Erweiterung der Stadtbücherei Esslingen

Manuel Pestalozzi
27. Januar 2020
Unter den zwei hellen Giebeldächern soll die Stadtbibliothek nach wie vor in der Altstadt Leseratten empfangen. (Visualisierung: AGN Niederberghaus)

Das Preisgericht des Architekturwettbewerbs hat ein Projekt mit dem ersten Platz ausgezeichnet, das sich im Bereich der heutigen Nanzhalle wie selbstverständlich in das Umfeld der Altstadt einfügt. Der Weg zur Realisierung ist noch lang.

Bei der Visualisierung des künftigen Blicks von der Esslinger Burg muss man schon sehr genau hinschauen, um die beiden Giebelhäuser, die im Bereich der bisherigen Nanzhalle entlang der Webergasse entstehen und das Raumangebot auf rund 3600 Quadratmeter erweitern sollen, überhaupt zu entdecken, stellt die Stuttgarter Zeitung fest. Man muss ihr beipflichten.

Das Preisgericht bewertete 21 eingereichte Entwurfsarbeiten. Den ersten Preis belegte das Büro AGN Niederberghaus aus Düsseldorf/ Ibbenbüren, den zweiten und dritten Rang erreichten das Büro Wulf Architekten, Stuttgart, und die Architekten von Bogevischs Buero, München. Die beiden Anerkennungen wurden den Büros Bär, Stadelmann, Stöcker, Nürnberg, und Max Dudler, Berlin, zugesprochen. Das Siegerprojekt gehe mit der historischen Bausubstanz behutsam um, meint OB Dr. Jürgen Zieger gemäß der offiziellen Pressemitteilung, es beziehe mögliche Grabungsfunde im Untergeschoss in die Gestaltung des Raumprogramms mit ein. Es sieht ganz diverse Räume vor und wird zahlreichen unterschiedlichen Nutzungen gerecht. So bietet es beispielsweise Spielzonen für Kinder, Lernräume mit Einzelplätzen, Gruppenräume sowie Schmökerplätze. Der große Veranstaltungsraum im Dachgeschoss ist auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich.

Nun wird mit den Preisträgern über die Bedingungen einer Beauftragung verhandelt, begleitet von einem VgV-Verfahren. Dem Gemeinderat bleibt es vorbehalten, den ersten Preisträger zu beauftragen und die Verwaltung anzuweisen, die weiteren Vertragsgrundlagen zu klären. Der Abschluss des Wettbewerbs bildet außerdem den Auftakt zur zweiten Phase eines Bürgerbeteiligungsverfahrens. Mag sein, dass es noch einiges zu diskutieren gibt; der Architekturkritiker der Stuttgarter Zeitung findet wenig Gnade für den Entscheid des Preisgerichts. Der Respekt vor dem Denkmalschutz beschere der Esslinger Stadtbücherei für die geplante Erweiterung die denkbar unattraktivste Lösung, klagt er.

Alle Wettbewerbsentwürfe sind bis zum 30 Januar 2020 täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr in der Schickhardt-Halle im Alten Rathaus in Esslingen zu begutachten.

Die historische Bausubstanz beherrscht die äußere Erscheinung des Projekts. (Visualisierung: AGN Niederberghaus)

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