, 360° Kino, Fohlenhaus und Stallungen das Showerlebnis abrunden.

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