Erster Schritt in Haan

Manuel Pestalozzi
24. August 2020
Der Haupteingang des Neubaus wird den Neuen Markt nach Westen begrenzen. (Visualisierung: Hascher Jehle Design GmbH)

Der Rat der Stadt Haan hat im Jahr 2018 einstimmig beschlossen, dass die gesamte Stadtverwaltung und die Volkshochschule in ein neues Rathaus am Rande des Schillerparks, zwischen Windhövel und Neuem Markt, umziehen sollen. Nun ist der Wettbewerb entschieden: Gewonnen hat das Berliner Büro Hascher Jehle Design.

Die Stadt Haan im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen nennt sich seit 2017 auch offiziell „Gartenstadt Haan“. Schon zuvor war die Bezeichnung geläufig: Im 19. Jahrhundert wurden den Wohnhäusern tiefe Gartenflächen zugeordnet; außerdem spielte der Samenhandel für die städtische Wirtschaft eine bedeutende Rolle.

Mit dem Umzug der Verwaltung aus dem historischen, denkmalgeschützten Rathaus an der Kaiserstraße, das als Baudenkmal erhalten bleibt, wird der Gartencharakter die Umgebung des Behördensitzes noch stärker prägen. Der neue Standort ist ebenfalls zentral gelegen. Das Neubauprojekt soll ein zeitgemäßer, zentraler Anlaufpunkt für die Haaner Bürger*innen in der Stadtmitte werden, außerdem will man das Gebiet um den Neuen Markt nachhaltig beleben.

Der Lageplan zeigt, wie sich der neue Behördensitz in die Grünfläche ausdehnen soll. (Plan: Hascher Jehle Design GmbH)

Für den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb wurden zehn Beiträge eingereicht. In seiner siebenstündigen Sitzung mit mehreren Diskussions- und Entscheidungsrunden sprach das Preisgericht dem Vorschlag des Büros Hascher Jehle Design aus Berlin den 1. Preis zu. Der siegreiche Entwurf scheine das wichtige Kriterium der Beurteilung – nämlich die „Einbindung in die stadträumliche Situation“ – am besten gelöst zu haben, meldet RP Online. Er gliedere sich offen und einladend zwischen die bestehenden Häuser am Neuen Markt ein. Zudem vermittle der stufenförmige Bau zum Schillerpark hin eine gewisse optische Leichtigkeit. Es könne von einem Gleichklang mit dem Schillerpark gesprochen werden, meinte Architekt Eckehard Wienstroer gegenüber der Presse.

Bis die Bagger anrollen, dürfte es noch eine Weile dauern: Gemäß dem Projektleiter Gebäudemanagement der Stadt Haan, Olaf Tödte, gilt es nun zu klären, ob das erfolgreiche Büro das Projekt ausführen will und kann. Außerdem stelle sich für die Stadt Haan noch die Frage, ob die Realisierung in der vorgeschlagenen Form bezahlbar sei. Das tönt nach viele Unwägbarkeiten und einigen Diskussionen hinter den Kulissen. Sind diese Punkte schließlich klar, soll die europaweite Ausschreibung erfolgen. 

Zum Schillerpark ist der Neubau terrassiert. (Visualisierung: Hascher Jehle Design GmbH)

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